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Die Hebamme begleitet Frauen rund um Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett. Anders als oft angenommen, beschränkt sich der Beruf nicht auf die Entbindung selbst: Ein großer Teil der Arbeit liegt in der Betreuung der werdenden Eltern schon während der Schwangerschaft.
Aufgaben einer Hebamme
Hebammen sind Ansprechpartnerinnen in Fragen der Ernährung sowie der medizinischen und sozialen Beratung. Sie bieten Kurse zur Geburtsvorbereitung und Entspannung an und arbeiten mit dem behandelnden Frauenarzt oder der Frauenärztin zusammen. Während der Geburt betreuen sie die Gebärende; bei komplikationslosen Verläufen dürfen sie eigenverantwortlich Geburtshilfe leisten.
Nach der Geburt setzt sich die Betreuung im Wochenbett fort – die Nachsorge für Mutter und Neugeborenes gehört ebenso zum Aufgabenspektrum wie die Unterstützung beim Stillen. Der Beruf bringt hohe körperliche und psychische Belastungen mit sich.
Ausbildung: das duale Hebammenstudium
Wichtig für alle Interessierten: Der Weg in den Beruf hat sich grundlegend geändert. Mit dem Hebammenreformgesetz, das am 1. Januar 2020 in Kraft trat, wurde die frühere dreijährige Fachschulausbildung durch ein duales Studium der Hebammenwissenschaft abgelöst. Grundlage ist die EU-Richtlinie 2005/36/EG, die eine akademische Ausbildung vorgibt. Das Studium schließt mit dem Bachelor of Science (B.Sc.) und einer staatlichen Prüfung ab, die zugleich die Berufszulassung als Hebamme erteilt.
Seit der Reform ist „Hebamme“ außerdem die einheitliche Berufsbezeichnung für alle Geschlechter; die frühere männliche Form „Entbindungspfleger“ wird nicht mehr fortgeführt.
Aufbau und Dauer
Das Studium ist dual angelegt und verzahnt Theorie und Praxis eng miteinander. Die Regelstudienzeit beträgt in Vollzeit mindestens sechs Semester (drei Jahre) und höchstens acht Semester (vier Jahre). Vorgesehen sind jeweils mindestens rund 2.200 Stunden theoretischer und 2.200 Stunden praktischer Ausbildung. Die Praxiseinsätze finden in Kliniken mit Geburtshilfe, bei freiberuflichen Hebammen und in Geburtshäusern statt. Anders als früher wird das Studium vergütet.
Voraussetzungen
Für das Studium ist eine Hochschulzugangsberechtigung erforderlich – in der Regel das Abitur oder die Fachhochschulreife mit mindestens zwölfjähriger Schulbildung. Auch mit einer abgeschlossenen einschlägigen Berufsausbildung im Pflegebereich ist der Zugang möglich. Zusätzlich brauchen Studierende einen Studien- bzw. Kooperationsvertrag mit einer Klinik als Praxispartner; die Bewerbung läuft daher meist über die kooperierende Einrichtung.
Selbstständigkeit und Anstellung
Wer das Studium erfolgreich abschließt und die Berufszulassung erhält, kann in Kliniken angestellt arbeiten oder sich freiberuflich selbstständig machen – etwa mit einer eigenen Praxis, in einem Geburtshaus oder in der Hausgeburtshilfe.
Häufig gestellte Fragen
Ist die Hebammenausbildung noch schulisch oder ein Studium?
Seit dem 1. Januar 2020 ist die Ausbildung ein duales Studium der Hebammenwissenschaft, das mit dem Bachelor of Science und der staatlichen Berufszulassung abschließt. Die frühere schulische Ausbildung an Hebammenschulen gibt es für neue Jahrgänge nicht mehr.
Welche Voraussetzungen muss man erfüllen?
Nötig ist eine Hochschulzugangsberechtigung (meist Abitur oder Fachhochschulreife) oder eine abgeschlossene einschlägige Pflegeausbildung. Dazu kommt ein Studien- bzw. Kooperationsvertrag mit einer Klinik, die als Praxispartner das duale Studium begleitet.
Wie lange dauert das Hebammenstudium?
Die Regelstudienzeit liegt im Vollzeitstudium zwischen sechs Semestern (drei Jahren) und acht Semestern (vier Jahren). Theorie und Praxis umfassen jeweils mindestens rund 2.200 Stunden.
Kann man sich als Hebamme selbstständig machen?
Ja. Mit der Berufszulassung ist eine freiberufliche Tätigkeit möglich, zum Beispiel mit einer eigenen Praxis, in einem Geburtshaus oder in der Hausgeburtshilfe. Alternativ arbeiten Hebammen angestellt in Kliniken.













