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Brauer und Mälzer verbinden zwei eng verwandte Handwerke: Aus Getreide entsteht Malz, aus Malz wird Bier. Der Beruf reicht vom Verarbeiten der Rohstoffe über die Gär- und Filterprozesse bis zum fertigen, abgefüllten Getränk – heute mit moderner Anlagentechnik und laufender Qualitätskontrolle. Gebraut wird nach dem deutschen Reinheitsgebot aus Wasser, Malz, Hopfen und Hefe, und je nach Verfahren entstehen Sorten wie Pils, Hefeweizen, Stout oder Bockbier.

Wer die Vielfalt der Bierstile kennenlernen möchte, findet bei den Hopfenhelden eine Übersicht zu beliebten Bierstilen.
Was macht ein Brauer und Mälzer?
Am Anfang steht das Mälzen: Gerste wird zum Keimen gebracht, gedarrt und so zu Malz verarbeitet. Das Malz bestimmt Farbe, Geschmack und am Ende die Biersorte mit – deshalb ist die Malzherstellung die Grundlage des Brauens. Anschließend werden Malz, Wasser, Hopfen und Hefe zu Bier, Biermischgetränken und alkoholfreien Getränken verarbeitet. Fachkräfte bedienen und warten die Anlagen und Abfüllmaschinen, steuern und optimieren die Prozesse und prüfen laufend die Rohstoffe und Zwischenprodukte. Hygiene hat dabei einen hohen Stellenwert, weil kleine Nachlässigkeiten ganze Sude verderben können. Zum Beruf gehören außerdem das Lagern, Verladen und Präsentieren der fertigen Produkte, das Inbetriebnehmen von Schankanlagen sowie eine geschulte Sensorik bei der Qualitätsbewertung.
Ausbildung zum Brauer und Mälzer: Dauer und Aufbau
Brauer und Mälzer ist ein bundesweit anerkannter Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz und der Handwerksordnung. Die duale Ausbildung dauert drei Jahre und findet im Betrieb – in Brauereien, Mälzereien oder in der Getränkeindustrie – sowie in der Berufsschule statt; der schulische Teil wird häufig als Blockunterricht in überregionalen Fachklassen organisiert.
Seit dem 1. August 2021 gilt eine modernisierte Ausbildungsordnung. Geprüft wird in Form einer gestreckten Abschlussprüfung: Teil 1 findet im vierten Ausbildungshalbjahr statt, Teil 2 am Ende der Ausbildung. Teil 2 umfasst die Bereiche Brauprozesse, Betriebstechnik, Verfahrenstechnologie sowie Wirtschafts- und Sozialkunde.
Voraussetzungen für die Ausbildung
Rechtlich ist keine bestimmte schulische Vorbildung vorgeschrieben. In der Praxis stellen die Betriebe überwiegend Bewerberinnen und Bewerber mit Hauptschulabschluss oder mittlerem Bildungsabschluss ein. Wichtiger als der Abschluss sind häufig die persönlichen Voraussetzungen: Sinn für Sauberkeit und Hygiene, technisches Verständnis oder zumindest Interesse an Technik sowie ein gutes Gespür für Geschmack und Geruch.
Nach der Ausbildung: Perspektiven und Weiterbildung
Ausgebildete Brauer und Mälzer arbeiten in Brauereien und Mälzereien, in der Getränkeindustrie und bei Herstellern alkoholfreier Getränke; die Kenntnisse lassen sich auch in der Anlagentechnik, in der Wartung oder in der Beratung von Anlagenbauern einsetzen. Mit Berufserfahrung und dem nötigen Kapital ist ebenso der Schritt in die Selbstständigkeit mit einer eigenen (Klein-)Brauerei möglich.
Für den fachlichen Aufstieg bietet sich die Weiterbildung zum Brau- und Malzmeister beziehungsweise Braumeister an; ebenso möglich sind der Brau- und Getränketechniker oder ein Studium im Bereich Brauwesen und Getränketechnologie. Wer seine Sensorik vertiefen möchte, kann die Ausbildung zum Diplom-Biersommelier absolvieren und lernt dort, Biere fachkundig zu verkosten und zu beschreiben – ein Vorteil bei der Produktentwicklung und im Marketing. Weitere Infos zur Ausbildung zum Biersommelier bietet der Verband der Diplom-Biersommeliers.
Häufig gestellte Fragen
Wie lange dauert die Ausbildung zum Brauer und Mälzer?
Die duale Ausbildung dauert drei Jahre. Sie schließt mit einer gestreckten Abschlussprüfung ab, deren Teil 1 im vierten Ausbildungshalbjahr und deren Teil 2 am Ende der Ausbildung abgelegt wird.
Welchen Schulabschluss braucht man für die Ausbildung?
Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis stellen die meisten Betriebe Auszubildende mit Hauptschulabschluss oder mittlerem Bildungsabschluss ein. Neben dem Zeugnis zählen Sauberkeit, technisches Verständnis und ein gutes Geschmacks- und Geruchsempfinden.
Wo arbeiten Brauer und Mälzer?
Typische Arbeitgeber sind Brauereien, Mälzereien und Betriebe der Getränkeindustrie einschließlich der Hersteller alkoholfreier Getränke. Daneben kommen Tätigkeiten in der Anlagentechnik, in der Wartung und in der Beratung infrage.
Welche Weiterbildungen gibt es nach der Ausbildung?
Möglich sind unter anderem die Weiterbildung zum Brau- und Malzmeister beziehungsweise Braumeister, zum Brau- und Getränketechniker sowie ein Studium im Bereich Brauwesen und Getränketechnologie. Zusätzlich lässt sich die Sensorik über die Ausbildung zum Diplom-Biersommelier vertiefen.













