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Berufsbild
Schon Kinder stehen unter Druck: Schulschwierigkeiten, Mobbing, die Trennung der Eltern oder Anfeindungen in sozialen Netzwerken belasten die kindliche Psyche. Die Folgen reichen von Ängsten über Konzentrationsschwierigkeiten bis zu Schlafstörungen.
Dass Stress im Kindes- und Jugendalter verbreitet ist, zeigen die Daten des DAK-Präventionsradars, die das Robert Koch-Institut aufbereitet: Rund 42 Prozent der Kinder und Jugendlichen geben an, oft oder sehr oft Stress zu empfinden. Mädchen sind davon deutlich häufiger betroffen als Jungen, und die Belastung nimmt mit dem Alter zu.
Vor diesem Hintergrund ist es sinnvoll, dass Heranwachsende früh lernen, mit Stress umzugehen. Genau hier setzt die Ausbildung zum Entspannungstrainer für Kinder an: Sie vermittelt die Grundlagen, um Kinder altersgemäß an Entspannungstechniken heranzuführen, und bereitet darauf vor, entsprechende Kurse anzubieten.
Ausbildung zum Entspannungstrainer für Kinder
Die Ausbildung ist eine kompakte Fortbildung, die als Präsenzveranstaltung stattfindet und mit einem Zertifikat abgeschlossen wird. Umfang und Ablauf unterscheiden sich je nach Anbieter – verbreitet sind kompakte Formate an wenigen (etwa zwei) Seminartagen. Manche Anbieter setzen eine eigene Vorqualifikation in einem Entspannungsverfahren voraus, etwa eine Ausbildung in Autogenem Training oder Progressiver Muskelentspannung.
Inhalte
Zunächst stehen die theoretischen Grundlagen der Kinderentspannung auf dem Programm: eine Einführung in die Kinderpädagogik, gängige Entspannungsverfahren sowie die körperlichen und psychischen Entspannungsreaktionen. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Frage von Indikation und Kontraindikation – also wann Entspannungsübungen sinnvoll sind und wann nicht.
Anschließend geht es um die altersgerechte Planung und Durchführung eines Entspannungskurses. Methodisch stehen Autogenes Training (AT) und Progressive Muskelentspannung (PME) im Mittelpunkt. Die Teilnehmenden lernen, eine Unterrichtseinheit aufzubauen und die passenden Rahmenbedingungen zu schaffen. Wichtig ist dabei, wie Kinder die Erfahrungen aus dem Kurs in ihren Alltag übertragen. Auch die Zusammenarbeit mit den Eltern wird besprochen, denn eine unterstützende Haltung der Bezugspersonen beeinflusst das Wohlbefinden der Kinder stark.
Typischerweise werden zwei Schwerpunkte vermittelt: ein Kursprogramm mit Autogenem Training beziehungsweise Progressiver Muskelentspannung für jüngere Kinder sowie ein nach § 20 SGB V ausgerichteter Präventionskurs für Kinder im frühen Schulalter.
Abschluss und Berufsperspektiven
Zum Abschluss legen die Teilnehmenden in der Regel eine Lehrprobe ab, die theoretische Fragen und die praktische Anwendung verbindet. Danach lassen sich Kurse und Workshops an Schulen, in Kitas und Familienzentren, an Volkshochschulen oder freiberuflich anbieten.
Ein wichtiger Punkt für die Praxis: Ob ein Kurs von den Krankenkassen bezuschusst wird, hängt von der Zertifizierung durch die Zentrale Prüfstelle Prävention (ZPP) ab. Die ZPP zertifiziert sowohl das Kurskonzept als auch die Qualifikation der Kursleitung. Ein reines Kurszertifikat genügt dafür in der Regel nicht – zusätzlich ist eine anerkannte Grundqualifikation gefragt. Ist ein Kurs als Präventionsangebot nach § 20 SGB V zertifiziert, beteiligen sich die gesetzlichen Krankenkassen an den Teilnahmegebühren der Familien.
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Häufig gestellte Fragen
Welche Voraussetzungen braucht man für die Ausbildung zum Entspannungstrainer für Kinder?
Das hängt vom Anbieter ab. Einige Fortbildungen stehen allen Interessierten offen, andere setzen eine Vorqualifikation in einem Entspannungsverfahren wie Autogenem Training oder Progressiver Muskelentspannung voraus. Wer später von Krankenkassen bezuschusste Kurse anbieten möchte, benötigt zudem eine von der ZPP anerkannte Grundqualifikation.
Wie läuft die Ausbildung ab und wie lange dauert sie?
Die Ausbildung ist meist eine kompakte Präsenzfortbildung, die mit einem Zertifikat endet. Sie kombiniert theoretische Grundlagen, Methodik (Autogenes Training und Progressive Muskelentspannung) und die praktische Kursplanung; zum Abschluss steht in der Regel eine Lehrprobe. Dauer und Umfang variieren je nach Anbieter.
Übernehmen die Krankenkassen die Kosten für die Entspannungskurse?
Für Präventionskurse, die nach § 20 SGB V von der Zentralen Prüfstelle Prävention zertifiziert sind, beteiligen sich die gesetzlichen Krankenkassen an den Teilnahmegebühren. Voraussetzung ist, dass sowohl das Kurskonzept als auch die Kursleitung die Anforderungen erfüllen.
Wo können Entspannungstrainer für Kinder arbeiten?
Mögliche Einsatzorte sind Schulen, Kitas und Familienzentren, außerdem Volkshochschulen und Gesundheitszentren oder die freiberufliche Kursarbeit. Häufig ergänzt die Tätigkeit einen bestehenden pädagogischen, therapeutischen oder gesundheitsbezogenen Beruf.













