Werbetexter: Berufsbild, Ausbildung und Zugangswege

Werbetexter am Schreibtisch
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Was macht ein Werbetexter?

Werbetexter schreiben die Worte, die Werbung wirken lassen: Slogans und Claims, Anzeigen- und Plakattexte, Flyer, Broschüren, Mailings und Werbebriefe, dazu Skripte für TV- und Radiospots oder Imagefilme. Häufig entwickeln sie nicht nur einzelne Texte, sondern ganze Kommunikationskonzepte für Kampagnen. Dabei stimmen sie Sprache und Bild so aufeinander ab, dass eine Botschaft ihre Zielgruppe erreicht.

Beschäftigt sind Werbetexter vor allem in Werbe- und Kommunikationsagenturen sowie in den Marketing- und Werbeabteilungen von Unternehmen aller Branchen. Viele arbeiten freiberuflich und übernehmen Aufträge für wechselnde Kunden. Der Beruf ist eng mit Kommunikations- und Corporate Design verzahnt.

Ausbildung und Zugangswege

„Werbetexter“ ist in Deutschland kein eigener staatlich anerkannter Ausbildungsberuf und kein geschützter Titel. Es gibt keine bundesweit einheitliche Ausbildungsordnung – entsprechend führen mehrere Wege in den Beruf. Das erklärt auch, warum die Angaben zur Ausbildungsdauer so weit auseinandergehen.

Schaubild: Werbetexter/in

Der fachlich am nächsten liegende anerkannte Ausbildungsberuf ist Kaufmann beziehungsweise Kauffrau für Marketingkommunikation. Diese duale IHK-Ausbildung dauert drei Jahre und löste 2006 den früheren Werbekaufmann ab. Sie vermittelt das kaufmännische und konzeptionelle Rüstzeug rund um Werbung, Dialogmarketing, PR und Kampagnenplanung.

Daneben bieten private Textakademien und Fernlehrgänge gezielte Texterausbildungen an. Die Hamburg School of Ideas (früher Texterschmiede) etwa bildet in einem einjährigen, berufsbegleitenden Abendlehrgang aus: tagsüber ein Praktikum in einer Agentur, abends Unterricht. Solche Lehrgänge sind privat organisiert und nicht staatlich geregelt.

Ein weiterer Weg führt über ein Studium, etwa in Kommunikationsdesign, Kommunikations- oder Marketingmanagement. Und schließlich ist der Quereinstieg verbreitet – oft über ein Volontariat, ein Traineeprogramm oder eine Stelle als Junior-Texter. Auch aus journalistischen Berufen wechseln viele ins Texten. Entscheidend ist am Ende weniger der formale Abschluss als ein überzeugendes Portfolio.

Was man mitbringen sollte

Wichtiger als ein akademischer Titel sind Kreativität und sprachliche Sicherheit. Werbetexter sollten Ideen auf den Punkt bringen, sich in Zielgruppen hineinversetzen und souverän mit Briefings und Vorgaben umgehen. Weil Kampagnen unter Zeitdruck entstehen, gehören Termintreue und die Fähigkeit, auch unter Deadline gute Lösungen zu liefern, fest zum Handwerk.

So sieht der Berufsalltag aus

Am Anfang eines Auftrags steht meist ein Briefing: Ziel, Zielgruppe, Tonalität und Rahmenbedingungen. Danach entwickelt der Texter Vorschläge, stimmt sie mit Kunden oder dem Kreativteam ab und überarbeitet sie bis zur Freigabe – alles innerhalb einer vereinbarten Deadline. Freiberufliche Texter kalkulieren ihre Honorare in der Regel selbst; wie hoch sie ausfallen, hängt von Umfang, Aufwand und Anspruch des jeweiligen Projekts ab.

Berufsaussichten

Werbung und Kommunikation bleiben ein fester Bestandteil der Wirtschaft, und mit der Verlagerung ins Digitale sind gute Texterinnen und Texter für Websites, Social Media und Content-Marketing zusätzlich gefragt. Wer Kreativität mit sauberem Handwerk und Verlässlichkeit verbindet, hat in Agenturen wie in der Selbstständigkeit solide Perspektiven.

Häufig gestellte Fragen

Ist Werbetexter ein anerkannter Ausbildungsberuf?

Nein. „Werbetexter“ ist weder ein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf noch ein geschützter Titel. Der fachlich verwandte anerkannte IHK-Beruf ist Kaufmann beziehungsweise Kauffrau für Marketingkommunikation – eine duale Ausbildung von drei Jahren.

Welche Qualifikationen braucht man für den Einstieg?

Ein bestimmtes Studium ist nicht vorgeschrieben. Gefragt sind Kreativität, sicheres Deutsch und ein Gespür für Zielgruppen. Hilfreich sind eine Aus- oder Weiterbildung in Werbung, Marketing oder PR, ein einschlägiges Studium wie Kommunikationsdesign sowie ein aussagekräftiges Textportfolio.

Kann man als Quereinsteiger Werbetexter werden?

Ja. Weil der Zugang nicht gesetzlich geregelt ist, gelingt der Einstieg häufig quer – etwa über ein Volontariat, ein Traineeprogramm, eine Junior-Stelle oder aus einem journalistischen Beruf. Entscheidend sind Arbeitsproben, die das Können belegen.

Wie lange dauert eine Texterausbildung?

Das hängt vom Weg ab: Die anerkannte IHK-Ausbildung zum Kaufmann für Marketingkommunikation dauert drei Jahre. Private Texterlehrgänge wie an der Hamburg School of Ideas sind kürzer und berufsbegleitend angelegt – dort rund ein Jahr.