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Aufgaben und Tätigkeiten als Bankkaufmann
Ein Bankkaufmann ist in allen Geschäftsbereichen von Banken und Kreditinstituten tätig. Im Mittelpunkt steht die Beratung von Kundinnen und Kunden rund um Finanzthemen – etwa zu Konten, Krediten, Geldanlagen oder Versicherungen. Dazu gehören das Eröffnen und Schließen von Konten, das Abwickeln von Zahlungsverkehr und Überweisungen sowie die Erstellung von Finanzkonzepten für Anlage- und Finanzierungsentscheidungen. Je nach Einsatzbereich kommen Aufgaben im Wertpapier-, Kredit- oder Auslandsgeschäft hinzu.
Für die Arbeit sind Kommunikationsstärke, Kunden- und Serviceorientierung sowie ein sicherer Umgang mit Zahlen wichtig. Ein großer Teil der Tätigkeit läuft heute über digitale Anwendungen und bankspezifische Software.
Ausbildung zum Bankkaufmann
Ablauf der Ausbildung
Die Ausbildung zum Bankkaufmann ist eine duale Ausbildung und wechselt zwischen Theorie in der Berufsschule und Praxis im Ausbildungsbetrieb. In der Berufsschule stehen neben allgemeinbildenden Fächern vor allem bankfachliche Inhalte auf dem Plan: Kontoführung, Zahlungsverkehr, Geld- und Vermögensanlage sowie das Kredit- und Finanzierungsgeschäft samt der zugehörigen rechtlichen und wirtschaftlichen Grundlagen. Auch der Umgang mit den in der Kreditwirtschaft üblichen IT-Anwendungen wird vermittelt.
Im Betrieb – der jeweiligen Bankfiliale oder dem Kreditinstitut – durchlaufen die Auszubildenden die verschiedenen Abteilungen. Sie üben den direkten Umgang mit Kundinnen und Kunden, bearbeiten Kontoeröffnungen und Überweisungen und lernen das Kredit- und Anlagegeschäft in der Praxis kennen. Die 2020 modernisierte Ausbildungsordnung legt dabei einen deutlichen Schwerpunkt auf digitale Geschäftsprozesse.
Dauer
Die Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre. Unter bestimmten Voraussetzungen – etwa bei guten Leistungen oder einer einschlägigen Vorbildung – kann sie verkürzt werden.
Prüfung und Abschluss
Der Berufsabschluss wird über eine gestreckte Abschlussprüfung in zwei Teilen erworben. Teil 1 findet im vierten Ausbildungshalbjahr statt und umfasst den schriftlichen Prüfungsbereich „Konten führen und Anschaffungen finanzieren“; er zählt mit 20 Prozent zum Gesamtergebnis. Teil 2 folgt am Ende der Ausbildung und besteht aus vier Prüfungsbereichen: drei schriftlichen Bereichen („Vermögen aufbauen und Risiken absichern“, „Finanzierungsvorhaben begleiten“ sowie „Wirtschafts- und Sozialkunde“) und einer mündlichen Gesprächssimulation („Kunden beraten“). Wer besteht, erhält von der zuständigen Stelle – in der Regel der IHK – ein Prüfungszeugnis über den anerkannten Berufsabschluss.
Nach der Ausbildung
Mit dem Abschluss stehen Bankkaufleuten viele Einsatzbereiche offen. Neben Banken, Sparkassen und Direktbanken kommen unter anderem Versicherungsunternehmen, Immobilienverwaltungen und der Wertpapierhandel an Börsen infrage.
Weiterbildung und Aufstieg
Nach einigen Jahren Berufserfahrung und ergänzenden Fortbildungen ist der Aufstieg zum geprüften Bankfachwirt möglich – eine anerkannte Aufstiegsfortbildung, die das bankfachliche Wissen vertieft. Darauf aufbauend lässt sich berufsbegleitend die Qualifikation zum Bankbetriebswirt erwerben, die auf Fach- und Führungsaufgaben vorbereitet. Wer die schulischen Voraussetzungen mitbringt, kann auch ein Studium anschließen, etwa in Betriebswirtschaftslehre, Finanzwirtschaft oder Wirtschaftsmathematik – vielfach auch dual.
Weiterführende Informationen
- BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit: Bankkaufmann/-frau
- Einblick in die Bankausbildung bei einem großen Kreditinstitut
Häufig gestellte Fragen
Wie lange dauert die Ausbildung zum Bankkaufmann?
In der Regel drei Jahre. Bei guten Leistungen oder einer einschlägigen Vorbildung ist unter bestimmten Voraussetzungen eine Verkürzung möglich.
Welche Voraussetzungen braucht man für die Ausbildung zum Bankkaufmann?
Rechtlich ist keine bestimmte schulische Vorbildung vorgeschrieben. In der Praxis stellen Kreditinstitute überwiegend Bewerberinnen und Bewerber mit mittlerem Bildungsabschluss oder (Fach-)Hochschulreife ein. Wichtig sind außerdem Kommunikationsstärke, Kunden- und Serviceorientierung sowie ein sicheres Zahlenverständnis.
Wie unterscheidet sich der Bankkaufmann vom Bankfachwirt?
Bankkaufmann ist der Ausbildungsberuf. Der geprüfte Bankfachwirt ist eine darauf aufbauende Aufstiegsfortbildung, die man nach der Ausbildung und mit Berufserfahrung absolviert.
Wie ist die Abschlussprüfung aufgebaut?
Es handelt sich um eine gestreckte Abschlussprüfung. Teil 1 wird im vierten Ausbildungshalbjahr geschrieben und zählt 20 Prozent; Teil 2 am Ende der Ausbildung umfasst drei schriftliche Prüfungsbereiche und eine mündliche Gesprächssimulation.
Welche Aufstiegschancen gibt es nach der Ausbildung?
Möglich sind unter anderem die Fortbildung zum geprüften Bankfachwirt und weiter zum Bankbetriebswirt sowie ein Studium im Bereich Finanzen oder Betriebswirtschaft.













