Brautechniker: Aufgaben, Ausbildung und Perspektiven

Beitragsbild: mit KI erstellt (Symbolbild)

Der Brautechniker arbeitet in der Getränkeherstellung und ist vor allem für das Brauen von Bier zuständig, daneben auch für alkoholfreie Getränke wie Limonaden, Fruchtsäfte oder Mineralwasser. Wichtig zur Einordnung: „Brautechniker“ ist keine offizielle deutsche Berufsbezeichnung. In Deutschland heißt der anerkannte Ausbildungsberuf Brauer und Mälzer; in Österreich ist es der Lehrberuf Brau- und Getränketechnik (früher „Brau- und Getränketechniker“). Umgangssprachlich wird „Brautechniker“ für beide verwendet.

Zu den Aufgaben gehören die Verarbeitung von Braugerste, Malz und Hopfen zur Bierwürze, das Steuern und Überwachen der computergesteuerten Produktionsanlagen sowie deren Wartung und Reinigung. Wer sich für Chemie, Mikrobiologie und Technik interessiert und gern handwerklich-technisch arbeitet, findet hier ein vielseitiges Berufsfeld.

Schaubild: Bierherstellung

Was macht ein Brautechniker?

Brautechniker begleiten die Bierherstellung von den Rohstoffen bis zum abgefüllten Produkt. Sie bereiten die Grundstoffe auf – etwa die Umwandlung von Gerste zu Malz –, gewinnen aus Malz und Hopfen die Bierwürze, steuern Gärung und Reifung und füllen das fertige Bier in Flaschen, Dosen oder Fässer ab. Neben Bier stellen viele Betriebe auch alkoholfreie Getränke her.

Ein zentraler Teil der Arbeit ist die Qualitätssicherung: Brautechniker entnehmen regelmäßig Proben, prüfen sie im Labor und überwachen jeden Schritt, damit Geschmack und Qualität gleichbleiben. Ebenso gehören Hygiene, Wartung und Instandhaltung der Anlagen zu ihren Aufgaben, damit die Produktion störungsfrei läuft.

Brautechniker
Bild: mit KI erstellt (Symbolbild)
Tätigkeitsbereich Beschreibung
Rohstoffaufbereitung Gerste zu Malz verarbeiten, Rohstoffe reinigen und lagern
Würzeherstellung Aus Malz und Hopfen die Bierwürze gewinnen (Maischen, Läutern, Kochen)
Gärung und Reifung Gär- und Lagerprozesse steuern und überwachen
Abfüllung Fertiges Getränk in Flaschen, Dosen oder Fässer abfüllen
Qualitätskontrolle Proben nehmen, im Labor prüfen, Standards sichern
Wartung und Hygiene Anlagen reinigen, warten und instand halten

Ausbildung zum Brautechniker

Die Ausbildung ist dual aufgebaut: Praxis im Ausbildungs- bzw. Lehrbetrieb wird mit Theorie an der Berufsschule kombiniert. In Deutschland dauert die Ausbildung zum Brauer und Mälzer in der Regel drei Jahre, in Österreich beträgt die Lehrzeit im Lehrberuf Brau- und Getränketechnik ebenfalls drei Jahre. Der Berufsschulunterricht findet häufig als Blockunterricht in überregionalen Fachklassen statt; in Österreich ist die Berufsschule am Österreichischen Getränkeinstitut in Klosterneuburg angesiedelt.

Inhaltlich vermittelt die Ausbildung Grundlagen aus Chemie, Mikrobiologie, Botanik, Analytik, Hygiene und Umweltschutz sowie den praktischen Umgang mit den Produktionsanlagen. So lernen angehende Brautechniker, den gesamten Brauprozess zu verstehen und zu steuern.

Voraussetzungen

Rechtlich ist keine bestimmte schulische Vorbildung vorgeschrieben. In der Praxis stellen Betriebe überwiegend Bewerberinnen und Bewerber mit Haupt- oder Realschulabschluss ein. Nützlich sind Interesse an Naturwissenschaften und Technik, Sorgfalt sowie die Bereitschaft, im Schichtbetrieb und körperlich zu arbeiten.

Während der Ausbildung erhalten Auszubildende bzw. Lehrlinge eine Ausbildungsvergütung. Ihre Höhe richtet sich nach dem jeweiligen Tarif- bzw. Kollektivvertrag und unterscheidet sich je nach Branche, Region und Ausbildungsjahr.

Nach der Ausbildung: Perspektiven und Aufstieg

Brautechniker arbeiten in Brauereien und in der Getränkeindustrie – vom kleinen Handwerksbetrieb bis zur Großbrauerei. Fachkräfte werden auch international gesucht.

Für den Aufstieg gibt es mehrere Wege: die Weiterbildung zum Braumeister über eine Meisterschule mit Meisterprüfung, die Fortbildung zum staatlich geprüften Techniker oder ein Studium. In Deutschland bieten unter anderem die TU München (Weihenstephan) und die TU Berlin Studiengänge im Bereich Brauwesen und Getränketechnologie an; an der TU München ist zudem die Ausbildung zum Diplom-Braumeister möglich.

Wie viel man in dem Beruf verdient, hängt von Qualifikation, Betrieb, Region und Berufserfahrung ab. Einen Anhaltspunkt zu Verdiensten bietet der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit.

Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauert die Ausbildung zum Brautechniker?

In Deutschland dauert die Ausbildung zum Brauer und Mälzer in der Regel drei Jahre, in Österreich beträgt die Lehrzeit im Lehrberuf Brau- und Getränketechnik ebenfalls drei Jahre. Sie ist jeweils dual aufgebaut, also eine Kombination aus Betrieb und Berufsschule.

Welche Voraussetzungen braucht man für die Ausbildung zum Brautechniker?

Eine bestimmte schulische Vorbildung ist rechtlich nicht vorgeschrieben. In der Praxis werden meist Bewerber mit Haupt- oder Realschulabschluss eingestellt. Hilfreich sind Interesse an Chemie, Biologie und Technik sowie Sorgfalt und die Bereitschaft zu Schicht- und körperlicher Arbeit.

Heißt der Beruf in Deutschland und Österreich gleich?

Nein. „Brautechniker“ ist eine umgangssprachliche Bezeichnung. In Deutschland heißt der anerkannte Ausbildungsberuf „Brauer und Mälzer“, in Österreich der Lehrberuf „Brau- und Getränketechnik“ (früher „Brau- und Getränketechniker“). Gemeint ist jeweils die Herstellung von Bier und weiteren Getränken.

Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung?

Möglich sind unter anderem die Weiterbildung zum Braumeister (Meisterschule und Meisterprüfung), die Fortbildung zum staatlich geprüften Techniker oder ein Studium im Bereich Brauwesen und Getränketechnologie, etwa an der TU München (Weihenstephan) oder der TU Berlin.

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