Zimmerer – Aufgaben, Ausbildung und Weiterbildung

Zimmerer bei der Montage einer Holzkonstruktion auf einer Baustelle
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Ein Zimmerer stellt Bauteile und Bauwerke aus Holz her, montiert sie und setzt sie instand. Zu den klassischen Arbeiten zählen Dachstühle, Holz- und Fertighäuser, Fachwerkkonstruktionen, Treppen, Innenausbauten sowie Betonschalungen aus Holz. Neben Holz werden dabei auch weitere Werkstoffe verarbeitet.

Was macht ein Zimmerer?

Zu den Werkzeugen und Geräten gehören unter anderem Hobel und Sägen, Bohrmaschinen und Nagelschussgeräte. Je nach Einsatzgebiet kommen das Sanieren historischer Gebäude oder das Renovieren von Innenausbauten aus Holz hinzu. Beschäftigt sind Zimmerer vor allem in Zimmerei- und Holzbaubetrieben sowie im Hochbau. Auf der Baustelle montieren sie die Holzteile auf Grundlage eines Bauplans.

Ausbildung zum Zimmerer

Die Ausbildung zum Zimmerer ist eine duale Ausbildung im Betrieb und in der Berufsschule und dauert in der Regel drei Jahre; sie kann unter bestimmten Voraussetzungen verkürzt werden. Absolvieren lässt sie sich sowohl im Handwerk als auch in der Industrie. Sie beruht auf dem Berufsbildungsgesetz (BBiG), der Handwerksordnung (HwO) und der Verordnung über die Berufsausbildung in der Bauwirtschaft. Zimmerer ist ein zulassungspflichtiges Handwerk (Anlage A der Handwerksordnung).

Im ersten Ausbildungsjahr stehen die berufliche Grundbildung und die gemeinsamen Grundlagen der Bauberufe im Vordergrund: Auszubildende lernen Baugeräte, Baumaschinen und Werkzeuge kennen, üben das Anfertigen und Lesen von Skizzen, das Herstellen von Mörtel-, Beton- und Putzmischungen sowie das Ausheben von Baugruben und das Erstellen von Schalungen. Im zweiten Jahr folgt die fachliche Vertiefung, etwa zu Ausbau-, Dämm- und Sperrstoffen gegen Kälte, Feuchtigkeit und Schall sowie zum Berechnen des Baustoffbedarfs. Im dritten Jahr kommen das Herstellen von Dach- und Deckenkonstruktionen, das Aufstellen von Gerüsten und das Aufschnüren von Knotenpunkten hinzu.

Schaubild: Zimmerer/in

Die Prüfungsstruktur hat sich zum 1. August 2026 geändert: Mit der neuen Ausbildungsordnung für die Bauberufe wurde für die dreijährigen Berufe – darunter der Zimmerer – die gestreckte Gesellen- beziehungsweise Abschlussprüfung eingeführt. Die klassische Zwischenprüfung entfällt. Stattdessen legen die Auszubildenden nach rund zwei Jahren einen ersten Prüfungsteil ab, der mit 40 Prozent in die Gesamtnote eingeht; der zweite Teil folgt am Ende der Ausbildung. Geprüft wird weiterhin schriftlich und praktisch, mit Fachgebieten wie Wirtschafts- und Sozialkunde, Bauteilen und Holzkonstruktionen; zusätzlich legt die Reform mehr Gewicht auf Nachhaltigkeit, Digitalisierung sowie Arbeits- und Gesundheitsschutz. Für Ausbildungsverhältnisse, die vor dem 1. August 2026 begonnen haben, gelten die bisherigen Regelungen weiter.

Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauert die Ausbildung zum Zimmerer?

In der Regel drei Jahre. Sie findet dual im Betrieb und in der Berufsschule statt und kann unter bestimmten Voraussetzungen – etwa bei einschlägiger Vorbildung oder sehr guten Leistungen – verkürzt werden.

Welche Voraussetzungen braucht man für die Ausbildung zum Zimmerer?

Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben; Betriebe stellen überwiegend mit Hauptschul- oder Realschulabschluss ein. Wichtig sind körperliche Fitness, handwerkliches Geschick sowie sorgfältiges und präzises Arbeiten, da Zimmerer häufig auf Dächern, Gerüsten und Baustellen tätig sind.

Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung zum Zimmerer?

Nach der Gesellenprüfung ist die Weiterbildung zum Zimmerermeister (Meisterbrief, auch als Bachelor Professional bezeichnet) der klassische Weg; sie ist für die selbstständige Betriebsführung erforderlich. Möglich sind außerdem Fortbildungen zum Restaurator im Zimmerer-Handwerk, zum Gebäudeenergieberater, zum Polier oder Techniker. Der Meisterbrief eröffnet zudem den Zugang zu einem Studium, etwa im Holz- oder Bauingenieurwesen.

Was ändert sich mit der neuen Ausbildungsordnung ab August 2026?

Für die Bauberufe gilt seit dem 1. August 2026 eine modernisierte Ausbildungsordnung. Bei den dreijährigen Berufen wie dem Zimmerer ersetzt eine gestreckte Gesellen- beziehungsweise Abschlussprüfung die frühere Zwischenprüfung; zudem erhalten Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Arbeitsschutz mehr Gewicht.