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Berufsbild des Schlossers
Der Berufsalltag eines Schlossers dreht sich um die Verarbeitung unterschiedlichster Metalle. Je nach gewählter Fachrichtung entstehen daraus ganz verschiedene Konstruktionen, zum Beispiel:
- Treppen, Überdachungen, Schutzgitter, Schlösser oder Zäune
- filigranere Arbeiten wie Kerzenleuchter, Nachbauten von Rüstungen, verzierte Gartenzäune sowie Deko-Elemente für Haus und Garten
- Bauteile für die Fahrzeugindustrie, etwa Karosserien oder Fahrwerke
„Schlosser“ ist dabei vor allem die umgangssprachliche Bezeichnung. Mit der Neuordnung der Metallhandwerksberufe 1989 wurde die Berufsbezeichnung „Schlosser“ offiziell durch Metallbauer ersetzt; das traditionelle Schmiedehandwerk ging im gleichen Zuge im neuen Berufsbild auf. Wer heute „Schlosser“ lernt, wird also als Metallbauer ausgebildet.
Ausbildung zum Schlosser bzw. Metallbauer
Schlosser bzw. Metallbauer ist ein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf.
Regelung und Ablauf der Ausbildung
Die Ausbildung verläuft dual: Ein Teil findet im Ausbildungsbetrieb statt, der andere in der Berufsschule. Für den schulischen Teil sind zwei Modelle üblich:
- Blockunterricht: Auf mehrere Wochen im Betrieb folgen einige Wochen am Stück in der Berufsschule.
- Teilzeitunterricht: Der Unterricht findet wöchentlich an festen Berufsschultagen statt, die übrigen Tage arbeiten die Auszubildenden im Betrieb.
Eine formale Mindestanforderung an den Schulabschluss gibt es nicht. In der Praxis erwarten viele Betriebe jedoch mindestens den Hauptschulabschluss, andere bevorzugen Bewerber mit mittlerer Reife.
Die Arbeit als Metallbauer ist körperlich fordernd, ein Mindestmaß an Fitness gehört also dazu. Darüber hinaus sind vor allem gefragt:
- Freude am handwerklichen Arbeiten
- Interesse an und Begabung für Mathematik und Physik
- Genauigkeit und Teamfähigkeit
Das Berufsbild wird in drei Fachrichtungen angeboten, für die man sich zu Beginn der Ausbildung entscheidet:
- Konstruktionstechnik: Hier entstehen die unterschiedlichsten Metallkonstruktionen, etwa Tore, Gitter, Geländer oder Stahlbauteile.
- Metallgestaltung: Anders als in der Konstruktionstechnik entstehen hier häufig individuell nach Kundenwunsch gefertigte Stücke – oft gestalterisch anspruchsvolle Einzelanfertigungen.
- Nutzfahrzeugbau: In dieser Fachrichtung werden Aufbauten und Bauteile für Nutzfahrzeuge gefertigt und instand gesetzt.
Dauer der Ausbildung
Die Ausbildung zum Schlosser bzw. Metallbauer dauert 3,5 Jahre.
Abschluss der Ausbildung
Die Gesellenprüfung ist als gestreckte Gesellenprüfung in zwei zeitlich getrennten Teilen aufgebaut. Teil 1 findet vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres statt und geht mit 30 Prozent in das Gesamtergebnis ein. Ab dem dritten Jahr vertiefen die Auszubildenden ihre gewählte Fachrichtung. Teil 2 folgt am Ende der Ausbildung und zählt 70 Prozent. Wer beide Teile besteht, ist Metallbauer in der entsprechenden Fachrichtung.
Perspektive nach der Ausbildung
Das Berufsbild des Metallbauers ist in allen Fachrichtungen vielseitig. Fachkräfte im Metallhandwerk sind gefragt, sodass die Aussichten auf eine Anstellung nach der Ausbildung in der Regel gut sind. Wie gut die Chancen konkret ausfallen, hängt unter anderem von Region, Fachrichtung und Betrieb ab.
Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten
Die Weiterbildungsmöglichkeiten sind so vielfältig wie der Beruf selbst. Zum Beispiel:
- Spezialisierung im eigenen Tätigkeitsfeld, um zur gefragten Fachkraft in einem bestimmten Bereich zu werden.
- Fortbildung zum Techniker, um stärker in Planung und Überwachung von Konstruktionen einzusteigen.
- Fortbildung zum Betriebs- oder Fachwirt, die neben dem Handwerk auch die kaufmännische Seite abdeckt.
- Die Meisterprüfung öffnet den Weg in die Selbstständigkeit und zur eigenen Ausbildungsbefugnis.
- Ein anschließendes Studium ist bei entsprechender Hochschulzugangsberechtigung ebenfalls möglich.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Schlosser und Metallbauer?
„Schlosser“ ist die umgangssprachliche Bezeichnung. Offiziell heißt der Ausbildungsberuf seit der Neuordnung der Metallhandwerksberufe 1989 Metallbauer; die früheren Bezeichnungen Schlosser und Schmied gingen darin auf.
Wie lange dauert die Ausbildung?
Die duale Ausbildung zum Metallbauer dauert 3,5 Jahre und schließt mit der Gesellenprüfung ab.
Welcher Schulabschluss und welche Fächer sind wichtig?
Ein bestimmter Schulabschluss ist rechtlich nicht vorgeschrieben; viele Betriebe erwarten aber mindestens einen Hauptschulabschluss. Hilfreich sind Interesse und gute Kenntnisse in Mathematik, Physik und im technisch-handwerklichen Bereich sowie handwerkliches Geschick.
Welche Fachrichtungen gibt es und welche passt zu mir?
Es gibt drei Fachrichtungen: Konstruktionstechnik, Metallgestaltung und Nutzfahrzeugbau. Eine pauschal „beste“ Fachrichtung gibt es nicht – die Wahl hängt von den eigenen Interessen (etwa Konstruktionen und Bauteile, gestalterisches Arbeiten oder Fahrzeugtechnik) und vom Angebot der Ausbildungsbetriebe in der Region ab.













