Mechatroniker für Rollladen und Sonnenschutz: Aufgaben, Ausbildung und Perspektiven

Mechatroniker für Rollladen und Sonnenschutz
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Ein Mechatroniker für Rollladen und Sonnenschutz – offiziell Rollladen- und Sonnenschutzmechatroniker/-in – fertigt, montiert, wartet und repariert Rollläden, Markisen, Jalousien und weitere Sonnenschutzanlagen. Die Aufgaben sind vielfältig und reichen von der Herstellung im Betrieb über die Montage vor Ort bis zur Kundenberatung.

Aufgaben und Tätigkeitsfelder

Zu den zentralen Aufgaben gehören das Planen und Herstellen von Rollläden, der Einbau von Rollläden und Markisen sowie die Wartung und Reparatur der Systeme. Gearbeitet wird mit unterschiedlichen Werkstoffen – Holz, Aluminium, Stahl und Kunststoff. Gefragt ist vor allem handwerkliches Geschick: Zeichnen, Bohren, Kleben und Schleifen gehören zum Alltag. Ebenso wichtig sind technisches und mathematisches Verständnis sowie räumliches Vorstellungsvermögen.

Auch die Kundenberatung ist Teil des Berufsalltags – von der ersten Beratung bis zum Abschluss. Funktionsweise, Vorzüge und Eigenschaften eines Systems, etwa Schall- und Wärmeschutz, müssen verständlich erklärt werden. Für diese Gespräche sind ein freundliches, gepflegtes Auftreten und Kommunikationsfähigkeit wichtig.

Was man mitbringen sollte

Körperliche Fitness und Teamfähigkeit sind Voraussetzung. Große Markisen und Anlagen können schwer sein und werden häufig zu zweit oder im Team montiert. Ein Teil der Arbeit findet im Freien statt, oft auf Leitern und Gerüsten – Umsicht und eine gute Auge-Hand-Koordination sind daher gefragt. Außenliegender Sonnenschutz hält zudem einen Teil der Sonnenwärme vom Gebäude ab und kann so den Kühlbedarf im Sommer verringern.

Die Ausbildung

Schaubild: Rollladen- und Sonnenschutzmechatroniker

Ablauf und Inhalte

Im ersten Lehrjahr begleiten die Auszubildenden vor allem die Gesellen und lernen, wie wichtig millimetergenaues Arbeiten ist. Eine mehrere Meter lange Markise wird mit wenigen Halterungen sehr stabil am Baukörper befestigt und muss dabei absolut waagerecht hängen. Da Markisen und Rollläden gut sichtbar sind, müssen sie exakt und ohne Beschädigungen angebracht werden.

In der Produktion lernen die Auszubildenden, Rollläden zu bauen. Um Führungsschienen (Profile) mit dem Mauerwerk zu verbinden, werden zum Beispiel Löcher gestanzt oder die Profile innen mit Bürsten bestückt – Routineaufgaben, die sorgfältig und exakt erledigt werden müssen. Auch mathematische Fähigkeiten sind ständig gefragt: Eine Säge, die die Lamellen auf die richtige Länge zuschneidet, muss präzise programmiert werden. Beim Zusammenbau werden die Lamellen zusammengesteckt und an jeder zweiten Lamelle eine Arretierung befestigt.

Berufsschule, Elektrik und Smarthome

Der theoretische Teil findet in der Berufsschule als Blockunterricht statt, also in mehrwöchigen Blöcken statt an einzelnen Wochentagen. Die Elektrik ist ein wichtiger Bestandteil, denn Jalousien und Rollläden lassen sich automatisch bedienen. Auch CAD (Computer Aided Design) steht auf dem Lehrplan. Mit der zunehmenden Bedeutung von Smarthome-Technik gewinnt der sichere Umgang mit dem Computer an Gewicht: Jalousien werden zum Beispiel in einer Zentrale angemeldet und lassen sich anschließend per App steuern.

Die Auszubildenden machen sich immer wieder mit neuen Techniken vertraut. Grundlagen des Arbeitsschutzes und der Unfallverhütung gehören ebenso dazu. Ein weiteres Thema sind die Widerstandsklassen (RC-Klassen) nach DIN EN 1627: Einbruchhemmende Rollläden – etwa für Juweliere – bestehen aus anderen Materialien und sind stabiler aufgebaut.

Dauer und Voraussetzungen

Die Ausbildung dauert drei Jahre und lässt sich bei guten Leistungen auf bis zu zwei Jahre verkürzen. Ein bestimmter Schulabschluss ist gesetzlich nicht vorgeschrieben; in der Praxis erwarten die Betriebe jedoch meist mindestens einen (guten) Hauptschulabschluss. Bessere Abschlüsse verbessern die Chancen und die späteren Entwicklungsmöglichkeiten.

Abschluss und Perspektiven

Die Ausbildung schließt mit der Gesellenprüfung ab. Sie ist in zwei Teile gegliedert: Teil 1 wird am Ende des zweiten Ausbildungsjahres abgelegt, Teil 2 am Ende der Ausbildung. Geprüft werden neben Herstellung und Montage von Rollläden und Markisen unter anderem Grundkenntnisse in der Holz- und Metallverarbeitung, in der Elektrik und in der Mathematik. Mit der bestandenen Gesellenprüfung erlangen die Absolventinnen und Absolventen zugleich die Qualifikation zur Elektrofachkraft.

Danach stehen mehrere Wege offen: die Meisterprüfung, der Schritt in die Selbstständigkeit oder ein anschließendes Studium, etwa der Metall-, Holz- oder Kunststofftechnik. In dem Handwerk gibt es auf dem Arbeitsmarkt regelmäßig freie Stellen.

Häufig gestellte Fragen

Welche schulischen Voraussetzungen braucht man für die Ausbildung?

Gesetzlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis erwarten die Betriebe meist mindestens einen (guten) Hauptschulabschluss; ein mittlerer Abschluss oder Abitur verbessern die Chancen.

Wie lange dauert die Ausbildung und kann man sie verkürzen?

Die duale Ausbildung dauert drei Jahre. Bei guten Leistungen ist eine Verkürzung auf bis zu zwei Jahre möglich.

Wie ist die Ausbildung zwischen Betrieb und Berufsschule aufgeteilt?

Die Ausbildung ist dual: Der praktische Teil findet im Ausbildungsbetrieb statt, der theoretische in der Berufsschule. Der Berufsschulunterricht ist meist als Blockunterricht organisiert, also in mehrwöchigen Blöcken.

Erwirbt man mit der Ausbildung die Qualifikation zur Elektrofachkraft?

Ja. Mit der bestandenen Gesellenprüfung erlangen die Absolventinnen und Absolventen zugleich die Qualifikation zur Elektrofachkraft.

Welche Weiterbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten gibt es nach der Gesellenprüfung?

Möglich sind unter anderem die Meisterprüfung und die Selbstständigkeit. Auch ein anschließendes Studium, etwa der Metall-, Holz- oder Kunststofftechnik, ist ein Weg.