Kameramann: Berufsbild, Ausbildung und Berufseinstieg

kameramann
TechLine – Pixabay

Berufsbild

Kameraleute bedienen die Kamera und führen sie – doch ihre Arbeit beginnt lange vor dem ersten Dreh. Sie sind mit unterschiedlichen Kameras und der zugehörigen Technik vertraut und wirken an den verschiedensten Produktionen mit. Dazu zählen unter anderem:

  • (Kino-)Filme
  • Fernsehbeiträge
  • Reportagen und Dokumentationen
  • Internetvideos
  • Nachrichtensendungen
  • Musikvideos
  • Live-Berichterstattungen
  • Sportveranstaltungen und sonstige Großereignisse

Vor dem Dreh bereiten sie die Aufnahmen vor und planen Technik und Bildgestaltung. Gemeinsam mit der Regie legen sie den Drehablauf fest, kümmern sich um das Equipment und den passenden Lichtaufbau. In der Postproduktion wirken sie an der Materialauswertung mit, bearbeiten das Filmmaterial und kontrollieren die fertige Endfassung. Gearbeitet wird dabei in Film- und Fernsehstudios, bei Außendreharbeiten in Gebäuden oder im Freien sowie im Schneideraum für die Nachbearbeitung.

Ausbildung

Kameramann ist kein anerkannter dualer Ausbildungsberuf. Laut BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit handelt es sich um einen Aus- bzw. Weiterbildungsberuf: Die Qualifizierung erfolgt als schulische Aus- oder Weiterbildung an unterschiedlichen Bildungseinrichtungen, die durch die Industrie- und Handelskammern oder intern geregelt ist. Einen inhaltlich verwandten, staatlich anerkannten dualen Ausbildungsberuf gibt es mit dem oder der Mediengestalter/in Bild und Ton – diese Ausbildung dauert drei Jahre und endet mit einer IHK-Abschlussprüfung.

Schaubild: Kameramann/-frau

Regelungen der Ausbildung / Ablauf

Die Inhalte legt die jeweilige Bildungseinrichtung fest; sie sind daher nicht einheitlich. Theorie und Praxis werden dabei stets verbunden – gerade bei einer so praktisch geprägten Tätigkeit ist die gestalterische und handwerkliche Anwendung besonders wichtig. Vermittelt werden unter anderem Inhalte aus diesen Bereichen:

Voraussetzungen

Rechtlich ist keine bestimmte Vorbildung vorgeschrieben; die Bildungseinrichtungen legen ihre Zugangskriterien selbst fest. Für die Zulassung zu einer Weiterbildungsprüfung werden in der Regel mindestens ein mittlerer Bildungsabschluss, ein Abschluss in einem anerkannten Ausbildungsberuf sowie einschlägige Berufspraxis vorausgesetzt. Eine gestalterische Ader und technisches Verständnis sind von Vorteil.

Dauer

Eine einheitliche Ausbildungsdauer gibt es nicht: Sie richtet sich nach dem jeweiligen Bildungsangebot und der Unterrichtszeit in Voll- oder Teilzeit.

Abschluss

Der Abschluss hängt von der Bildungseinrichtung ab. Erworben wird meist ein institutsinternes Zertifikat oder – bei entsprechenden Angeboten – ein IHK-Abschluss über eine Weiterbildungsprüfung. Die Prüfung besteht häufig aus einem theoretischen Teil und einer praktischen Arbeit, etwa einer eigenen kleinen Produktion. Während der Aus- oder Weiterbildung wird keine Vergütung gezahlt; je nach Anbieter können Lehrgangs- und Prüfungsgebühren anfallen. In einem Praktikum oder Volontariat ist dagegen eine Vergütung möglich.

Ausblick nach der Ausbildung

Nach dem Abschluss ist eine Tätigkeit als Kameramann im In- und Ausland möglich. Kameraleute arbeiten häufig selbstständig, da sie meist für einzelne Produktionen und einen begrenzten Zeitraum gebucht werden. Daneben gibt es Produktionsfirmen und Fernsehanstalten, die Kameraleute fest anstellen.

Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten

Statt oder nach einer Ausbildung führt ein weiterer Weg über ein Studium an einer Film- oder Kunsthochschule, etwa im Bereich Kamera und Bildgestaltung; es schließt in der Regel mit einem Bachelor ab.

Für die Arbeit im internationalen Umfeld sind Sprachkenntnisse wichtig. Neben Englisch können je nach Einsatzort weitere Sprachen gefragt sein – entsprechende Sprachkurse bieten sich daher an.

Auch die eingesetzte Technik entwickelt sich ständig weiter. Wer in der Postproduktion arbeitet, sollte die gängigen Schnitt- und Bearbeitungsprogramme beherrschen und sich bei neuer Hard- und Software auf dem Laufenden halten.

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Häufig gestellte Fragen

Ist Kameramann ein anerkannter Ausbildungsberuf?

Nein. Kameramann ist kein anerkannter dualer Ausbildungsberuf, sondern ein Aus- bzw. Weiterbildungsberuf. Die Qualifizierung läuft schulisch an Bildungseinrichtungen, die durch die IHK oder intern geregelt sind. Ein inhaltlich verwandter anerkannter dualer Ausbildungsberuf ist Mediengestalter/in Bild und Ton.

Wie lange dauert die Ausbildung zum Kameramann?

Eine feste Dauer gibt es nicht. Sie hängt vom jeweiligen Bildungsangebot und davon ab, ob in Voll- oder Teilzeit gelernt wird.

Welchen Abschluss erhält man nach der Ausbildung zum Kameramann?

Je nach Anbieter ein institutsinternes Zertifikat oder einen IHK-Abschluss über eine Weiterbildungsprüfung. Über den Studienweg an einer Film- oder Kunsthochschule ist ein Bachelor möglich.

Erhält man während der Ausbildung zum Kameramann eine Vergütung?

Nein. Während der schulischen Aus- oder Weiterbildung wird keine Vergütung gezahlt; je nach Anbieter können Lehrgangs- und Prüfungsgebühren anfallen. In einem Praktikum oder Volontariat ist eine Vergütung möglich.

Ist ein Studium für die Arbeit als Kameramann notwendig?

Nein, ein Studium ist nicht zwingend. Neben dem Studium an einer Film- oder Kunsthochschule führen auch eine schulische Aus- oder Weiterbildung sowie der Einstieg über eine Kameraassistenz in den Beruf.