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Berufsbild Fondsmanager
Ein Fondsmanager verwaltet das Vermögen eines Investmentfonds und trifft die Anlageentscheidungen für dieses Sondervermögen. Ziel ist es, das angelegte Kapital im Sinne der Anlegerinnen und Anleger zu bewirtschaften, und zwar im Rahmen der festgelegten Anlagestrategie und unter Abwägung von Rendite und Risiko.
In Deutschland arbeiten Fondsmanager in der Regel bei einer Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG). Ihre Tätigkeit ist gesetzlich geregelt: Das Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) verpflichtet sie unter anderem zu Sorgfalt, Sachkenntnis und zum ordnungsgemäßen Umgang mit Interessenkonflikten. Die Vermögenswerte des Fonds werden von einer unabhängigen Verwahrstelle getrennt verwahrt.
Was sind die Aufgaben eines Fondsmanagers?
Der Kern der Arbeit ist die Auswahl und Gewichtung von Anlagen, etwa Aktien, Anleihen oder anderen Wertpapieren, passend zur Strategie und zum Risikoprofil des Fonds.
Zu den typischen Aufgaben eines Fondsmanagers gehören:
- Märkte, Branchen und einzelne Wertpapiere analysieren und bewerten
- Kauf- und Verkaufsentscheidungen für das Fondsvermögen treffen und umsetzen
- Die Zusammensetzung des Portfolios laufend überwachen und an die Marktlage anpassen
- Chancen und Risiken gegeneinander abwägen und die Anlagegrenzen des Fonds einhalten
- Die Wertentwicklung dokumentieren und in nachvollziehbaren Berichten für die Anleger darstellen
Anders als ein Anlageberater wirbt ein Fondsmanager nicht selbst um einzelne Privatkunden. Er verantwortet das gemeinsame Vermögen aller Anleger eines Fonds.
Wie wird man Fondsmanager?
Einen geregelten Ausbildungsberuf mit dem Titel Fondsmanager gibt es nicht. Der übliche Weg führt über ein einschlägiges Studium und mehrere Jahre Berufserfahrung.
Studium
Gefragt ist meist ein abgeschlossenes Studium der Wirtschaftswissenschaften (BWL oder VWL), der Finanzwirtschaft oder der Mathematik beziehungsweise Statistik. An Universitäten dauert ein Bachelorstudium in der Regel sechs Semester, an Fachhochschulen häufig länger (bis zu acht Semester); ein darauf aufbauendes Masterstudium umfasst zwei bis vier Semester. Ein Master oder eine vergleichbare Vertiefung ist in der Branche gern gesehen, aber keine zwingende Voraussetzung.
Berufserfahrung
Nach dem Studium folgen üblicherweise mehrere Jahre Praxis, etwa in der Analyse (Research), im Portfoliomanagement oder im Wertpapierhandel, bevor man eigenverantwortlich einen Fonds oder ein Teilportfolio führt. Praktika oder Werkstudententätigkeiten während des Studiums erleichtern den Einstieg spürbar.
Verwandte Ausbildung und Zertifikate
Wer in die Fondsbranche einsteigen möchte, kann dies auch über die duale Ausbildung zum Investmentfondskaufmann beziehungsweise zur Investmentfondskauffrau tun. Sie dauert drei Jahre, schließt mit einer IHK-Prüfung ab und setzt in der Regel Fachhochschulreife oder Abitur voraus. Für Analyse- und Managementaufgaben ist zudem die international anerkannte Zertifizierung zum Chartered Financial Analyst (CFA) verbreitet. Das CFA-Programm besteht aus drei aufeinander aufbauenden Prüfungen (Levels), die berufs- oder studienbegleitend im Selbststudium abgelegt werden. Vorausgesetzt werden unter anderem ein Bachelorabschluss oder entsprechende Berufserfahrung; für den Titel ist zusätzlich mehrjährige einschlägige Praxis erforderlich.
Persönliche Anforderungen
Neben dem Fachwissen zählen ein sicherer Umgang mit Zahlen, analytisches Denken, Entscheidungsstärke unter Unsicherheit und Belastbarkeit. Die Verdienstmöglichkeiten hängen stark von Arbeitgeber, Qualifikation, Erfahrung und Region ab; einen ersten Anhaltspunkt bietet der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit.
Häufig gestellte Fragen
Welches Studium braucht man, um Fondsmanager zu werden?
Üblich ist ein Studium der Wirtschaftswissenschaften (BWL/VWL), der Finanzwirtschaft oder der Mathematik beziehungsweise Statistik. Ein Bachelor dauert an Universitäten in der Regel sechs Semester, ein anschließender Master zwei bis vier Semester. Zwingend vorgeschrieben ist ein bestimmter Abschluss nicht, ein einschlägiges Studium ist aber die Regel.
Gibt es eine geregelte Ausbildung zum Fondsmanager?
Nein, einen anerkannten Ausbildungsberuf Fondsmanager gibt es nicht. Der Zugang erfolgt über ein Studium und Berufserfahrung. Als geregelte duale Ausbildung im Fondsbereich gibt es jedoch den Investmentfondskaufmann beziehungsweise die Investmentfondskauffrau (drei Jahre, IHK).
Welche Zertifikate wie der CFA sind für Fondsmanager wichtig?
Weit verbreitet ist der Chartered Financial Analyst (CFA). Das Programm umfasst drei aufeinander aufbauende Prüfungen und wird berufs- oder studienbegleitend im Selbststudium absolviert. Es gilt international als anerkannter Nachweis von Fachwissen im Investment- und Portfoliomanagement.
Wie lange dauert es, bis man eigenverantwortlich einen Fonds managt?
Nach dem Studium sind in der Regel mehrere Jahre Berufserfahrung nötig, oft an der Seite erfahrener Fondsmanager in Research oder Portfoliomanagement, bevor man eigene Anlageentscheidungen für einen Fonds verantwortet. Eine feste Frist gibt es nicht; sie hängt von Arbeitgeber und Leistung ab.













