Entspannungstherapeut werden: Berufsbild, Ausbildung und Karrierewege

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Stressbedingte Symptome und Erkrankungen betreffen längst nicht mehr nur Vielarbeiter: Burnout, Angststörungen und Depressionen ziehen sich durch nahezu alle Altersgruppen und Bevölkerungsschichten. Das Berufsbild des Entspannungstherapeuten – auch Entspannungspädagoge oder Entspannungstrainer genannt – ist als Antwort auf diesen Bedarf entstanden und befasst sich mit Ursachen, Prävention und Behandlung von Stresssymptomen.

Berufsbild – Was macht ein Entspannungstherapeut?

Entspannungstherapeuten begleiten Menschen jeden Alters dabei, verschiedene Entspannungsmethoden zu erlernen, die körperliche und seelische Belastungen verringern. Je nach Vorqualifikation und Anbieter werden sie auch Entspannungstrainer oder Entspannungspädagogen genannt.

Welche Entspannungsmethoden gibt es?

Man unterscheidet die reine Anleitung zur Entspannung von präventiven Angeboten (etwa multimodales Stressmanagement), die unter bestimmten Voraussetzungen von den Krankenkassen bezuschusst werden. Zu den verbreiteten Techniken gehören Meditation, progressive Muskelentspannung nach Jacobson, autogenes Training, Tai-Chi, Atemübungen, Qigong, Traumreisen, Farb- und Aromatherapie oder Massagen. Anerkannte Entspannungsverfahren wie autogenes Training und progressive Muskelentspannung lassen sich über die Zentrale Prüfstelle Prävention als Präventionskurs zertifizieren.

Wie finde ich einen professionellen Entspannungstherapeuten?

Da es sich beim Entspannungstherapeuten – auch „mit Diplom“ – weder um eine geschützte Berufsbezeichnung noch um eine eigenständige, bundesweit geregelte Ausbildung handelt, darf sich grundsätzlich jeder so nennen. Wer seriöse Anbieter erkennen möchte, sollte auf die berufliche Vorqualifikation sowie auf spezifische und regelmäßige Weiterbildungen achten. Ein Beispiel sind Ärztinnen und Ärzte oder Therapeuten mit entsprechender Zusatzqualifikation.

Ausbildung: Wie wird man Entspannungstherapeut?

Die Weiterbildung zum Entspannungstherapeuten bieten zahlreiche Institute an – nicht alle davon gleichermaßen seriös. Ein erstes Qualitätsindiz ist die Unterscheidung der Teilnehmenden nach Heilerlaubnis: Wer eine Heilerlaubnis besitzt (etwa Psychologen oder Ärzte), darf sich nach bestandener Prüfung Entspannungstherapeut oder -pädagoge nennen; Teilnehmende ohne Heilerlaubnis werden Entspannungstrainer. Feste Zugangsvoraussetzungen gibt es in der Regel nicht – Empathie und Freude am Umgang mit Menschen sind aber essenziell.

Regelung und Ablauf der Ausbildung

Weil die Ausbildung nicht einheitlich geregelt ist, legen die Anbieter Zulassungsvoraussetzungen, Inhalte und Kosten selbst fest. Ein genauer Vergleich der Angebote lohnt sich daher. Typische Inhalte sind pädagogische Grundlagen, Grundwissen zu Hormonen, Muskeln und Nerven, Gesundheitsprävention, Kommunikation, individuelle Stressfaktoren, autogenes Training, progressive Muskelentspannung sowie psychische Erkrankungen.

Dauer und Kosten der Ausbildung

Dauer und Umfang unterscheiden sich je nach Anbieter; häufig umfasst die Weiterbildung rund 120 bis 150 Unterrichtsstunden. Der Unterricht findet oft ein- bis zweimal im Monat am Wochenende statt, sodass sie sich auch berufsbegleitend absolvieren lässt. Auch die Kosten variieren je nach Institut und Stundenumfang erheblich, weshalb sich ein Vergleich mehrerer Anbieter lohnt. Beruflich veranlasste Weiterbildungskosten lassen sich unter Umständen steuerlich geltend machen – das hängt vom Einzelfall ab.

Schaubild: Entspannungstherapeut

Abschluss und Karrieremöglichkeiten

Nach dem Abschluss können Entspannungstherapeuten ihre Kurse im Rahmen der Primärprävention nach § 20 SGB V über die Krankenkassen abrechnen – Voraussetzung ist in der Regel, dass der Kurs von der Zentralen Prüfstelle Prävention zertifiziert und die Kursleitung entsprechend qualifiziert ist. Tätig werden sie selbstständig oder angestellt, zum Beispiel in diesen Bereichen:

  • Stressbewältigungsseminare im betrieblichen Gesundheitsmanagement
  • eigene Praxis für Entspannungspädagogik
  • indikationsspezifische Entspannungsangebote in stationären und ambulanten Einrichtungen des Gesundheitswesens
  • Stressbewältigung in Gruppen oder Einzelsitzungen, Coaching von Beschäftigten in Unternehmen

Mögliche Einsatzorte sind Schulen, Kindergärten, Kureinrichtungen, Präventionsprogramme der Krankenkassen, Arztpraxen sowie physiotherapeutische oder ergotherapeutische Praxen.

Häufig gestellte Fragen

Ist Entspannungstherapeut eine geschützte Berufsbezeichnung?

Nein. „Entspannungstherapeut“, „Entspannungspädagoge“ und „Entspannungstrainer“ sind nicht geschützt, und die Ausbildung ist nicht bundesweit einheitlich geregelt. Achten Sie deshalb auf die Vorqualifikation und die Weiterbildungen des Anbieters.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für Entspannungskurse?

Gesetzliche Krankenkassen bezuschussen Kurse zur Primärprävention nach § 20 SGB V, sofern sie von der Zentralen Prüfstelle Prävention zertifiziert sind und von qualifizierten Kursleitern durchgeführt werden. Verfahren wie autogenes Training und progressive Muskelentspannung sind dafür anerkannt.

Welche Voraussetzungen brauche ich für die Ausbildung zum Entspannungstherapeuten?

Feste Zugangsvoraussetzungen gibt es meist nicht. Für die spätere Abrechnung über die Krankenkassen ist jedoch häufig eine einschlägige berufliche Vorqualifikation nötig; wer eine Heilerlaubnis besitzt, darf die Bezeichnung Therapeut oder Pädagoge führen.

Was ist der Unterschied zwischen Entspannungstherapeut, -pädagoge und -trainer?

Die Begriffe werden oft synonym verwendet. In der Praxis führen Teilnehmende mit Heilerlaubnis nach bestandener Prüfung die Bezeichnung Entspannungstherapeut oder -pädagoge, Teilnehmende ohne Heilerlaubnis die Bezeichnung Entspannungstrainer. Weil die Titel nicht geschützt sind, kann die Benennung je nach Anbieter abweichen.