Sexualbegleiter

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Sexualbegleiter helfen Menschen mit körperlichen Behinderungen dabei, ihre sexuellen Bedürfnisse zu realisieren. Als Sexualassistenz werden solche Handlungen bezeichnet, die Männer und Frauen mit einem entsprechenden Hilfebedarf in Anspruch nehmen können, um ihre Sexualität selbstbestimmt leben zu können.

Berufsbild

Es wird zwischen zwei Formen der Sexualassistenz unterschieden, nämlich einer aktiven und einer passiven Form.

  • unter der passiven Sexualassistenz versteht man zum Beispiel das Besorgen von Kondomen, pornografischen Schriften oder Sexspielzeugen. Ebenfalls in diese Kategorie fällt die Vermittlung des Kontakts zu Prostituierten. Passive Sexualassistenz bezieht den Sexualassistenten nicht selbst in die sexuellen Handlungen ein.
  • bei der aktiven Sexualassistenz sind die Sexualassistenten in die sexuellen Handlungen einbezogen. Hierzu zählt einerseits die Hilfestellung bei Onanie und Masturbation oder auch die Unterstützung der hilfsbedürftigen Person beim Geschlechtsverkehr mit einer anderen Person.

Besonderheiten des Berufsbildes

Der Beruf des Sexualbegleiters unterscheidet sich insofern deutlich von anderen (Ausbildungs-)Berufen, als dass er rechtlich gesehen als Prostitution beziehungsweise Sexarbeit gilt, denn gegen Entgelt erfüllt ein Sexualbegleiter einer Person, die selbst nicht dazu in der Lage ist, sexuelle Wünsche und das Bedürfnis nach Nähe.

Das ISBB (Institut zur Selbst-Bestimmung Behinderter), welches eine Ausbildung zum Sexualbegleiter anbietet, versucht, die Tätigkeit von der Prostitution dadurch abzugrenzen, als dass Sexualbegleitung als “Ersatzpartnerschaft” betrachtet wird.

Dementsprechend werden die Preise nicht durch die gewünschten sexuellen Praktiken bestimmt, sondern durch die für den Klienten aufgewendete Zeit.

Zudem werden nicht die sexuellen Handlungen beziehungsweise die sexuelle Aktivität als zentrales Element der Arbeit verstanden, sondern zum einen die mit dem Klienten verbrachte Zeit und die gegebene körperliche Nähe, sowie die Persönlichkeitsentwicklung und die Stärkung der sexuellen Kompetenzen des Klienten, mit dem Ziel, ein körperliches Selbstbewusstsein aufzubauen.

Ausbildung

Regelung der Ausbildung / Ablauf

Die Berufsbezeichnung “Sexualassistent” ist in Deutschland nicht geschützt. Staatlich anerkannte Ausbildungen existieren bislang nicht. Das ISBB im niedersächsischen Trebel versuchte bis Ende Juni 2022, eine anerkannte und fundierte Ausbildung zu etablieren.

Die in Trebel befindliche Einrichtung wurde jedoch zum 30.06.2022 geschlossen, ein Teil des Teams arbeitet seither in der “Beratungsstelle Sandfort” in der Praxis des namensgebenden Psychologen in Berlin weiter. Daneben bieten Vereine wie “Kassandra” in Zusammenarbeit mit der Organisation “Pro Familia” eine zertifizierte Qualifizierung zum Sexualbegleiter an.

Spezielle Zugangsvoraussetzungen, wie zum Beispiel erforderliche Bildungsabschlüsse, existieren nicht.

Das ISBB bezeichnet die angebotene Ausbildung als auf einem systematischen Ansatz beruhend, der sich insbesondere darauf begründet, dass stets die spezielle Lage der betreuten Menschen mitbedacht wird.

Die Ausbildung mit dem Namen “Empower-Sexualbegleitung ISBB” vermittelt kein medizinisches beziehungsweise somatisches Wissen, sondern es steht die Ausbildung zu einer Beratungspersönlichkeit im Vordergrund.

Dauer der Ausbildung

Die Ausbildung zum Sexualbegleiter findet an sieben Wochenenden verteilt über den Zeitraum eines Jahres statt.

Abschluss und Ausblick

Zum Abschluss der Ausbildung wird durch den Absolventen ein Zertifikat erworben. Diese sind anschließend als Sexualbegleiter befähigt, auf die speziellen Bedürfnisse behinderter Menschen hinsichtlich ihrer Sexualität einzugehen und so weit möglich zu erfüllen.

Zudem sind sie in Grundlagen der Kommunikation, vor allem auch in ihrer nonverbalen Form, geschult, um einen empathischen Umgang mit ihren Klienten zu gewährleisten. Die meisten Einrichtungen zur Pflege und Therapie behinderter Menschen stehen den Dienstleistungen von Sexualassistenten inzwischen aufgeschlossen gegenüber.

Weiterführende Links

Gehälter und Gehaltsdaten zum Sexualbegleiter:

Das Durchschnittsgehalt liegt bei 25.000€ pro Jahr. Die Spanne geht dabei von 37.000€ bis 17.750€.

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