Assistenzarzt – Aufgaben, Weiterbildung und Karriereweg

Arzt
Free-Photos / Pixabay

Ein Assistenzarzt arbeitet meist im Krankenhaus und übernimmt dort als Stationsarzt einen großen Teil der täglichen Patientenversorgung. Für viele Patienten ist er die erste ärztliche Anlaufstelle. Zugleich befindet er sich selbst noch in der Weiterbildung zum Facharzt und arbeitet unter Anleitung erfahrener Kolleginnen und Kollegen. Zu den Aufgaben gehören unter anderem:

  • Aufnahme und Untersuchung von Patienten
  • Anordnung von Labor- und weiteren Diagnostikuntersuchungen
  • Blutabnahmen
  • Erstellen von Behandlungsplänen und Anordnung der Therapie
  • Verordnung von Medikamenten
  • Behandlung von Patienten und tägliche Visite
  • Dokumentation der Behandlung
  • Verfassen von Arztbriefen für die weiterbehandelnden Ärzte
  • Entlassung von Patienten
  • Assistenz bei bzw. Durchführung von Operationen und Anästhesien unter Aufsicht eines Facharztes

Voraussetzung für die Tätigkeit als Arzt ist ein abgeschlossenes Studium der Humanmedizin mit anschließender Approbation. Das Medizinstudium zählt mit einer Regelstudienzeit von sechs Jahren (einschließlich des Praktischen Jahres) zu den längsten Studiengängen in Deutschland; die ärztliche Prüfung ist in drei Abschnitte gegliedert. Neben fundiertem Fachwissen sind für den Beruf persönliche Eigenschaften wichtig:

  • abgeschlossenes Medizinstudium und Approbation,
  • der Wunsch, Menschen zu helfen,
  • konzentriertes und entschlossenes Arbeiten,
  • Engagement und Belastbarkeit,
  • Einfühlungsvermögen und ein sensibler Umgang mit Menschen.

Ausbildung zum Assistenzarzt

Der Begriff führt leicht in die Irre: Man wird nicht zum Assistenzarzt „ausgebildet“. Die eigentliche ärztliche Ausbildung ist bereits mit dem Medizinstudium abgeschlossen. Als Assistenzarzt durchläuft man anschließend die Weiterbildung zum Facharzt. Deshalb spricht man auch von einem „Arzt in Weiterbildung“. Geläufig sind ebenso die Begriffe „Facharztausbildung“ und „Facharztweiterbildung“. Nach erfolgreichem Abschluss trägt der Arzt den jeweiligen Facharzttitel, etwa in der Chirurgie oder der Allgemeinmedizin.

Schaubild: Assistenzarzt

Dauer der Weiterbildung

Wie lange die Weiterbildung dauert, hängt vom gewählten Fachgebiet ab. In den meisten Gebieten sind es 60 Monate, in einigen operativen Fächern – etwa der Chirurgie – bis zu 72 Monate. Die Inhalte legen die Landesärztekammern auf Grundlage der (Muster-)Weiterbildungsordnung der Bundesärztekammer fest. Ein angehender Chirurg lernt so vor allem die Erkennung und Behandlung von Verletzungen sowie operative Fertigkeiten, während in der Allgemeinmedizin Früherkennung, Gesundheitsberatung und die Behandlung häufiger Erkrankungen im Vordergrund stehen.

Abschluss der Weiterbildung

Am Ende steht die Facharztprüfung bei der zuständigen Landesärztekammer. Wer sie besteht und den Facharzttitel erlangt, kann sich niederlassen – also eine Praxis übernehmen oder neu gründen. Ärztinnen und Ärzte sind Pflichtmitglied ihrer Ärztekammer. Für die Versorgung gesetzlich Versicherter kommt eine Zulassung als Vertragsarzt hinzu; ohne Facharztanerkennung und Zulassung bleibt eine Niederlassung auf die Behandlung von Privatpatienten beschränkt.

Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten

Neben den Facharzttiteln lassen sich zahlreiche Zusatz-Weiterbildungen erwerben. Sie führen nicht zu einem weiteren Facharzttitel, sondern zu einer Zusatzbezeichnung, die neben dem Facharzttitel geführt wird. Dazu zählen zum Beispiel Geriatrie, Akupunktur, Notfallmedizin oder Intensivmedizin.

Für die meisten Zusatz-Weiterbildungen ist eine bestimmte Facharztanerkennung Voraussetzung; einzelne Bereiche wie die Notfallmedizin bilden hier Ausnahmen. Die Weiterbildung findet berufsbegleitend im Rahmen der ärztlichen Tätigkeit an zugelassenen Weiterbildungsstätten statt – praktisch und theoretisch, unter Anleitung befugter Ärzte und teils in anerkannten Kursen.

Der Abschluss wird über Zeugnisse und Prüfungen dokumentiert und durch eine Anerkennungsurkunde bestätigt. Die Zusatzbezeichnung weist die erworbene Kompetenz nach und dient damit der Qualitätssicherung in der Patientenversorgung. Weiterführende Informationen bietet die Bundesärztekammer.

Weitere nützliche Links

Neben der Bundesärztekammer ist die Kassenärztliche Bundesvereinigung als Dachverband der Kassenärztlichen Vereinigungen eine wichtige Anlaufstelle rund um die vertragsärztliche Versorgung.

Der Virchowbund berät und unterstützt niedergelassene Ärztinnen und Ärzte von der Niederlassung und Praxisgründung bis zur Praxisabgabe.

Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauert die Weiterbildung zum Facharzt?

Je nach Fachgebiet dauert die Facharztweiterbildung in der Regel 60 bis 72 Monate. Sie schließt an Medizinstudium und Approbation an und endet mit der Facharztprüfung bei der Landesärztekammer.

Worin unterscheiden sich Assistenzarzt und Facharzt?

Ein Assistenzarzt ist bereits approbierter Arzt, befindet sich aber noch in der Weiterbildung und arbeitet unter Anleitung. Erst mit bestandener Facharztprüfung wird aus dem „Arzt in Weiterbildung“ ein Facharzt, der eigenständig und in eigener Praxis tätig sein kann.

Welche Zusatz-Weiterbildungen sind während der Facharztweiterbildung möglich?

Zu den Zusatz-Weiterbildungen zählen unter anderem Geriatrie, Akupunktur, Notfallmedizin und Intensivmedizin. Sie ergänzen den Facharzttitel um eine Zusatzbezeichnung; für die meisten ist eine vorherige Facharztanerkennung Voraussetzung.

Was bedeutet die Niederlassung als Facharzt?

Niederlassung meint die Übernahme oder Neugründung einer eigenen Praxis. Voraussetzung ist der Facharzttitel; für die Versorgung gesetzlich Versicherter kommt eine Zulassung als Vertragsarzt hinzu.