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Krankenschwestern versorgen und betreuen kranke Menschen in Krankenhäusern, Tageskliniken und weiteren Einrichtungen. Sie unterstützen ihre Patientinnen und Patienten im Alltag und begleiten sie, bis diese möglichst gesund wieder entlassen werden können. Ursprünglich wurde der Beruf fast ausschließlich von Frauen ausgeübt; heute arbeiten Männer und Frauen gleichermaßen darin. Seit der Pflegereform lautet die offizielle Berufsbezeichnung Pflegefachfrau beziehungsweise Pflegefachmann – der Begriff Krankenschwester ist jedoch weiterhin gebräuchlich.
Ausbildung zur Krankenschwester
Zur besseren Lesbarkeit wird hier die weibliche Berufsbezeichnung verwendet; sie schließt Krankenpfleger ausdrücklich ein. Die Tätigkeit als Krankenschwester ist ein klassischer Lehrberuf. Ihm geht eine Ausbildung von in der Regel drei Jahren voraus. Bis zur Abschlussprüfung durchlaufen die Auszubildenden theoretische und praktische Einheiten, wobei der Schwerpunkt auf der Praxis liegt – das zeigt sich auch an der Stundenverteilung.
Voraussetzungen für die Ausbildung
Der Zugang zur Pflegeausbildung ist bundeseinheitlich im Pflegeberufegesetz geregelt. Vorausgesetzt wird:
- ein mittlerer Schulabschluss (Realschulabschluss) oder ein gleichwertiger Abschluss, oder
- ein Hauptschulabschluss zusammen mit einer abgeschlossenen, mindestens zweijährigen Berufsausbildung oder einer mindestens einjährigen Ausbildung in der Pflegehilfe beziehungsweise -assistenz.
Zusätzlich ist ein ärztliches Attest erforderlich, das die gesundheitliche Eignung für den Beruf bestätigt. Im Berufsalltag werden außerdem ein rücksichtsvoller, mitmenschlicher Umgang, Belastbarkeit und Anpassungsfähigkeit erwartet. Während der Ausbildung eignen sich die Auszubildenden medizinisches, pflegerisches, sozialwissenschaftliches und präventives Fachwissen an.
Ablauf und Dauer
Die Ausbildung dauert in Vollzeit drei Jahre, in Teilzeit bis zu fünf Jahre. Der Unterricht an der Pflegeschule umfasst rund 2.100 Stunden, die praktische Ausbildung in den Einrichtungen etwa 2.500 Stunden.
Seit dem 1. Januar 2020 gilt die generalistische Pflegeausbildung: In den ersten beiden Jahren wird nicht mehr zwischen der Pflege von Kindern, erwachsenen Kranken und alten Menschen unterschieden. Alle Auszubildenden beginnen gemeinsam die Ausbildung zur Pflegefachfrau beziehungsweise zum Pflegefachmann. Für das letzte Ausbildungsdrittel besteht ein Wahlrecht: Wer einen entsprechenden Vertiefungseinsatz absolviert, kann statt des generalistischen Abschlusses einen gesonderten Abschluss in der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege oder in der Altenpflege erwerben.
Abschluss der Ausbildung
Die Ausbildung endet mit einer staatlichen Prüfung. Sie setzt sich aus einem schriftlichen, einem mündlichen und einem praktischen Teil zusammen. Mit dem Bestehen ist der staatlich anerkannte Berufsabschluss erreicht.
Ausblick nach der Ausbildung
Nach der Ausbildung können die Fachkräfte in Kliniken, in Einrichtungen für betreutes Wohnen oder in einer Arztpraxis arbeiten. Auch Schulen schreiben Stellen für Schulkrankenschwestern aus. Das Arbeitsumfeld ist somit keineswegs auf Krankenhäuser beschränkt.
Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten
- Mit einigen Jahren Berufserfahrung ist der Aufstieg in die Stationsleitung möglich.
- Fachweiterbildungen ermöglichen die Spezialisierung, etwa als OP-Fachkraft, in der Psychiatrie oder in Kurkliniken – ein Weg, persönliche Interessen in den Beruf einzubringen.
- Weiterführend kommen Zusatzqualifikationen als Fachwirt oder Betriebswirt im Gesundheits- und Sozialwesen infrage.
- Ein Studium, zum Beispiel in Pflege, Medizin oder Gesundheitsmanagement, öffnet die akademische Laufbahn.
- Mit zusätzlichen Zertifikaten lassen sich eigene Kurse organisieren und das Wissen an Kolleginnen und Kollegen weitergeben.
Häufig gestellte Fragen
Heißt der Beruf heute noch Krankenschwester?
Umgangssprachlich ist der Begriff Krankenschwester weiterhin verbreitet. Die offizielle Berufsbezeichnung lautet seit 2020 jedoch Pflegefachfrau beziehungsweise Pflegefachmann.
Ist die Ausbildung ohne mittleren Schulabschluss möglich?
Ja. Mit einem Hauptschulabschluss ist der Zugang möglich, wenn zusätzlich eine abgeschlossene, mindestens zweijährige Berufsausbildung oder eine mindestens einjährige Ausbildung in der Pflegehilfe beziehungsweise -assistenz vorliegt.
Wie lange dauert die Ausbildung zur Krankenschwester?
In Vollzeit dauert sie drei Jahre. In Teilzeit verlängert sie sich auf bis zu fünf Jahre.
Welche Spezialisierungen gibt es nach der Ausbildung?
Über Fachweiterbildungen sind Spezialisierungen etwa in der Operations-, Intensiv-, Anästhesie- oder psychiatrischen Pflege möglich. Bereits im letzten Ausbildungsdrittel besteht zudem die Wahl zwischen dem generalistischen Abschluss und einem gesonderten Abschluss in der Kinderkranken- oder Altenpflege.












