Headhunter: Aufgaben, Voraussetzungen und Wege in den Beruf

Headhunter im Gespräch mit einem Kandidaten
905513 / Pixabay

Ein Headhunter – im Fachjargon Personalberater – sucht im Auftrag von Unternehmen gezielt nach Fach- und Führungskräften und spricht geeignete Kandidaten direkt an. Wer aktiv an seiner Karriere arbeitet, kommt an diesen Beratern früher oder später nicht vorbei.

Was macht ein Headhunter?

Die großen Executive-Search-Agenturen suchen längst nicht mehr nur Vorstandskandidaten für börsennotierte Großkonzerne. Heute besetzen auch mittelständische Unternehmen Stellen unterhalb des Top-Managements mithilfe von Personalberatungen. Die Berater konzipieren Stellenprofile, sichten Lebensläufe, führen Interviews und begleiten aussichtsreiche Bewerber bis ins Vorstellungsgespräch. Entscheidend ist, dass ein Kandidat nicht nur fachlich die Anforderungen erfüllt, sondern auch menschlich zum Auftraggeber passt.

Der Kern der Arbeit ist die Direktansprache (Direct Search): Headhunter gehen aktiv auf Personen zu, die aktuell in anderen Unternehmen beschäftigt sind – häufig über berufliche Netzwerke wie Xing und LinkedIn, über Datenbanken, Empfehlungen und Fachkontakte. Diese Direktansprache ist in der Branche die vorherrschende Suchmethode; laut Marktstudien des Bundesverbands Deutscher Unternehmensberatungen (BDU) setzt sie die große Mehrheit der Personalberatungen ein. Der Bundesgerichtshof hat die kurze Kontaktaufnahme am Arbeitsplatz unter bestimmten Voraussetzungen für wettbewerbsrechtlich zulässig erklärt.

Diskretion und Spezialisierung

Diskretion ist eine der wichtigsten Eigenschaften eines Personalberaters. In der Regel haben die angesprochenen Kandidaten bereits eine gut dotierte Stelle inne und möchten keinesfalls, dass ihr aktueller Arbeitgeber von möglichen Wechselabsichten erfährt. Auch die auftraggebenden Unternehmen legen großen Wert auf Verschwiegenheit – vor allem, wenn Vertrauenspositionen wie die einer Prokuristin oder eines Geschäftsführers zu besetzen sind oder sensible Aufgaben wie eine forensische Revision anstehen.

Meist sind Personalberater auf eine bestimmte Branche oder Berufsgruppe spezialisiert. Nur so bauen sie ein belastbares Netzwerk auf und eignen sich genug Sachverstand an, um mit Auftraggebern und Kandidaten auf Augenhöhe zu sprechen.

Wie werden Personalberatungen bezahlt?

Personalberatungen arbeiten üblicherweise erfolgsabhängig. Das Honorar orientiert sich am ausgehandelten Einkommen des vermittelten Kandidaten; die genaue Höhe hängt von Auftrag, Position und Vereinbarung ab. Bezahlt wird also nicht die reine Suche, sondern in erster Linie die erfolgreiche Besetzung.

Wie wird man Headhunter?

Schaubild: Headhunter

Personalberater ist weder ein geregelter Ausbildungs- noch ein eigener Studienberuf; auch die Berufsbezeichnung ist rechtlich nicht geschützt. Einen festen Ausbildungsweg gibt es also nicht. Gern gesehen sind wirtschafts- oder rechtswissenschaftliche Abschlüsse, häufig trifft man aber auch auf Absolventen der Psychologie, Pädagogik oder Soziologie.

Wer ein BWL- oder Jurastudium abgeschlossen und schon währenddessen Praxis im Bereich Human Resources gesammelt hat, kann den Direkteinstieg als Junior-Berater bei einer Agentur versuchen. Häufiger bringen Berater jedoch bereits mehrjährige Berufserfahrung mit und kennen die Branche, für die sie künftig Fach- und Führungskräfte gewinnen sollen. Ein solcher Quereinstieg mit gutem Netzwerk ist in der Personalberatung verbreitet. Daneben gibt es IHK-geprüfte Weiterbildungen im Bereich Personalvermittlung und Personalberatung.

Wer sich für den Beruf interessiert, sollte kommunikationsstark, stressresistent und flexibel sein. Es ist durchaus üblich, mit Kandidaten spät abends zu verhandeln oder auch einmal am Sonntag ein Gespräch zu führen.

Häufig gestellte Fragen

Braucht man ein bestimmtes Studium, um Headhunter zu werden?

Nein. Es gibt keinen vorgeschriebenen Studien- oder Ausbildungsweg. Von Vorteil sind wirtschaftswissenschaftliche, juristische, psychologische oder sozialwissenschaftliche Abschlüsse. Ebenso verbreitet ist der Quereinstieg von Fachkräften, die bereits Branchenerfahrung und ein gutes Netzwerk mitbringen.

Ist „Headhunter“ ein geschützter oder geregelter Beruf?

Nein. Für die Personalberatung gibt es keine spezielle Berufsausbildung, und die Berufsbezeichnung ist nicht geschützt. Entscheidend sind daher Erfahrung, Netzwerk und die eingesetzten Suchmethoden, nicht ein bestimmter Titel.

Welche persönlichen Eigenschaften sind besonders wichtig?

Diskretion steht an erster Stelle, weil Headhunter mit vertraulichen Wechselabsichten und sensiblen Positionen umgehen. Hinzu kommen Kommunikationsstärke, Menschenkenntnis, Belastbarkeit und Flexibilität.

Wie finden Headhunter geeignete Kandidaten?

Vor allem über die Direktansprache: Sie gehen aktiv auf passende Personen zu, die derzeit in anderen Unternehmen arbeiten – etwa über berufliche Netzwerke wie Xing und LinkedIn, über Datenbanken, Empfehlungen und Fachkontakte.

Wie werden Personalberatungen bezahlt?

In der Regel erfolgsabhängig: Das Honorar orientiert sich am ausgehandelten Einkommen des vermittelten Kandidaten und wird meist erst bei erfolgreicher Besetzung fällig. Die konkrete Höhe hängt von Auftrag und Vereinbarung ab.