Die 10 beliebtesten Ausbildungsberufe im Handwerk

Im Handwerk entsteht am Ende des Tages ein sichtbares Ergebnis – etwas, das man mit den eigenen Händen geschaffen hat. Das ist für viele Schulabgängerinnen und Schulabgänger ein wichtiger Grund, sich für eine Ausbildung im Handwerk zu entscheiden. Dieser Beitrag stellt zehn der gefragtesten Ausbildungsberufe im Handwerk vor – mit den wichtigsten Aufgaben und der jeweiligen Ausbildungsdauer.

Handwerker Sägen
Bildquelle: Werkzeug-ABC.de

Wie beliebt ein Ausbildungsberuf ist, lässt sich an den neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen ablesen, die das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) und der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) jährlich auswerten. Nach diesen Zahlen ist der Beruf des Kraftfahrzeugmechatronikers seit Jahren der klare Favorit im Handwerk. Die folgende Auswahl zeigt zehn besonders stark besetzte Handwerksberufe.

Schaubild: Beliebteste Handwerksberufe

Kraftfahrzeugmechatroniker/in

Im Ausbildungsberuf Kraftfahrzeugmechatroniker/in dreht sich alles ums Fahrzeug – von Motor und Bremsen über Fahrwerk und Elektronik bis zu modernen Assistenz- und Hochvoltsystemen. Kfz-Mechatroniker/innen warten und reparieren Fahrzeuge, stellen Fehler mit Mess- und Prüfgeräten fest und rüsten Zubehör nach. Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre und wird in einem von mehreren Schwerpunkten vertieft, etwa Personenkraftwagen-, Nutzfahrzeug-, Motorrad-, Karosserie- oder System- und Hochvolttechnik.

Elektroniker/in

Elektroniker/innen im Handwerk arbeiten mit Strom und Spannung: Sie installieren, warten und reparieren elektrische Anlagen und Systeme. Den Beruf gibt es in zwei Fachrichtungen – Energie- und Gebäudetechnik sowie Automatisierungs- und Systemtechnik. Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre.

Anlagenmechaniker/in für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik

Anlagenmechaniker/innen für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik sorgen dafür, dass Gebäude zuverlässig mit Wasser, Wärme und frischer Luft versorgt werden. Sie installieren und warten Sanitäranlagen, Heizungen und Lüftungssysteme – zunehmend auch energieeffiziente und vernetzte Technik. Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre.

Friseur/in

Friseurinnen und Friseure schneiden und pflegen Haare, beraten zu Typ und Frisur und setzen die Persönlichkeit ihrer Kundschaft in Szene. Sie beherrschen Schnitt-, Föhn- und Färbetechniken und kennen aktuelle Trends. Die Ausbildung dauert drei Jahre.

Tischler/in

Tischlerinnen und Tischler verarbeiten vor allem Holz und Holzwerkstoffe – zu Möbeln, Fenstern, Türen, Treppen und vielem mehr. Neben handwerklichem Geschick ist Gestaltungsfreude gefragt, wenn Kundenwünsche kreativ umgesetzt werden sollen; moderne Betriebe arbeiten dabei häufig mit CNC-Maschinen. Die Ausbildung dauert drei Jahre.

Maler/in und Lackierer/in

Malerinnen und Lackierer gestalten, beschichten und schützen Oberflächen – von Wänden und Fassaden bis zu einzelnen Bauteilen. Den Beruf gibt es in mehreren Fachrichtungen, etwa Gestaltung und Instandhaltung, Bauten- und Korrosionsschutz oder Kirchenmalerei und Denkmalpflege. Die Ausbildung dauert drei Jahre.

Fachverkäufer/in im Lebensmittelhandwerk

Fachverkäufer/innen im Lebensmittelhandwerk präsentieren Waren ansprechend, beraten die Kundschaft und verkaufen. Die Ausbildung ist in den Schwerpunkten Bäckerei, Konditorei und Fleischerei möglich und dauert drei Jahre.

Metallbauer/in

Bei Metallbauerinnen und Metallbauern dreht sich alles um den Werkstoff Metall. Den Beruf gibt es in drei Fachrichtungen: Konstruktionstechnik, Metallgestaltung und Nutzfahrzeugbau. Dabei wird moderne Technik mit anspruchsvollen Fertigungsverfahren kombiniert. Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre.

Zimmerer/Zimmerin

Zimmerinnen und Zimmerer arbeiten überwiegend mit Holz. Sie entwerfen und errichten Holzkonstruktionen für Dächer, Decken und Wände, sanieren Fachwerkhäuser und übernehmen Modernisierungen. Die Ausbildung dauert drei Jahre.

Maurer/in

Maurerinnen und Maurer errichten Wände, Decken und Baukörper und sind über die gesamte Rohbauphase im Einsatz – von der Einrichtung und Planung der Baustelle über das Mauern bis zum Abdichten von Bauteilen. Die Ausbildung dauert drei Jahre.

Neben diesen zehn Berufen gibt es viele weitere Ausbildungsberufe im Handwerk mit vielfältigen Aufgaben. Je nach Interessen und Stärken findet sich für fast jeden ein passender Beruf.

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Digitalisierung im Handwerk

Auch das Handwerk verändert sich durch die Digitalisierung. Tischlereien und Metallbaubetriebe fertigen Bauteile mit CNC-gesteuerten Maschinen und CAD-Software, in Bau und Produktentwicklung kommt zunehmend 3D-Druck zum Einsatz. Elektro- und SHK-Betriebe installieren vernetzte Smart-Home- und Gebäudeautomationssysteme, und viele Anlagen lassen sich digital steuern und warten. Die klassischen Tätigkeiten bleiben bestehen, werden aber durch digitale Werkzeuge ergänzt – das macht Abläufe oft präziser und effizienter.

Häufig gestellte Fragen

Welche Ausbildungsberufe im Handwerk sind aktuell am beliebtesten?

Gemessen an den neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen ist der Kraftfahrzeugmechatroniker/die Kraftfahrzeugmechatronikerin seit Jahren der klare Favorit im Handwerk. Ebenfalls stark nachgefragt sind unter anderem Elektroniker/in, Anlagenmechaniker/in für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, Friseur/in, Tischler/in, Maler/in und Lackierer/in, Metallbauer/in sowie Zimmerer/Zimmerin und Maurer/in.

Wie lange dauert eine Ausbildung im Handwerk in der Regel?

Die meisten Handwerksausbildungen dauern drei bis dreieinhalb Jahre. Drei Jahre sind es zum Beispiel bei Friseur/in, Tischler/in, Maler/in und Lackierer/in, Maurer/in und Zimmerer/Zimmerin; dreieinhalb Jahre etwa bei Kraftfahrzeugmechatroniker/in, Elektroniker/in, Anlagenmechaniker/in für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik und Metallbauer/in. Auf Antrag lässt sich die Ausbildung verkürzen oder verlängern.

Welche Voraussetzungen braucht man für eine Handwerksausbildung?

Rechtlich ist für eine Handwerksausbildung kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben – teils ist eine Ausbildung sogar ohne Schulabschluss möglich. In der Praxis stellen viele Betriebe Bewerberinnen und Bewerber mit Haupt- oder Realschulabschluss ein. Wichtiger als die Note sind oft handwerkliches Geschick, Zuverlässigkeit und echtes Interesse am Beruf.

Wie verändert die Digitalisierung klassische Handwerksberufe?

Digitale Technik hält in vielen Gewerken Einzug: CNC-Maschinen und CAD-Software in Tischlerei und Metallbau, 3D-Druck in Bau und Produktentwicklung, vernetzte Smart-Home- und Gebäudeautomationssysteme in Elektro- und SHK-Betrieben. Die klassischen Tätigkeiten bleiben bestehen, werden aber durch digitale Werkzeuge ergänzt – das macht Abläufe häufig präziser und effizienter.