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Die Berufsbezeichnung Weintechnologe/-technologin löste 2013 die frühere Bezeichnung Weinküfer/-in ab. Mit der neuen Ausbildungsordnung wurde das Berufsbild an die veränderten Erzeugnisse und Herstellungsverfahren in Kellereien und Weingütern angepasst.
Im Gegensatz zu Winzerinnen und Winzern, die sich sowohl um den landwirtschaftlichen Weinbau im Außenbetrieb als auch um die Kellerwirtschaft kümmern, arbeiten Weintechnologinnen und Weintechnologen vor allem in der Kellerwirtschaft: von der Traubenannahme und der Qualitätsprüfung des Leseguts über die Verarbeitung zu Traubensaft, Wein oder Sekt bis zur Abfüllung und Etikettierung. Zu den ersten Schritten der Weinbereitung gehören das Keltern der Trauben und die Vorklärung des Mostes, um Trubstoffe und Fremdkörper zu entfernen. Weitere mögliche Maßnahmen sind das Anreichern oder das Entsäuern des Mostes. Ein Schwerpunkt liegt auf der Gärführung: In der modernen Kellerwirtschaft wird der Most mit Reinzuchthefe versetzt und die Entwicklung des Jungweins in den folgenden Wochen mit kellertechnischen Maßnahmen begleitet.
Interesse und Talent für naturwissenschaftliche Themen sind dabei von Vorteil, zum Beispiel:
- Mathematik: Berechnen von Verschnittmengen, Schönungsmitteln und weiteren Zusatzstoffen
- Chemie: Verständnis der chemischen Abläufe bei der alkoholischen Gärung und der dabei entstehenden Nebenprodukte
- Biologie: Ursachen von Weinfehlern durch mikrobielle Prozesse
- Technik: Bedienen und Warten der kellertechnischen Einrichtungen
- Sensorik: Erkennen von Weinfehlern und Fehltönen
Regelung und Ablauf der Ausbildung
Rechtlich ist keine bestimmte schulische Vorbildung vorgeschrieben; in der Praxis stellen die Betriebe überwiegend Bewerberinnen und Bewerber mit Haupt- oder Realschulabschluss ein. Die Ausbildung erfolgt nach dem in Deutschland üblichen dualen Prinzip: Die Theorie wird in der Berufsschule vermittelt, die Praxis im Ausbildungsbetrieb.
Nach der Ausbildungsverordnung sollen unter anderem folgende Fertigkeiten so vermittelt werden, dass die Auszubildenden ihre Aufgaben selbstständig planen und ausführen können:
- Annehmen von Trauben, Maische, Most und Wein und deren Verarbeitung
- Steuern der alkoholischen Gärung sowie Behandeln und Ausbauen von Jungwein und Wein mit önologischen Verfahren
- Durchführen von Analysen und sensorischen Bewertungen
- Abfüllen, Lagern, Vorstellen und Vermarkten der Erzeugnisse
- Dokumentieren wichtiger Vorgänge, etwa die Kellerbuchführung, mit Informations- und Kommunikationstechnik
Hinzu kommen übergreifende Themen wie Arbeits- und Tarifrecht, Aufbau und Organisation des Ausbildungsbetriebes sowie Sicherheit, Gesundheits- und Umweltschutz. Zum Ende des zweiten Ausbildungsjahres findet eine Zwischenprüfung statt, am Ende des dritten Ausbildungsjahres die Abschluss- bzw. Gesellenprüfung.
Dauer der Ausbildung
Die staatlich anerkannte Ausbildung zum Weintechnologen bzw. zur Weintechnologin dauert drei Jahre. Ergänzt wird sie durch Praktika, etwa in einem Weinlabor oder in überbetrieblichen Ausbildungsstätten.
Nach der Ausbildung: Einsatzgebiete
Weintechnologinnen und Weintechnologen haben viele Einsatzmöglichkeiten. Sie arbeiten in kleinen Weingütern, großen Weinbaubetrieben, Wein- und Sektkellereien, Winzergenossenschaften, Weinlaboren, reinen Abfüllbetrieben, Lehr- und Versuchsanstalten sowie in der Getränkeindustrie. Auch der Weg in die Selbstständigkeit, etwa als Weinhändler/-in, ist möglich.
Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten
Typische Weiterbildungen sind die Fortbildung zum Techniker oder zur Technikerin, zum Meister oder zur Meisterin sowie – bei entsprechenden schulischen Voraussetzungen – ein Studium des Weinbaus und der Oenologie oder der Getränketechnologie.
Die Meisterausbildung lässt sich in Vollzeit oder berufsbegleitend in Teilzeit absolvieren und schließt mit der Meisterprüfung ab. Die Fortbildung zum staatlich geprüften Techniker für Weinbau und Oenologie an einer Fachschule dauert in Vollzeit zwei Jahre (vier Semester). Ein Studium – etwa Weinbau und Oenologie – schließt nach mindestens sechs Semestern mit dem Bachelor of Science (B. Sc.) ab; darauf kann ein Masterstudium (M. Sc.) folgen. Es qualifiziert für vielfältige Aufgaben in der nationalen und internationalen Wein- und Getränkewirtschaft, auch in leitenden Positionen.
Häufig gestellte Fragen
Wie lange dauert die Ausbildung zum Weintechnologen?
Die duale Ausbildung dauert drei Jahre. Zum Ende des zweiten Ausbildungsjahres findet eine Zwischenprüfung statt, am Ende des dritten Jahres die Abschlussprüfung.
Welchen Schulabschluss braucht man für die Ausbildung zum Weintechnologen?
Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis stellen die Betriebe überwiegend Bewerberinnen und Bewerber mit Haupt- oder Realschulabschluss ein.
Worin unterscheidet sich der Weintechnologe vom Winzer?
Winzerinnen und Winzer betreuen den Weinbau im Weinberg und die Kellerwirtschaft. Weintechnologinnen und Weintechnologen arbeiten dagegen schwerpunktmäßig im Keller – von der Traubenannahme über die Gärführung bis zur Abfüllung.
Welche Weiterbildungen gibt es nach der Ausbildung?
Möglich sind die Fortbildung zum Techniker (zwei Jahre Vollzeit) oder zum Meister sowie ein Studium des Weinbaus und der Oenologie, das nach mindestens sechs Semestern mit dem Bachelor of Science abschließt.













