Scrum Coach: Aufgaben, Ausbildung und Zertifizierung

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Ein Scrum Coach begleitet Teams bei der Einführung und Anwendung der agilen Methode Scrum und achtet darauf, dass deren Prinzipien eingehalten werden. „Scrum Coach“ ist dabei keine im offiziellen Scrum Guide definierte Rolle: Das Framework kennt als Verantwortlichkeit den Scrum Master. In der Praxis werden beide Begriffe oft synonym verwendet, teils steht „Coach“ auch für eine erfahrenere, teamübergreifende Beratungsrolle. Scrum ist ein Teilbereich des agilen Projektmanagements und thematisch mit dem Agile Coach verwandt, ohne mit ihm gleichgesetzt zu werden.

Das Wort Scrum ist kein Akronym, sondern stammt aus dem Rugby und bezeichnet dort das Gedränge. Der Begriff geht auf den Aufsatz „The New New Product Development Game“ (Takeuchi/Nonaka, 1986) zurück und unterstreicht die Bedeutung gruppendynamischer Prozesse für die Arbeit mit Scrum.

Was macht ein Scrum Coach?

Ein Scrum Coach begleitet ein sogenanntes Scrum-Team und unterstützt es dabei, die Scrum-Prinzipien und -Praktiken einzuhalten. Scrum ist eine spezielle Arbeits-, Vorgehens- und Organisationsweise im agilen Projektmanagement und kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn Teams Produkte schnell entwickeln oder verbessern müssen.

Ein Scrum-Team besteht laut Scrum Guide aus drei Verantwortlichkeiten: dem Product Owner (verantwortlich für den Produktwert und das Product Backlog), dem Scrum Master (verantwortlich für die richtige Anwendung von Scrum) und den Developern, die das Produktinkrement erstellen. Eine klassische Projektleiter-Rolle sieht Scrum ausdrücklich nicht vor.

Der Scrum Coach ist vor allem in Bezug auf gruppendynamische und kommunikative Aspekte beobachtend und beratend tätig. Je nach Branche und Unternehmen können Tätigkeitsfeld und Anforderungen deutlich variieren; der Fokus liegt aber grundsätzlich auf der Zusammenarbeit im Team während der Projektarbeit.

Die Ausbildung zum Scrum Coach

Regelung der Ausbildung und Ablauf

Für die Tätigkeit als Scrum Coach gibt es keine gesetzlich geregelte oder staatlich geschützte Ausbildung; „Scrum Coach“ ist keine geschützte Berufsbezeichnung. Kenntnisse werden über Weiterbildungen und Zertifizierungskurse privater Anbieter erworben. Ergänzend bieten die Industrie- und Handelskammern den Lehrgang „Fachkraft für agiles Projektmanagement (IHK)“ an, der klassisches und agiles Projektmanagement inklusive Scrum abdeckt und mit einer Projektarbeit sowie einem IHK-Zertifikat abschließt.

Die Inhalte solcher Weiterbildungen umfassen die Grundprinzipien von Agilität und der Scrum-Methode sowie Methoden zur Beobachtung und Beeinflussung gruppendynamischer Prozesse. Angehende Scrum Coaches sollen vor allem in drei Punkten befähigt werden:

  • Unterstützung bei der Einführung und Organisation einer an Scrum orientierten Arbeitsweise
  • Unterstützung des Product Owners, der für den Produktwert und das Product Backlog verantwortlich ist
  • Unterstützung und Begleitung des Entwicklungsteams, insbesondere im Hinblick darauf, ob die Scrum-Prinzipien konsequent umgesetzt werden – etwa als Supervisor bei regelmäßigen Kurzbesprechungen

Dauer der Ausbildung

Die Dauer hängt vom jeweiligen Kurs ab. Der weit verbreitete Certified-ScrumMaster-Kurs der Scrum Alliance umfasst beispielsweise 16 Stunden, meist verteilt auf zwei Tage; andere Anbieter und mehrmodulige Lehrgänge variieren entsprechend. Sinnvoll ist es, bereits Grundkenntnisse im agilen Projektmanagement mitzubringen, auch wenn formale Zulassungsvoraussetzungen meist fehlen: Ohne Grundverständnis agiler Methoden lassen sich die Inhalte kaum praktisch nutzen.

Abschluss und Zertifizierung

Viele private Kurse schließen mit dem international anerkannten Zertifikat Certified ScrumMaster (CSM) der Scrum Alliance ab. Voraussetzung ist die Teilnahme an einem 16-stündigen Kurs bei einem Certified Scrum Trainer sowie das Bestehen einer anschließenden Prüfung (50 Multiple-Choice-Fragen, mindestens 74 Prozent richtig). Das CSM-Zertifikat ist zwei Jahre gültig und wird über Weiterbildungseinheiten (Scrum Education Units) verlängert.

Weiterbildung zum Agile Coach

Schaubild: Vom Scrum Coach zum Agile Coach

Wer die Weiterbildung zum Scrum Coach absolviert hat, ist mit den Methoden agiler Entwicklungsprozesse vertraut. Ein typischer nächster Schritt ist die Weiterbildung zum Agile Coach, der Agilität über einzelne Teams hinaus auf Organisationsebene begleitet.

Fazit

Scrum Coaches unterstützen Teams dabei, agil und nach den Scrum-Prinzipien zu arbeiten. Indem sie gruppendynamische Prozesse begleiten und als eine Art Supervisor wirken, tragen sie zur Zusammenarbeit in Teams bei, die Produkte mit agilen Methoden entwickeln. Da „Scrum Coach“ keine geschützte Bezeichnung ist, lohnt beim Kursvergleich ein Blick auf anerkannte Zertifizierungen wie den CSM der Scrum Alliance.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Scrum Coach und Scrum Master?

Der Scrum Master ist die im Scrum Guide definierte Verantwortlichkeit innerhalb eines Scrum-Teams und sorgt für die richtige Anwendung von Scrum. „Scrum Coach“ ist keine offizielle Scrum-Rolle; der Begriff wird oft synonym zum Scrum Master genutzt, teils aber auch für eine erfahrenere, teamübergreifende Coaching-Tätigkeit.

Welche Voraussetzungen braucht man für eine Scrum-Coach-Ausbildung?

Formale Zulassungsvoraussetzungen gibt es meist nicht. Für den Certified-ScrumMaster-Kurs der Scrum Alliance sind keine Vorkenntnisse zwingend, in der Praxis sind Grundkenntnisse im agilen Projektmanagement aber sehr hilfreich, um die Inhalte anwenden zu können.

Welche Zertifizierungen sind für Scrum Coaches anerkannt?

Weit verbreitet ist der Certified ScrumMaster (CSM) der Scrum Alliance, den man über einen Kurs bei einem Certified Scrum Trainer und eine Prüfung erwirbt. Daneben decken IHK-Lehrgänge wie „Fachkraft für agiles Projektmanagement (IHK)“ agiles Projektmanagement inklusive Scrum ab.

Ist Scrum Coach ein geschützter Beruf?

Nein. Es handelt sich weder um einen anerkannten Ausbildungsberuf noch um eine geschützte Berufsbezeichnung. Qualifikationen werden über Weiterbildungen und Zertifikate nachgewiesen.

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