Fotomedienlaborant: Berufsbild, Ausbildung und Nachfolgeberuf

Beitragsbild: mit KI erstellt (Symbolbild)

Der Fotomedienlaborant (auch Fotomedienlaborantin) war ein bundesweit anerkannter Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz. Er stellte Bilder und Reproduktionen mit analogen und digitalen Verfahren her und bearbeitete sie. Geregelt wurde die Ausbildung durch die Verordnung vom 10. Dezember 1997; sie löste den klassischen Fotolaboranten ab und trug der zunehmenden Digitalisierung der Fotografie Rechnung. Zum 1. August 2013 wurde der Beruf außer Kraft gesetzt und durch den Ausbildungsberuf Mediengestalter/in Digital und Print (Fachrichtung Gestaltung und Technik) abgelöst. Wer heute in dieses Feld einsteigen möchte, absolviert also die Ausbildung zum Mediengestalter – das Berufsbild des Fotomedienlaboranten bleibt aber ein guter Ausgangspunkt, um die Tätigkeit zu verstehen.

Ausbildung zum Fotomedienlaboranten

Schaubild: Fotomedienlaborant

Die Ausbildung war eine duale Ausbildung in Betrieb und Berufsschule und dauerte drei Jahre. Es handelte sich um einen Monoberuf, der ohne Fachrichtungen oder Schwerpunkte in Industrie und Handwerk ausgebildet wurde. Wer bereits eine abgeschlossene Ausbildung als Fotolaborant mitbrachte, konnte sich diese mit einem Jahr anrechnen lassen – die verbleibende Ausbildungszeit betrug dann zwei Jahre.

Rechtlich war keine bestimmte schulische Vorbildung vorgeschrieben. In der Praxis stellten die Betriebe überwiegend Bewerberinnen und Bewerber mit mittlerem Bildungsabschluss ein. Hilfreich waren vertiefte Kenntnisse in Chemie (für das Ansetzen fotochemischer Bäder), Mathematik (etwa zum Berechnen von Belichtungszeiten und Filterwerten) und Physik.

Vor Ende des zweiten Ausbildungsjahres stand eine Zwischenprüfung an. Die Abschlussprüfung wurde vor der Industrie- und Handelskammer abgelegt. Sie bestand aus einem praktischen Teil – fünf Arbeitsproben und einem Prüfungsstück – sowie einem schriftlichen Teil in den Fächern labortechnische Arbeiten, Arbeitsplanung und Arbeitsorganisation, Gestaltung sowie Wirtschafts- und Sozialkunde.

Aufgaben und Tätigkeiten eines Fotomedienlaboranten

Fotomedienlaboranten stellten Bilder, Kopien, Reproduktionen und Retuschen her – sowohl mit analogen als auch mit digitalen Techniken. Sie planten die Arbeitsabläufe, führten sie durch und dokumentierten die Ergebnisse. In größeren Labors lag der Schwerpunkt eher auf der Überwachung der Maschinen, in kleineren Betrieben stärker auf der Einzelentwicklung in der Dunkelkammer. Die Produkte reichten von Massenabzügen bis zu individuellen Einzelanfertigungen.

Aufgabe Tätigkeiten
Analoge Bildentwicklung Entwicklung von Filmen und Papieren in der Dunkelkammer
Digitale Bildbearbeitung Retusche von Bildern, Farbkorrekturen, Bildmontage
Reproduktionstechniken Anfertigung von Kopien, Scannen von Dias, archivarische Aufbereitung von Bildmaterial
Druck und Ausarbeitung Erstellung von Abzügen, Reproduktionen und Druckprodukten
Kundenberatung Beratung von Kunden bei der Bildauswahl und der Ausführung labortechnischer Arbeiten
Qualitätssicherung Prüfung der Bildqualität und Einhaltung der Qualitätsstandards

Zur Arbeit gehörte der Umgang mit Belichtungsgeräten, Scannern, Bildbearbeitungssoftware und Druckmaschinen ebenso wie der Kontakt mit fotochemischen Bädern und Dämpfen – entsprechend wichtig waren Sorgfalt, Chemiekenntnisse und Arbeitsschutz.

Wo Fotomedienlaboranten arbeiteten

Beschäftigung fanden Fotomedienlaboranten vor allem in Fotolabors und Druckereien, die Bilder für Zeitschriften oder Plakate aufbereiteten, sowie in Rundfunk- und Fernsehanstalten und in Verlagen mit Bildredaktion. Ausgebildet wurde unter anderem in Fotostudios, Werbeagenturen und Forschungseinrichtungen.

Weiterbildung, Aufstieg und Nachfolgeberuf

Wer eine leitende Position anstrebte, konnte eine Aufstiegsweiterbildung ins Auge fassen – etwa zum Techniker beziehungsweise zur Technikerin. Mit einer Hochschulzugangsberechtigung kam auch ein Studium infrage, ebenso der Schritt in die Selbstständigkeit.

Da der Beruf seit 2013 nicht mehr ausgebildet wird, führt der Weg heute über die Ausbildung zum Mediengestalter beziehungsweise zur Mediengestalterin Digital und Print (Fachrichtung Gestaltung und Technik). Verwandte Berufe mit ähnlichen Tätigkeiten sind außerdem staatlich geprüfte Foto- und medientechnische Assistenten, der Beruf Fotograf/in sowie Mediengestalter/in Bild und Ton.

Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauerte die Ausbildung zum Fotomedienlaboranten?

Die duale Ausbildung dauerte in der Regel drei Jahre. Wer bereits eine Ausbildung als Fotolaborant abgeschlossen hatte, konnte diese mit einem Jahr anrechnen lassen und die restliche Ausbildung in zwei Jahren absolvieren.

Welche Voraussetzungen brauchte man für die Ausbildung?

Rechtlich war keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben. Die Betriebe stellten jedoch überwiegend Bewerberinnen und Bewerber mit mittlerem Bildungsabschluss ein. Gute Kenntnisse in Chemie, Mathematik und Physik waren von Vorteil.

Gibt es den Ausbildungsberuf Fotomedienlaborant noch?

Nein. Der Beruf trat zum 1. August 2013 außer Kraft und wurde durch den Ausbildungsberuf Mediengestalter/in Digital und Print (Fachrichtung Gestaltung und Technik) abgelöst. Eine neue Ausbildung zum Fotomedienlaboranten ist seitdem nicht mehr möglich.

Welche Aufstiegs- und Weiterbildungsmöglichkeiten gab es?

Möglich war eine Aufstiegsweiterbildung, zum Beispiel zum Techniker beziehungsweise zur Technikerin. Mit Hochschulzugangsberechtigung kam ein Studium infrage, und auch die Selbstständigkeit war ein denkbarer Weg.

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