Fotolaborant: Aufgaben, Ausbildung und was aus dem Beruf wurde

Fotolaborant bei der Arbeit im Fotolabor
geralt / Pixabay

Der Fotolaborant ist auf die technischen Aufgaben der Fotografie sowie der Foto- und Medientechnik spezialisiert. Anders als der gestalterisch arbeitende Fotograf kümmert er sich vor allem um das Erstellen, Bearbeiten und Gestalten von analogen und digitalen Bildern und fotografischen Produkten.

Aufgaben eines Fotolaboranten

In der technischen Fotografie fertigt ein Fotolaborant Verkleinerungen und Vergrößerungen, Reproduktionen und Bildmontagen an. Auch das Retuschieren und Restaurieren von Aufnahmen gehört dazu. Mit der Digitalisierung verlagerten sich viele dieser Arbeitsschritte zunehmend an den Computer.

Ein zweites Feld ist die chemische Analyse fotografischer Lösungen und Bäder – etwa die Lichtempfindlichkeit fotografischer Materialien oder das Entwicklungsverhalten von Filmen. Die Kontrolle erfolgt unter anderem mit dem Densitometer.

Beschäftigt wurden Fotolaboranten im öffentlichen Dienst, in Forschungseinrichtungen und in der Wirtschaft, wo etwa Sonderentwicklungen, Mikrofilme oder Mikroskopaufnahmen entstehen. Viele dieser Arbeiten laufen handwerklich ab, teils bei Speziallicht oder in völliger Dunkelheit. In der Reproduktionsfotografie werden zum Beispiel Kartografien oder Zeichnungen vervielfältigt. In Filmkopierwerken und fototechnischen Kopieranstalten überwachen Fotolaboranten Entwicklungs- und Kopierprozesse sowie chemische Bäder. Eine Sonderrolle ist der Filmlichtbestimmer: Er steuert Farbe und Helligkeit einzelner Filmszenen, um eine bestimmte Bildstimmung zu erzeugen.

Ausbildung zum Fotolaborant

Schaubild: Fotolaborant

Der Fotolaborant war in Deutschland ein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG). Die duale Ausbildung dauerte zwei Jahre und wurde in Industrie und Handwerk angeboten.

Zur Ausbildung gehörten eine Zwischen- und eine Abschlussprüfung, jeweils mit einem schriftlichen und einem praktischen Teil. Im praktischen Teil der Abschlussprüfung war eine Arbeitsprobe anzufertigen; der schriftliche Teil deckte die Bereiche Technische Mathematik, Technologie sowie Wirtschafts- und Sozialkunde ab.

Nach der Ausbildung war eine weiterführende Ausbildung zum Fotomedienlaboranten möglich, bei der Interessierte direkt in das zweite Lehrjahr einsteigen konnten. Als Spezialisierungen kamen etwa der Film- oder Farblaborant sowie der Laborant in der Sensitometrie infrage.

Fotolaborant heute: Was aus dem Beruf wurde

Der eigenständige Ausbildungsberuf Fotolaborant wird nicht mehr angeboten. Zum 1. August 2013 wurde er aufgehoben und in den Beruf Mediengestalter Digital und Print der Fachrichtung Gestaltung und Technik integriert. Wer heute in dieses Berufsfeld möchte, orientiert sich daher an den medien- und fototechnischen Nachfolgeberufen; die klassischen Laborkenntnisse spielen vor allem noch in Nischen wie der analogen Fotografie, in Archiven oder in der Restaurierung eine Rolle.

Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauerte die Ausbildung zum Fotolaboranten?

Die duale Ausbildung dauerte zwei Jahre und fand in Industrie und Handwerk statt.

Gibt es den Ausbildungsberuf Fotolaborant heute noch?

Nein. Der Beruf wurde zum 1. August 2013 aufgehoben und in den Mediengestalter Digital und Print (Fachrichtung Gestaltung und Technik) integriert.

Welche Aufgaben hatte ein Fotolaborant?

Er übernahm die technischen Aufgaben der Fotografie: Vergrößerungen und Reproduktionen, Retusche und Restaurierung, die chemische Analyse fotografischer Bäder sowie die Überwachung von Entwicklungs- und Kopierprozessen, in Filmkopierwerken auch die Filmlichtbestimmung.

Welche Weiterbildung war nach der Ausbildung möglich?

Möglich war eine weiterführende Ausbildung zum Fotomedienlaboranten mit Einstieg ins zweite Lehrjahr sowie Spezialisierungen wie Film- oder Farblaborant oder Laborant in der Sensitometrie. Heute führen die Wege über die Nachfolgeberufe rund um den Mediengestalter Digital und Print.