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Eismacher ist die umgangssprachliche Bezeichnung für die Fachkraft für Speiseeis – so hieß der Handwerksberuf offiziell. Wer ihn erlernt hat, stellt Speiseeis her und kennt zugleich den Betrieb einer Eisdiele oder eines Eiscafés von der Rohstoffauswahl bis zur Kasse.
Das Berufsbild des Eismachers
Die Arbeit in einer klassischen Eisdiele umfasst mehr als das Herstellen von hausgemachtem Speiseeis. Zum Sortiment gehören häufig auch kleine Speisen wie Waffeln, Kuchen oder Sandwiches, deren Qualität gleichbleibend gut sein soll. Dazu kommt der Gastronomiealltag mit Kundenkontakt und freundlicher Bedienung, oft unter Zeitdruck.
Neben der eigentlichen Eisherstellung deckte die Ausbildung weitere Themenfelder ab:
- Service und Kundenumgang in der Gastronomie
- Hygiene und Hygienevorschriften
- Bedienung der technischen Maschinen zur Eisherstellung
- Umgang mit Rohstoffen und deren Lagerung
- Organisation, Planung und Betriebsführung
- Grundlagen von Rechtslehre, Buchhaltung und Personalführung
So verbindet der Beruf handwerkliches Können mit kaufmännischem und organisatorischem Wissen.
Ablauf der Ausbildung zur Fachkraft für Speiseeis
Die Fachkraft für Speiseeis war ein anerkannter dualer Ausbildungsberuf im Handwerk: Die praktische Ausbildung fand im Betrieb statt, die theoretischen Grundlagen wurden in der Berufsschule vermittelt – von der Eiszubereitung über die Entwicklung eigener Kreationen bis zu Betriebsführung und Hygienestandards.
Weil nur wenige Betriebe in diesem Nischenberuf ausbildeten, kamen eigene Eismacher-Klassen selten zustande. In den ersten beiden Ausbildungsjahren wurden die angehenden Eismacher deshalb gemeinsam mit anderen Auszubildenden des Gastgewerbes beschult; erst danach folgte die Spezialisierung auf die Speiseeisherstellung. Eine eigene, bundesweit belegte Fachklasse war zuletzt in Mannheim angesiedelt.
Dauer der Ausbildung
Die Ausbildung dauerte drei Jahre. Wer bereits eine Ausbildung zum Konditor oder zur Fachkraft im Gastgewerbe abgeschlossen hatte, konnte sich diese Zeit anrechnen lassen.
Aktueller Status des Ausbildungsberufs
Wichtig zu wissen: Die zugrunde liegende Ausbildungsordnung (Speiseeisfachkraftausbildungsverordnung, EisAusbV) trat am 1. August 2014 in Kraft und lief mit Ablauf des 31. Juli 2019 aus. Sie hatte die Erprobungsverordnung „Speiseeishersteller/-in“ von 2008 abgelöst. Seither werden keine neuen Ausbildungsverträge zur Fachkraft für Speiseeis mehr geschlossen. Wer heute in die Speiseeisherstellung einsteigen möchte, geht in der Regel den Weg über verwandte Berufe wie Konditor/-in oder Fachkraft im Gastgewerbe und spezialisiert sich anschließend.
Abschluss und berufliche Perspektiven
Der Abschluss erfolgte mit der Gesellenprüfung vor der zuständigen Handwerkskammer. Danach standen mehrere Wege offen: der Meister im Konditoren-, Restaurant- oder Hotelfach ebenso wie – mit Fachhochschulreife – ein Studium der Lebensmitteltechnologie.
Auch ohne weitere Qualifikation gibt es Einsatzfelder, etwa in:
- Unternehmen der industriellen Eisfertigung
- Eisdielen und Eiscafés
- hoteleigenen Patisserien
- Konditoreien
- der gehobenen Gastronomie
Wer sich selbstständig macht, kann neben dem klassischen Eiscafé auch ein Eislabor betreiben und eigene Kreationen entwickeln und vermarkten. Die Interessen der Branche werden über die Handwerksorganisationen vertreten, etwa die Konditoren-Innungen und den Zentralverband des Deutschen Handwerks.
Häufig gestellte Fragen
Wie lange dauerte die Ausbildung zur Fachkraft für Speiseeis?
Die duale Ausbildung im Handwerk dauerte drei Jahre. Eine bereits abgeschlossene Ausbildung als Konditor/-in oder Fachkraft im Gastgewerbe konnte angerechnet werden und die Ausbildungszeit verkürzen.
Kann man die Ausbildung zur Fachkraft für Speiseeis heute noch beginnen?
Nein. Die Ausbildungsordnung lief zum 31. Juli 2019 aus; neue Ausbildungsverträge zur Fachkraft für Speiseeis werden seither nicht mehr geschlossen. Der Einstieg in die Speiseeisherstellung führt heute meist über verwandte Berufe wie Konditor/-in oder Fachkraft im Gastgewerbe.
Wo fand die Berufsschule statt?
Die praktische Ausbildung lief im Betrieb, die Theorie in der Berufsschule. In den ersten beiden Jahren wurden angehende Eismacher gemeinsam mit Auszubildenden des Gastgewerbes unterrichtet; eine eigene, bundesweit belegte Fachklasse war zuletzt in Mannheim angesiedelt.
Welche Weiterbildungen waren nach der Ausbildung möglich?
Möglich waren unter anderem der Meister im Konditoren-, Restaurant- oder Hotelfach. Mit Fachhochschulreife kam zudem ein Studium der Lebensmitteltechnologie infrage.
Weiterführender Link: Süddeutsche Zeitung: Fachkraft für Speiseeis – von Beruf Eismacher













