Fliesen-, Platten- und Mosaikleger: Aufgaben, Ausbildung und Weiterbildung

Fliesenleger verlegt Fliesen im Mörtelbett
jackmac34 / Pixabay

Fliesen-, Platten- und Mosaikleger ist ein nach Berufsbildungsgesetz und Handwerksordnung anerkannter Ausbildungsberuf. Die bundesweit einheitlich geregelte Ausbildung dauert drei Jahre und findet im Handwerk statt – im Bau- und Ausbaugewerbe, nicht in Industrie und Handel.

Was Fliesen-, Platten- und Mosaikleger machen

Fliesen-, Platten- und Mosaikleger arbeiten überwiegend in Betrieben des Ausbaugewerbes; einige sind auch bei Herstellern von Natursteinplatten oder im Fassadenbau tätig. Sie verkleiden Wände, Böden und Fassaden mit Platten und Fliesen aus Keramik, Glas sowie Kunst- und Naturstein und beraten Kunden bei der Materialauswahl und bei gestalterischen Fragen.

Vor dem Verlegen bereiten sie den Untergrund vor: Sie bringen ein Mörtelbett an oder ziehen Klebemasse auf, skizzieren Verlegepläne und stellen bei Bedarf Schablonen her. Sie verfugen fertige Beläge, bauen Dämmstoffe für Brand-, Schall-, Kälte- und Wärmeschutz ein und setzen beschädigte Fliesen-, Platten- und Mosaikverkleidungen instand.

Ausbildung zum Fliesen-, Platten- und Mosaikleger

Die Ausbildung dauert regulär drei Jahre und verläuft dual: im Ausbildungsbetrieb und in Blockform an der Berufsschule. Sie gehört zur Stufenausbildung der Bauwirtschaft – nach den ersten beiden Jahren ist der Abschluss zum Ausbaufacharbeiter möglich, im dritten Jahr folgt die Spezialisierung zum Fliesen-, Platten- und Mosaikleger.

Ein bestimmter Schulabschluss ist rechtlich nicht vorgeschrieben; eingestellt werden überwiegend Bewerber mit gutem Hauptschulabschluss oder mittlerem Bildungsabschluss. Gute Noten in Mathematik, Physik und Werken/Technik sind von Vorteil. Angehende Fliesenleger sollten körperlich belastbar, handwerklich geschickt und teamfähig sein. Da sich Baustellen teils im Freien befinden, gehört Arbeiten bei Hitze, Kälte und Nässe dazu.

Weiterbildung und Qualifikation

Fliesen-, Platten- und Mosaikleger können sich in verschiedenen Bereichen spezialisieren, etwa im Aus- und Trockenbau, auf bestimmte Bodenbelagstechniken oder auf das Mosaiklegen. Der klassische Aufstieg führt über die Meisterprüfung zum Fliesen-, Platten- und Mosaiklegermeister. Mit Hochschulzugangsberechtigung ist auch ein Studium im Bauwesen möglich.

Schaubild: Fliesen-, Platten- und Mosaikleger/in

Weitere Aufstiegsweiterbildungen sind zum Beispiel:

  • Geprüfter Polier im Ausbau
  • Staatlich geprüfter Techniker der Fachrichtung Bautechnik, Schwerpunkt Ausbau
  • Staatlich geprüfter Techniker der Fachrichtung Bautechnik, Schwerpunkt Baubetrieb
  • Fachkaufmann in der Handwerkswirtschaft
  • Technischer Fachwirt
  • Werkpolier im Ausbau
  • Ausbilder für anerkannte Ausbildungsberufe
  • Bauingenieur oder Architekt (mit Studium)

Fliesen-, Platten- und Mosaikleger im Vergleich

Sie ebnen Untergründe, ziehen Kleber auf, verlegen Fliesen nach Plan und verfugen Bäder, Böden und Fassaden.

Weg in den Beruf
Duale Ausbildung
Einstieg ohne Abitur
ja
Neue Ausbildungsverträge 2024
903Platz 59 von 184 Ausbildungsberufen, die berufe.eu vorstellt
Frauenanteil bei den Neuen
4 %Mittelwert (Median) dieser Berufe: 20 %
Schulabschluss der Neuen
ohne Abschluss 5 % · Hauptschule 42 % · mittlerer Abschluss 40 % · (Fach-)Abitur 10 % · Ausland 3 %weniger Abiturienten als bei drei von vier Berufen
Abschlussprüfung bestanden
74 %Median: 92 % · Prüfungen 2024: 918
Vorzeitig gelöste Verträge
43 je 100 neue Verträgeeigene Näherung aus Destatis-Zahlen 2024 · Median: 32

Passt der Beruf zu dir?

  • Handwerk & Technik prägend
  • Menschen & Beratung gelegentlich
  • Gestaltung deutlich
  • Zahlen & Organisation gelegentlich
  • Draußen & Natur gelegentlich
  • Körperlicher Einsatz prägend
  • Verantwortung gelegentlich
  • Ungewöhnliche Arbeitszeiten kaum

Passt, wenn du …

  • arbeitet gern millimetergenau
  • hat ein Auge für Muster
  • hält kniendes Arbeiten aus

Eher schwierig, wenn du …

  • hat Knie- oder Rückenprobleme
  • will nicht auf Baustellen

Ähnliche Berufe: Stuckateur · Bootsbauhandwerker · Maler und Lackierer · Parkettleger · Glaser/in

Quellen: Passungsprofil: redaktionelle Bewertung von berufe.eu; Ausbildungszahlen: Statistisches Bundesamt (Destatis), Berufsbildungsstatistik 2024; Ränge, Mediane und Näherungen: eigene Berechnung.

Häufig gestellte Fragen

Welche Voraussetzungen braucht man für die Ausbildung?

Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis stellen Betriebe überwiegend Bewerber mit gutem Hauptschulabschluss oder mittlerem Bildungsabschluss ein. Gute Noten in Mathematik, Physik und Werken/Technik sowie handwerkliches Geschick und körperliche Belastbarkeit sind von Vorteil.

Wie lange dauert die Ausbildung und wie ist sie aufgebaut?

Die Ausbildung dauert drei Jahre und verläuft dual im Betrieb und in der Berufsschule. Sie ist Teil der Stufenausbildung Bau: Nach zwei Jahren kann der Abschluss zum Ausbaufacharbeiter erreicht werden, im dritten Jahr erfolgt die Spezialisierung zum Fliesen-, Platten- und Mosaikleger.

Wie kann man sich nach der Ausbildung weiterbilden?

Nach der Gesellenprüfung ist der Meisterbrief der klassische Weg; er berechtigt zur Betriebsleitung und zum Ausbilden. Alternativ qualifizieren die Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker der Fachrichtung Bautechnik oder – mit Hochschulzugangsberechtigung – ein Studium im Bauwesen für Leitungsaufgaben.

Ist die Arbeit als Fliesenleger körperlich anstrengend?

Ja. Die Tätigkeit erfordert körperliche Belastbarkeit, weil häufig kniend, gebückt oder mit schweren Materialien gearbeitet wird. Da Baustellen teilweise im Freien liegen, kommt Arbeit bei Hitze, Kälte und Nässe hinzu.