Relax-Coach: Weiterbildung, Inhalte und Anerkennung

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Relax-Coach: Entspannung anleiten und Stress vorbeugen

Ein Relax-Coach vermittelt Entspannungstechniken und begleitet Menschen dabei, besser mit Stress umzugehen. Dass dafür Bedarf besteht, zeigt die TK-Stressstudie 2016: Knapp ein Viertel der Befragten (23 Prozent) fühlte sich häufig gestresst, und gut sechs von zehn gaben an, ihr Stresslevel sei in den drei Jahren zuvor gestiegen.

Stress lässt sich nicht immer vermeiden, deshalb kommt dem Umgang mit belastenden Situationen besondere Bedeutung zu. Körperliche und seelische Anspannung lassen sich mit Entspannungstechniken gezielt verringern. In der Fortbildung zum Relax-Coach lernen die Teilnehmer, Verfahren wie die Progressive Muskelentspannung und das Autogene Training zur Stressbewältigung einzusetzen, und erarbeiten sich Grundlagen im Stressmanagement.

Nach dem Abschluss können Relax-Coaches Entspannungsgruppen leiten, Vorträge zum Thema Stressmanagement halten und für einzelne Personen eine passende Entspannungsmethode auswählen. Sie fördern damit die Gesundheit ihrer Kundinnen und Kunden und können einen Beitrag zur Vorbeugung stressbedingter Beschwerden leisten – von Verspannungen bis hin zu ernsteren Folgen wie Burnout.

Die Weiterbildung zum Relax-Coach

„Relax-Coach“ ist kein geschützter oder staatlich geregelter Titel, sondern eine private Fortbildung. Sie wird von verschiedenen Bildungsanbietern als Präsenz- oder Fernlehrgang angeboten und schließt mit einem trägerinternen Zertifikat ab. Dauer, Kosten und genauer Ablauf hängen vom jeweiligen Anbieter und der Unterrichtsform ab. Die meisten Lehrgänge gliedern sich in einen theoretischen und einen praktischen Teil.

Theorie

Zunächst geht es darum, welche Wirkungen Entspannungstechniken haben können: Sie sollen unter anderem die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit unterstützen, Muskelverspannungen lösen, die psychische Widerstandskraft stärken und das allgemeine Wohlbefinden verbessern. Anschließend lernen die Teilnehmer, wie sich ein mehrwöchiges Entspannungsprogramm aufbauen lässt, welche Räumlichkeiten sich für Übungen eignen und wie eine ruhige Atmosphäre entsteht. Dazu kommen Methoden, um Kundinnen und Kunden für regelmäßige Entspannungspausen zu motivieren.

Praxis

Im praktischen Teil steht die Anwendung im Vordergrund. Angehende Relax-Coaches lernen, die Stressbelastung einzuschätzen – etwa mithilfe von Screenings und Stresstests – und darauf aufbauend eine geeignete Methode auszuwählen. Vermittelt werden dabei verbreitete Entspannungs- und Achtsamkeitsverfahren:

  • Autogenes Training
  • Progressive Muskelentspannung
  • Yoga
  • Qigong
  • Meditations- und Achtsamkeitsübungen
  • Fantasie- und Körperreisen
  • Atemtechniken
  • Eigenmassage
  • kognitive Übungen zum Umgang mit belastenden Gedanken
  • Powernapping
Schaubild: Relax-Coach

Abschluss und Perspektiven

Zum Abschluss weisen die Teilnehmer ihre Fähigkeiten meist in einer Lehrprobe nach und erhalten das Zertifikat des Anbieters. Ein Hinweis zur Einordnung: Wer später von den gesetzlichen Krankenkassen bezuschusste Präventionskurse anbieten möchte, braucht mehr als dieses Zertifikat. Nach § 20 SGB V zählen vor allem Autogenes Training und Progressive Muskelentspannung zu den anerkannten Entspannungsverfahren; die Kurse müssen von der Zentralen Prüfstelle Prävention (ZPP) zertifiziert sein, und die Kursleitung benötigt zusätzlich eine anerkannte berufliche oder akademische Grundqualifikation.

Für viele ist die Weiterbildung deshalb eine Ergänzung zum bestehenden Beruf – etwa in Gesundheits-, Sport-, Pflege- oder Beratungsberufen –, mit der sich das eigene Angebot um das Thema Entspannung erweitern lässt.

Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauert die Weiterbildung zum Relax-Coach?

Eine einheitliche Dauer gibt es nicht. Weil „Relax-Coach“ keine staatlich geregelte Ausbildung ist, legen die einzelnen Bildungsanbieter Umfang und Ablauf selbst fest; je nach Präsenz- oder Fernlehrgang und Unterrichtsform fällt die Dauer unterschiedlich aus.

Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen?

Die Zugangsvoraussetzungen legt der jeweilige Anbieter fest. Eine bestimmte Vorbildung ist häufig nicht zwingend; hilfreich sind Interesse an Gesundheits- und Entspannungsthemen sowie Freude an der Arbeit mit Menschen. Für kassenbezuschusste Präventionskurse ist zusätzlich eine anerkannte Grundqualifikation nötig.

Ist der Abschluss als Relax-Coach staatlich anerkannt?

Nein. „Relax-Coach“ ist kein geschützter Titel und keine staatlich anerkannte Berufsqualifikation. Der Lehrgang schließt mit einem trägerinternen Zertifikat ab. Manche Fernlehrgänge sind von der Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU) zugelassen – das ist eine Prüfung des Fernkurses, aber keine staatliche Anerkennung des Berufs.

Kann ich mit dem Zertifikat Kurse mit den Krankenkassen abrechnen?

Nicht automatisch. Damit gesetzliche Krankenkassen Präventionskurse bezuschussen, müssen die Kurse nach § 20 SGB V von der ZPP zertifiziert sein und die Kursleitung eine anerkannte berufliche oder akademische Grundqualifikation mitbringen. Das Relax-Coach-Zertifikat allein reicht dafür in der Regel nicht aus.

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