Journalist werden: Aufgaben, Ausbildungswege und Berufseinstieg

Journalist am Schreibtisch mit Notizblock und Laptop im Redaktionsbüro
Robert-Owen-Wahl / Pixabay

Journalistinnen und Journalisten recherchieren Themen, ordnen Informationen ein und bereiten sie für Print, Radio, Fernsehen oder Onlinemedien auf. Sie informieren die Öffentlichkeit über gesellschaftliche, politische, wirtschaftliche und kulturelle Ereignisse. Zum Handwerk gehören eine sorgfältige Recherche, das Führen von Interviews, der Besuch von Pressekonferenzen und das Verfassen oder Produzieren von Beiträgen. Je nach Medium moderieren sie Sendungen, berichten als Reporterin oder Reporter vor Ort oder übernehmen Schnitt und Vertonung selbst.

Der Arbeitsalltag als Journalist

Wie der Arbeitstag aussieht, hängt stark vom Medium ab: Fernsehjournalisten haben andere Abläufe als Kolleginnen und Kollegen bei einer Zeitung. In einer Zeitungsredaktion sieht ein typischer Tag oft so aus, dass tagesaktuelle Themen recherchiert, aufbereitet und in die Redaktionskonferenz eingebracht werden, bevor die Beiträge zum Layout gehen. Als Arbeitgeber kommen grundsätzlich sämtliche Mediengattungen infrage, dazu Nachrichtenagenturen, Pressestellen und TV-Produktionsfirmen. Viele Journalistinnen und Journalisten arbeiten außerdem in der Öffentlichkeitsarbeit.

Ausbildung und Wege in den Journalismus

„Journalist“ ist in Deutschland keine geschützte Berufsbezeichnung, und einen staatlich geregelten Ausbildungsberuf gibt es nicht. Der Zugang zum Beruf ist über die Pressefreiheit (Artikel 5 Grundgesetz) bewusst offen gehalten, sodass grundsätzlich jede und jeder journalistisch arbeiten kann. In der Praxis haben sich mehrere Einstiegswege etabliert:

  • Volontariat: die praxisnahe Ausbildung direkt in einer Redaktion und der klassische Einstieg. Laut Tarifvertrag dauert es in der Regel 24 Monate; bei einem abgeschlossenen Studium kann es auf bis zu 15 Monate verkürzt werden. Volontärinnen und Volontäre durchlaufen mehrere Ressorts – mindestens Lokales, Politik und einen weiteren Bereich – und besuchen zusätzlich rund sechs Wochen außerbetriebliche Kurse.
  • Journalistenschule: eine stark praxisorientierte, meist 18 bis 24 Monate dauernde Ausbildung an Einrichtungen wie der Deutschen Journalistenschule, der Henri-Nannen-Schule oder der Axel-Springer-Akademie. Die Plätze sind begehrt, die Auswahl ist streng.
  • Studium: ein Studium der Journalistik, des Journalismus oder der Kommunikations- und Medienwissenschaften vermittelt Theorie und Methodik. Ein Bachelor dauert meist sechs bis acht Semester; Schwerpunkte wie Online-, Wirtschafts- oder Musikjournalismus sind möglich.
  • Quereinstieg: Wer über Blogs, Podcasts, freie Mitarbeit oder ein Fachgebiet überzeugende Arbeitsproben vorweisen kann, findet auch ohne klassische Ausbildung den Weg in Redaktionen.

Für die Aufnahme an einer Schule oder ins Volontariat sind in der Regel eine Arbeitsprobe und ein Aufnahmetest gefragt. Ein Praktikum oder erste freie Mitarbeit hilft, das Handwerk kennenzulernen und Kontakte zu knüpfen.

Schaubild: Journalist/in

Studienmöglichkeiten für angehende Journalisten

Der Unterricht an Journalistenschulen ist konsequent praxisbezogen. Ein akademischer Abschluss ist bei vielen Arbeitgebern angesehen und vermittelt Grundlagen etwa in Medienwissenschaft, Medienrecht und Sozialwissenschaften. Je nach Hochschule unterscheiden sich Schwerpunkte und Inhalte. Freie Journalistenschulen bieten Inhalte teils auch im Fernstudium an; solche Fernlehrgänge schließen mit einem institutsinternen Zeugnis ab, ihre Dauer variiert je nach Anbieter.

5 gute Gründe für die Arbeit als Journalist

  • Die Arbeit ist abwechslungsreich, weil man sich ständig in neue Themen einarbeitet.
  • Journalistinnen und Journalisten sind nah am Tagesgeschehen und kommen mit sehr unterschiedlichen Menschen ins Gespräch.
  • Die Tätigkeit trägt zur öffentlichen Meinungsbildung bei – eine Aufgabe mit gesellschaftlicher Bedeutung.
  • Der Onlinejournalismus wächst und eröffnet zusätzliche Arbeitsfelder.
  • Es gibt Aufstiegswege wie Chef vom Dienst, Ressortleitung oder Chefredaktion, ebenso die Möglichkeit, freiberuflich mit eigenem Büro zu arbeiten.

Häufig gestellte Fragen

Welche Ausbildungswege führen zum Beruf Journalist?

Es gibt vier gängige Wege: das Volontariat in einer Redaktion, die Ausbildung an einer Journalistenschule, ein Studium (Journalistik, Journalismus oder Medienwissenschaften) sowie den Quereinstieg über Arbeitsproben aus Blogs, Podcasts oder freier Mitarbeit.

Braucht man ein Studium, um Journalist zu werden?

Nein. „Journalist“ ist keine geschützte Berufsbezeichnung, ein Studium ist keine Pflicht. Als klassischer und anerkannter Einstieg gilt das Volontariat; auch Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger können sich mit guten Arbeitsproben durchsetzen.

Wie lange dauert ein journalistisches Volontariat?

Laut Tarifvertrag dauert es in der Regel 24 Monate. Mit abgeschlossenem Studium ist eine Verkürzung auf bis zu 15 Monate möglich. Dabei durchlaufen Volontäre mehrere Ressorts und besuchen zusätzlich außerbetriebliche Kurse.

Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es im Journalismus?

In Redaktionen sind Positionen wie Chef vom Dienst, Ressortleitung oder Chefredaktion möglich. Daneben arbeiten viele Journalistinnen und Journalisten freiberuflich, teils mit eigenem Büro.

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