Fachlehrer für Kindergesundheit: Weiterbildung, Module und Perspektiven

Fachlehrer für Kindergesundheit
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Ein Fachlehrer für Kindergesundheit leitet Präventions- und Gesundheitskurse für Kinder, schwerpunktmäßig in den Bereichen Bewegung, Entspannung und Ernährung. Die Bezeichnung steht nicht für einen staatlich anerkannten Ausbildungsberuf, sondern für eine Weiterbildung privater Akademien, die pädagogisch und im Gesundheitsbereich Tätigen ein zusätzliches Kursleiter-Profil verschafft.

Dass altersgerechte Gesundheitsförderung gefragt ist, zeigen die Daten der Krankenkassen. Für den DAK-Kinder- und Jugendreport 2021 wurden die Krankenhausdaten von rund 800.000 Kindern und Jugendlichen bis 17 Jahre ausgewertet. Im Jahr 2020 wurden demnach etwa 60 Prozent mehr Heranwachsende wegen starkem Übergewicht (Adipositas) stationär behandelt als im Jahr zuvor; auch Ess- und andere psychische Störungen nahmen zu. Fachkräfte, die Kindern Bewegung, Entspannung und ausgewogene Ernährung vermitteln, treffen damit auf einen realen Bedarf.

Das Berufsbild Fachlehrer für Kindergesundheit

Als Fachlehrer für Kindergesundheit geben Sie Kindern und Jugendlichen altersgerecht aufbereitetes Wissen und konkrete Anleitung zu einem gesunden Lebensstil weiter. Die Weiterbildung bündelt drei Bereiche der Gesundheitsförderung – Bewegung, Entspannung und Ernährung – und befähigt dazu, Kurse für unterschiedliche Altersgruppen kindgerecht zu planen und durchzuführen. Ziel ist, Kinder frühzeitig für einen gesunden Alltag zu gewinnen, statt erst auf bereits entstandene Probleme zu reagieren.

Die Ausbildung zum Fachlehrer für Kindergesundheit

Weil es sich um eine private Weiterbildung und nicht um einen bundeseinheitlich geregelten Ausbildungsberuf handelt, legen die Anbieter Inhalte, Umfang und Ablauf selbst fest. Angeboten wird die Qualifikation unter anderem von der AHAB-Akademie, teils als Präsenz-, teils als Fernlehrgang. Die konkrete Dauer und das Format hängen daher vom Anbieter und vom gewählten Kursmodell ab.

Module und Inhalte

Zum Einstieg vermittelt die Fortbildung Grundlagen zur Gesundheitsförderung im Kindesalter und zum Projektmanagement in der Kindergesundheit. Darauf bauen die drei Fachmodule auf:

  • Bewegung: pädagogische Grundlagen der Bewegungserziehung, Qualifizierung zum Kindersport-Trainer und zum Kursleiter für kreativen Kindertanz. Vermittelt wird, wie sich Bewegungsangebote für Kinder methodisch und didaktisch aufbauen und Eltern sowie Kitas einbinden lassen.
  • Entspannung: Qualifizierung als Kursleiter für Progressive Muskelentspannung und als Entspannungstrainer für Kinder. Themen sind die physiologischen Grundlagen der Stressreaktion, die Wirkung von chronischem Stress, der Aufbau wirksamer Entspannungskurse und die Grenzen von Entspannungsverfahren.
  • Ernährung: Grundlagen einer ausgewogenen Kinderernährung als Basis für eigene Kursangebote.

Die Module verbinden Theorie mit praktischen Anteilen; in der Regel schließt jedes Modul mit einer praktischen Lehrprobe ab.

Voraussetzungen und Abschluss

Formale Zugangsvoraussetzungen verlangen die Anbieter meist nicht. Empfehlenswert sind jedoch pädagogische Vorerfahrung und Praxis im Umgang mit Kindern und Jugendlichen – etwa aus der Arbeit als Erzieherin, Übungsleiter, Physiotherapeutin oder in der Kita. Nach bestandenen Prüfungen erhalten die Teilnehmenden ein Zertifikat des jeweiligen Anbieters. Dieses ist ein Anbieternachweis und begründet keinen staatlich anerkannten Berufsabschluss.

Anerkennung durch die Krankenkassen (§ 20 SGB V)

Die Module sind so aufgebaut, dass Absolventinnen und Absolventen anschließend Präventionskurse anbieten können, die nach § 20 SGB V förderfähig sind. Entscheidend ist dabei die Reihenfolge: Nicht die Weiterbildung selbst, sondern der spätere Präventionskurs muss von der Zentralen Prüfstelle Prävention (ZPP) zertifiziert werden. Nur positiv geprüfte Kurse werden von den gesetzlichen Krankenkassen anerkannt; erst dann können sich die Teilnehmenden dieser Kurse einen Teil oder die gesamten Kosten von ihrer Krankenkasse erstatten lassen. Die Prävention nach § 20 SGB V umfasst die Handlungsfelder Bewegung, Ernährung, Stressmanagement und Suchtmittelkonsum.

Perspektiven nach der Weiterbildung

Mit dem Zertifikat lassen sich verschiedene Kursformate für unterschiedliche Altersgruppen zusammenstellen – von Bewegungs- über Entspannungs- bis zu Ernährungsangeboten. Tätig werden Fachlehrer für Kindergesundheit selbstständig als Kursleitung oder angestellt, etwa in Kitas, Vereinen, Familienbildungsstätten oder Gesundheitseinrichtungen. Die vorhandenen Kenntnisse lassen sich durch weitere Kursleiter-Qualifikationen gezielt ausbauen. Wie tragfähig eine selbstständige Tätigkeit ist, hängt von Region, Nachfrage und Spezialisierung ab.

Weiterführende Informationen

Schaubild: Fachlehrer für Kindergesundheit

Häufig gestellte Fragen

Welche Voraussetzungen brauche ich für die Weiterbildung zum Fachlehrer für Kindergesundheit?

Formale Zugangsvoraussetzungen setzen die meisten Anbieter nicht voraus. Hilfreich sind pädagogische Vorerfahrung und Praxis im Umgang mit Kindern und Jugendlichen, etwa aus der Arbeit in Kita, Verein, Therapie oder Schule.

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten der Weiterbildung?

Nein. Die Krankenkassen finanzieren nicht Ihre Weiterbildung, sondern erstatten den Teilnehmenden Ihrer späteren Präventionskurse einen Teil oder die vollen Kosten – vorausgesetzt, der jeweilige Kurs ist von der Zentralen Prüfstelle Prävention (ZPP) nach § 20 SGB V zertifiziert. Die Gebühren der Weiterbildung selbst legt der jeweilige Anbieter fest.

Wie lange dauert die Ausbildung und wie ist sie aufgebaut?

Die Dauer hängt vom Anbieter und vom Format (Präsenz oder Fernlehrgang) ab. Der Aufbau ist modular: Nach einem Grundlagenteil folgen die drei Fachmodule Bewegung, Entspannung und Ernährung, die jeweils mit einer praktischen Lehrprobe abgeschlossen werden.

Welche beruflichen Perspektiven habe ich nach der Weiterbildung?

Sie können als selbstständige Kursleitung Präventions- und Gesundheitskurse für Kinder anbieten oder angestellt in Kitas, Vereinen, Familienbildungsstätten und Gesundheitseinrichtungen arbeiten. Voraussetzung für krankenkassengeförderte Kurse ist die ZPP-Zertifizierung des jeweiligen Angebots.