Sattler – Ausbildung, Fachrichtungen und Beruf

sattler
haraldmk – Pixabay

Allgemeine Beschreibung

Sattler fertigen, entwerfen und reparieren Lederprodukte aller Art. Je nach Ausbildungsbetrieb spezialisieren sich Auszubildende auf eine von drei Fachrichtungen:

  • Fahrzeugsattlerei (einschließlich Bootssattlerei)
  • Reitsportsattlerei
  • Feintäschnerei

Der Beruf verbindet traditionelles Handwerk mit modernen Techniken. Neben Maßanfertigungen gehören auch Reparaturen und präzise Restaurationen zum Arbeitsalltag. Grundlage ist stets die Arbeit mit Leder und hochwertigen Textilien.

Ablauf der Ausbildung

Die Ausbildung zum Sattler erfolgt im Modell der dualen Ausbildung: Der Auszubildende erlernt die Theorie in der Berufsschule und die Praxis im Ausbildungsbetrieb. In der Berufsschule geht es um Gestaltung, Entwurf, Kalkulation und Materialkunde, häufig in Form von Blockunterricht.

Im Betrieb steht das Handwerk selbst im Mittelpunkt. Der Umgang mit Leder und Textilien und deren Verarbeitung bilden den Kern. Im ersten Ausbildungsjahr kommen unter anderem der Umgang mit Nähmaschinen und das Unterscheiden von Materialien hinzu. Später folgen weitere Werkzeuge wie das Schärfmesser, Polsterungstechniken sowie das Anbringen von Metallteilen.

Ab dem zweiten Ausbildungsjahr vertieft sich der Auszubildende in eine der drei Fachrichtungen. In der Reitsportsattlerei gehören dazu auch Kenntnisse über Anatomie und Bewegungsabläufe von Pferden. In der Fahrzeugsattlerei kommt das Einarbeiten von Elektrik wie Airbags oder Sitzheizungen hinzu. In der Feintäschnerei steht das Zusammenspiel von Design und Funktion im Vordergrund.

Zugangsvoraussetzungen

Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis erwarten viele Betriebe jedoch mindestens einen Hauptschul- oder Realschulabschluss. Handwerkliches Geschick, Sorgfalt und ein Auge für Gestaltung sind für den Beruf hilfreich.

Dauer

Die Ausbildung dauert in allen drei Fachrichtungen drei Jahre.

Prüfungen und Abschluss

Vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres findet eine Zwischenprüfung statt. Am Ende steht die Abschluss- bzw. Gesellenprüfung mit einem praktischen und einem schriftlichen Teil. Wer sie besteht, trägt den Berufsabschluss als ausgelernter Sattler.

Schaubild: Sattler

Ausblick nach der Ausbildung

Nach der Ausbildung werden viele Sattler vom Ausbildungsbetrieb übernommen und arbeiten in einer der drei Fachrichtungen.

In der Reitsportsattlerei fertigt der Sattler individuell an Pferd und Reiter angepasste Lederwaren – vom Sattel über Geschirre bis zu Trensen.

In der Fahrzeug- und Bootssattlerei entstehen Lederwaren rund um Kraftfahrzeuge, etwa Sportsitze oder Lenkräder aus Leder. Auf Booten fertigt, repariert und restauriert der Sattler unter anderem Verdecke und Polstermöbel.

In der Feintäschnerei stellt der Sattler Taschen, Koffer und ähnliche feine Lederwaren her und entwickelt passende Designs.

Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten

Nach der Berufsausbildung kann der Sattler einen Meisterlehrgang besuchen und die Meisterprüfung ablegen.

Der Meisterbrief legt den Grundstein für eine Selbstständigkeit. Zwingend für eine Firmengründung ist er nicht, aber nützlich: Mit dem Meisterbrief dürfen eigene Lehrlinge ausgebildet werden.

Zusätzlich besteht die Möglichkeit eines Studiums, um das Fachwissen zu vertiefen – etwa im Bereich Textiltechnik.

Sattler im Vergleich

Leder zuschneiden, an der Maschine nähen und Fahrzeugsitze, Sättel oder Taschen anfertigen und reparieren.

Weg in den Beruf
Duale Ausbildung
Einstieg ohne Abitur
ja
Neue Ausbildungsverträge 2024
69Platz 121 von 184 Ausbildungsberufen, die berufe.eu vorstellt
Frauenanteil bei den Neuen
48 %Mittelwert (Median) dieser Berufe: 20 %
Schulabschluss der Neuen
ohne Abschluss 4 % · Hauptschule 26 % · mittlerer Abschluss 48 % · (Fach-)Abitur 22 %Abitur-Anteil im Mittelfeld der Berufe
Abschlussprüfung bestanden
100 %Median: 92 % · Prüfungen 2024: 54
Vorzeitig gelöste Verträge
39 je 100 neue Verträgeeigene Näherung aus Destatis-Zahlen 2024 · Median: 32

Passt der Beruf zu dir?

  • Handwerk & Technik prägend
  • Menschen & Beratung gelegentlich
  • Gestaltung deutlich
  • Zahlen & Organisation gelegentlich
  • Draußen & Natur kaum
  • Körperlicher Einsatz deutlich
  • Verantwortung gelegentlich
  • Ungewöhnliche Arbeitszeiten kaum

Passt, wenn du …

  • arbeitet gern mit Leder
  • hat Geduld für Detailarbeit
  • näht präzise

Eher schwierig, wenn du …

  • mag keine kleinteilige Handarbeit
  • sitzt lieber am Computer

Ähnliche Berufe: Segelmacher · Kürschner · Weber werden · Modeschneider · Möbeltischler

Quellen: Passungsprofil: redaktionelle Bewertung von berufe.eu; Ausbildungszahlen: Statistisches Bundesamt (Destatis), Berufsbildungsstatistik 2024; Ränge, Mediane und Näherungen: eigene Berechnung.

Häufige Fragen zum Beruf Sattler

Wie lange dauert die Ausbildung zum Sattler?

Die duale Ausbildung dauert in allen drei Fachrichtungen drei Jahre.

Welche Fachrichtungen gibt es im Sattlerberuf?

Es gibt die Fahrzeugsattlerei (mit Bootssattlerei), die Reitsportsattlerei und die Feintäschnerei.

Welche Voraussetzungen braucht man für die Ausbildung zum Sattler?

Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Viele Betriebe erwarten in der Praxis mindestens einen Hauptschul- oder Realschulabschluss.

Welche Weiterbildung ist nach der Ausbildung möglich?

Möglich sind unter anderem der Meisterlehrgang mit Meisterprüfung als Grundlage für eine Selbstständigkeit sowie ein weiterführendes Studium, zum Beispiel in Textiltechnik.

Quellen und weiterführende Informationen