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Seit das Internet in den 1990er-Jahren für ein breites Publikum zugänglich wurde, hat sich die Arbeitswelt stark verändert. Mit der Digitalisierung ist auch die Nachfrage nach Online Marketing Managern deutlich gestiegen. Eine Umschulung ist ein möglicher Weg, um in dieses Berufsfeld zu wechseln.
Anders als klassische Werbefachleute kümmern sich Online Marketing Manager um die digitale Öffentlichkeitsarbeit eines Unternehmens. Um passende Strategien zu entwickeln, analysieren sie das Kundenverhalten sowie den Traffic auf Webseiten und in sozialen Netzwerken. Sie planen Werbekampagnen und Maßnahmen zur Kundenbindung und -gewinnung, verfassen Texte und binden Grafiken und Fotos in digitale Werbemittel ein. Der ständige Austausch mit Management und Kolleginnen und Kollegen erfordert kommunikatives Geschick.
Ist die Umschulung ein anerkannter Ausbildungsberuf?
„Online Marketing Manager“ ist keine bundesweit geregelte, staatlich anerkannte Ausbildung, sondern eine Weiterbildungsqualifizierung – die Berufsbezeichnung ist nicht geschützt. Entsprechende Kurse bieten private Bildungsträger, Akademien und Hochschulen an. Sie enden in der Regel mit einer Prüfung und einem Zertifikat, das entweder träger-intern oder vor einer Industrie- und Handelskammer (IHK) abgelegt wird. Der Einstieg gelingt damit auch über eine Umschulung oder Weiterbildung, nicht nur über ein Studium.
Voraussetzungen der Umschulung
Für eine Umschulung zum Online Marketing Manager setzen viele Bildungsträger einen mittleren Bildungsabschluss voraus, einzelne auch die Hochschulreife. Daneben stehen Aufbaulehrgänge für Absolventinnen und Absolventen eines Studiums der Wirtschaftsinformatik, BWL oder des Marketings zur Wahl. Wer stattdessen ein Bachelorstudium im Fachgebiet anstrebt, braucht in der Regel das Abitur; teils werden aber auch Bewerber mit einschlägiger Berufsausbildung und mehrjähriger Praxis zugelassen.
Wichtig sind außerdem Affinität zu moderner Technik und ein sicherer Umgang mit PC, Laptop und Smartphone. Kenntnisse eines Betriebssystems (Windows oder macOS) sowie von Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Präsentationsprogrammen sollten vorhanden sein. Da im Online Marketing viel mit Zahlen gearbeitet wird – Statistiken zu erstellen und auszuwerten gehört zum Alltag – hilft ein Gespür für Kennzahlen. Weil häufig auf Englisch korrespondiert wird, sind Sprachkenntnisse von Vorteil.
Wo die Umschulung möglich ist
Umschulungen und Weiterbildungen zum Online Marketing Manager gibt es an Fachhochschulen und Universitäten ebenso wie bei privaten Bildungseinrichtungen und Werbeakademien. Da es für dieses Tätigkeitsfeld besonders viele E-Learning-Angebote gibt, sind auch reine Online-Umschulungen verbreitet: Unterricht und Prüfungen laufen dann über Lernportale, was viel Flexibilität bei der Zeiteinteilung lässt.
Dauer der Umschulung
Die Dauer hängt vom gewählten Format ab. Wer schnell durch sein möchte, wählt einen Kompaktkurs; daneben gibt es mehrtägige Angebote mit Anwesenheitspflicht ebenso wie umfangreiche Umschulungen über mehrere Monate. Bei einem Fernstudium bestimmen Teilnehmende das Lerntempo weitgehend selbst.
Inhalte der Umschulung
Typischerweise werden in der Umschulung diese Themen vermittelt:
- Suchmaschinenoptimierung und Suchmaschinenwerbung (SEO / SEA – Google Ads und Microsoft Advertising / Bing Ads)
- Social-Media-Marketing (u. a. Facebook, Instagram, LinkedIn, XING)
- E-Mail- und Newsletter-Marketing
- Grundlagen von HTML
- Content-Management, Texterstellung und Textbearbeitung
- Amazon-Marketing, insbesondere der Umgang mit Amazon Seller Central
- Webanalyse (z. B. Google Analytics, econda und weitere Webtracking-Tools)
Karrieremöglichkeiten nach der Umschulung
Nach der Umschulung stehen mehrere Wege offen. Große Unternehmen suchen Spezialisten für ihren Webauftritt, und auch öffentliche Stellen und Behörden haben die Bedeutung sozialer Netzwerke erkannt und stellen Fachleute für Online Marketing ein. Start-ups brauchen häufig Allrounder, die Analysen erstellen, Strategien entwerfen und zugleich Grafiken und Texte liefern.
In Werbe- und Online-Marketing-Agenturen übernehmen Umschülerinnen und Umschüler oft spezielle Aufgaben wie die Suchmaschinenoptimierung oder die Betreuung von Social-Media-Kanälen. Wer sich selbstständig macht, bietet Einzelleistungen oder einen Full Service an – bis hin zu Webprogrammierung und Webdesign.
Häufig gestellte Fragen
Wie lange dauert eine Umschulung zum Online Marketing Manager?
Das hängt vom Format ab: von mehrtägigen Kompaktkursen über mehrmonatige Vollzeit-Umschulungen bis zum Fernstudium, bei dem sich das Tempo selbst bestimmen lässt. Eine bundesweit einheitliche Dauer gibt es nicht, weil es sich nicht um eine geregelte Ausbildung handelt.
Was kostet die Umschulung und gibt es Förderungen?
Die Gebühren unterscheiden sich je nach Anbieter und Format. Ist der Bildungsträger für die Förderung der beruflichen Weiterbildung zugelassen (AZAV), kann die Umschulung über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters gefördert werden; Rechtsgrundlage ist § 81 SGB III. Der Gutschein deckt in diesem Fall die Lehrgangskosten. Über die individuellen Voraussetzungen entscheidet ein Beratungsgespräch.
Ist eine Umschulung ohne Abitur oder Studium möglich?
Ja. Da „Online Marketing Manager“ kein geschützter, staatlich geregelter Ausbildungsberuf ist, ist kein Abitur zwingend. Viele Träger setzen einen mittleren Bildungsabschluss und Praxisbezug voraus; entscheidend sind oft nachgewiesene Kenntnisse in den einzelnen Online-Marketing-Disziplinen.
Mit welchem Abschluss endet die Umschulung?
In der Regel mit einer schriftlichen Prüfung und einem Zertifikat – entweder träger-intern oder vor einer Industrie- und Handelskammer (IHK). Einen bundesweit einheitlichen Abschluss wie bei dualen Ausbildungsberufen gibt es nicht.