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Bootsbauer bauen, warten und reparieren Motoryachten, Segelyachten und andere kleinere Wasserfahrzeuge. Der industrielle Bau großer Schiffe gehört nicht zu ihrem Aufgabenbereich – dafür sind eigene Werftberufe zuständig. Der Beruf steht Frauen und Männern gleichermaßen offen; Bootsbauerinnen sind bislang allerdings noch selten.
Aufgaben und Voraussetzungen
Im Mittelpunkt steht hohes handwerkliches Geschick. Angehende Bootsbauer arbeiten mit Holz, Metall und Kunststoff – darunter Faserverbundwerkstoffe wie GFK – und sollten technisches Verständnis mitbringen. Hilfreich sind gute Kenntnisse in Mathematik, vor allem in Rechnen und Geometrie, etwa um Maße, Formen und Materialbedarf sauber zu bestimmen.
Einen rechtlich vorgeschriebenen Schulabschluss gibt es nicht. In der Praxis stellen die Betriebe überwiegend Bewerberinnen und Bewerber mit mittlerem Bildungsabschluss ein; wichtiger als die Note ist oft das handwerkliche Talent.
Ausbildung zum Bootsbauer: Dauer und Fachrichtungen
Die Ausbildung zum Bootsbauer ist ein anerkannter dualer Ausbildungsberuf im Handwerk und dauert dreieinhalb Jahre (42 Monate). Grundlage ist die Ausbildungsordnung von 2011, die den Beruf in zwei Fachrichtungen gliedert:
- Neu-, Aus- und Umbau – Bau von Rumpf, Deck und Aufbauten, Innenausbau sowie Um- und Anbauten.
- Technik – Schwerpunkt auf der Bordtechnik, etwa Elektrik, Elektronik, Hydraulik und Motorenanlagen.
Wer sich für eine Fachrichtung entscheidet, kann die Inhalte der anderen später über Weiterbildungskurse ergänzen – für die Meisterprüfung ist das ohnehin vorgesehen.
Berufsschule und Blockunterricht
Weil es nur wenige spezialisierte Berufsschulen für das Bootsbauhandwerk gibt, findet der schulische Teil bundesweit als Blockunterricht statt. Die größte und zentrale Ausbildungsstätte ist die Landesberufsschule an der Berufsbildungsstätte Travemünde (Handwerkskammer Lübeck); weitere Standorte bestehen in Brake und in Duisburg-Homberg. In der Berufsschule werden theoretische Grundlagen vermittelt und praktische Fertigkeiten geübt, die ein stark spezialisierter Ausbildungsbetrieb allein nicht abdecken kann.
Nach der Ausbildung: Einsatzfelder und Meisterprüfung
Ausgebildete Bootsbauer arbeiten in Bootsbau- und Reparaturbetrieben, bei Bootsverleihern, in Marinas sowie im Handel mit Wassersportfahrzeugen. Weil im Bootsbau viel mit Holz gearbeitet wird, gibt es Anknüpfungspunkte zum Tischlerhandwerk; auch eine Bewerbung auf einer Werft ist nach der Ausbildung möglich.
Das Bootsbauhandwerk – amtlich „Boots- und Schiffbauer“ – ist ein zulassungspflichtiges Handwerk (Anlage A der Handwerksordnung). Wer einen eigenen Bootsbau-Betrieb führen möchte, benötigt daher in der Regel den Meisterbrief oder einen gleichwertigen Nachweis. Die häufigste Weiterbildung nach der Lehre ist entsprechend der Meisterkurs.
Häufig gestellte Fragen
Wie lange dauert die Ausbildung zum Bootsbauer?
Die duale Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre (42 Monate) und findet abwechselnd im Betrieb und in der Berufsschule statt.
Welche Fachrichtungen gibt es im Bootsbauer-Beruf?
Zwei: „Neu-, Aus- und Umbau“ mit Schwerpunkt auf Bau und Ausbau des Bootskörpers sowie „Technik“ mit Schwerpunkt auf der Bordtechnik.
Welcher Schulabschluss wird für die Ausbildung erwartet?
Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis stellen viele Betriebe Bewerber mit mittlerem Bildungsabschluss ein; handwerkliches Geschick und technisches Verständnis zählen besonders.
Wo findet der Berufsschulunterricht statt?
Als Blockunterricht an wenigen spezialisierten Standorten – zentral an der Landesberufsschule in Lübeck-Travemünde, außerdem in Brake und Duisburg-Homberg.
Braucht man für einen eigenen Betrieb den Meisterbrief?
Ja. Der Bootsbau zählt zu den zulassungspflichtigen Handwerken der Anlage A; für die selbstständige Betriebsführung ist in der Regel der Meisterbrief oder ein gleichwertiger Nachweis nötig.













