Keltologe werden: Studium, Voraussetzungen und Berufswege

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Sie interessieren sich für keltische Kulturen und Sprachen und möchten Keltologe werden? Die Keltologie ist ein universitäres Fach, das Sprache, Literatur und Geschichte der keltischen Völker erforscht. Im Mittelpunkt stehen die keltischen Sprachen – von den frühen Zeugnissen bis zu den Varianten, die heute noch gesprochen werden.

Anders als oft angenommen, sind die keltischen Sprachen nicht ausgestorben: Sechs von ihnen werden bis heute gesprochen – Irisch, Schottisch-Gälisch und Manx (goidelische Gruppe) sowie Walisisch (Kymrisch), Kornisch und Bretonisch (britannische Gruppe). Verbreitet sind sie vor allem auf den Britischen Inseln und in der Bretagne im Nordwesten Frankreichs. Diese lebendige Sprachtradition ist einer der Gründe, warum die Sprachforschung im Zentrum der Keltologie steht.

Das Studium der Keltologie

Keltologie verbindet Sprachwissenschaft, Literatur- und Kulturgeschichte. Sie beschäftigen sich mit der keltischen Ur- und Frühgeschichte, mit Handschriften und Originaltexten sowie mit der materiellen Kultur, die durch archäologische Ausgrabungen überliefert ist. Funde aus der Eisenzeit geben Aufschluss darüber, wie die Kelten lebten; deshalb gehören archäologische Zeugnisse und gelegentliche Exkursionen zu Fundstätten zum Studium.

In Deutschland lässt sich Keltologie nur an zwei Universitäten studieren: in Bonn und in Marburg. In Bonn ist das Fach ausschließlich als Bachelor-Nebenfach belegbar und muss mit einem Hauptfach – etwa Anglistik, Archäologie oder Skandinavistik – kombiniert werden. Marburg bietet Keltologie im Kombi-Bachelor an und ist die einzige deutsche Universität mit einem weiterführenden Masterstudiengang.

Schaubild: Keltologie

Welche Voraussetzungen gelten?

Wichtiger als Vorwissen über die Kelten ist die Freude am Sprachenlernen. Da die keltischen Sprachen eine eigene Aussprache und ungewohnte Lautbilder haben, helfen ein gutes Sprachgefühl und ein feines Gehör. Weil die Lehrveranstaltungen auf Deutsch stattfinden, werden solide Deutschkenntnisse vorausgesetzt; für den Marburger Master ist zudem Englisch auf mindestens B2-Niveau sinnvoll, da ein Teil der Fachliteratur englischsprachig ist.

Je nach Standort liegt der sprachliche Schwerpunkt anders: In Marburg stehen mit Alt- und Mittelirisch sowie Mittelkymrisch vor allem die mittelalterlichen Sprachstufen im Vordergrund, in Bonn eher die modernen keltischen Sprachen wie Irisch-Gälisch und Kymrisch. Das Erlernen der Sprachen dient nicht nur der Übersetzung, sondern erschließt den historischen und kulturellen Zusammenhang der keltischen Überlieferung.

Wie lange dauert das Studium?

Ein Bachelor umfasst in der Regel sechs Semester. Der M.A. Keltologie in Marburg hat eine Regelstudienzeit von vier Semestern und ist zulassungsfrei, also ohne NC. Der Master vertieft vor allem Philologie und Linguistik und bereitet auf eine wissenschaftliche Laufbahn vor. Wer anschließend promovieren möchte, plant dafür weitere Jahre ein und richtet sich nach der Promotionsordnung der jeweiligen Hochschule.

Berufswege und Weiterbildung

Ein Keltologiestudium führt nicht zwangsläufig in die Forschung. Denkbar sind Tätigkeiten im Kulturbetrieb, im Tourismus – etwa bei Stadt- und Themenführungen oder der Organisation von Exkursionen – sowie in Museen und bei kulturellen Veranstaltungen. Dank der sprachwissenschaftlichen Ausbildung kommen Absolventinnen und Absolventen auch als Übersetzer keltischer Sprachen wie Walisisch oder Irisch infrage.

Weil viele Studiengänge interdisziplinär angelegt sind und mit anderen Fächern kombiniert werden, eröffnen sich zusätzlich Berufsfelder, die nicht unmittelbar mit keltischen Sprachen zu tun haben. Für eine wissenschaftliche Karriere ist die Promotion Voraussetzung: In Forschung und Lehre halten Sie dann Lehrveranstaltungen, betreuen Projekte und veröffentlichen in Fachzeitschriften.

Häufig gestellte Fragen

Wo kann man in Deutschland Keltologie studieren?

Keltologie wird in Deutschland nur an zwei Universitäten angeboten: an der Universität Bonn (als Bachelor-Nebenfach) und an der Philipps-Universität Marburg (im Kombi-Bachelor und als einzigem deutschen Masterstudiengang).

Ist ein Keltologiestudium zulassungsfrei oder gibt es einen NC?

Die Keltologie ist in der Regel zulassungsfrei. Für den M.A. Keltologie in Marburg besteht ausdrücklich kein Numerus clausus; vorausgesetzt werden ein einschlägiger Bachelorabschluss und nachgewiesene Sprachkenntnisse.

Welche Sprachkenntnisse werden für ein Keltologiestudium vorausgesetzt?

Da der Unterricht auf Deutsch stattfindet, sind gute Deutschkenntnisse nötig; Englisch ist für die Fachliteratur hilfreich (in Marburg für den Master mindestens B2). Die keltischen Sprachen selbst lernen Sie im Studium – in Bonn eher moderne Sprachen wie Irisch-Gälisch und Kymrisch, in Marburg vor allem Alt-/Mittelirisch und Mittelkymrisch.

Welche Berufsaussichten haben Keltologen nach dem Studium?

Neben Forschung und Lehre an der Hochschule sind Tätigkeiten im Kultur- und Museumsbereich, im Tourismus (etwa Führungen und Exkursionen) sowie als Übersetzer keltischer Sprachen möglich. Durch die interdisziplinäre Ausrichtung sind auch fachfremde Berufe erreichbar.