Inhaltsverzeichnis

Der Dienst bei der deutschen Bundespolizei ist anspruchsvoll und bringt auch gefährliche Situationen mit sich. Dafür ist die Laufbahn krisensicher: Wer den Vorbereitungsdienst durchläuft, wird verbeamtet und kann sich nach der Grundausbildung und einigen Dienstjahren spezialisieren. Die Bundespolizei ist zu Lande, zu Wasser und in der Luft im Einsatz; über Zusatzausbildungen lässt sich der Weg etwa in Richtung Diensthundewesen, Flugdienst, Personenschutz oder Spezialeinheiten weiterentwickeln.
Wer sich bewerben möchte, sollte den Ablauf des Einstellungstests kennen. Er unterscheidet sich danach, ob Sie sich für den mittleren oder den gehobenen Polizeivollzugsdienst bewerben.
Welche Abschnitte umfasst der Einstellungstest der Bundespolizei?
Unterschieden wird zwischen dem mittleren und dem gehobenen Dienst. Für den mittleren Dienst stehen ein Diktat und ein Vorstellungsgespräch im Mittelpunkt. Der gehobene Dienst beginnt mit einem computergestützten Test und einem Deutsch- beziehungsweise Aufsatzteil und umfasst zusätzlich ein Assessment-Center mit Gruppendiskussion, Kurzvortrag und Interview. Für beide Laufbahnen folgt anschließend der Sporttest und danach die polizeiärztliche Untersuchung.
Nach bestandenem Auswahlverfahren beginnt für den mittleren Dienst die rund zweieinhalbjährige Ausbildung an den Aus- und Fortbildungszentren der Bundespolizei. Für den gehobenen Dienst folgt ein etwa dreijähriges Studium an der Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung (Grundstudium in Brühl, weitere Abschnitte in Lübeck), das mit einem Diplom abschließt.
Wie laufen die einzelnen Abschnitte ab?
Beim Diktat für den mittleren Dienst wird ein Text zu einem aktuellen, polizeinahen Thema mit etwa 180 bis 250 Wörtern geschrieben. Geprüft werden Zeichensetzung, Groß- und Kleinschreibung sowie Getrennt- und Zusammenschreibung. Im anschließenden Vorstellungsgespräch geht es um Ihre Eignung und Motivation. Typische Fragen sind: Was sind Ihre Stärken und Schwächen? Warum möchten Sie zur Bundespolizei? Was erwarten Sie von diesem Beruf?
Der computergestützte Test für den gehobenen Dienst prüft unter anderem Allgemeinwissen, Merkfähigkeit, Mathematik-, Logik- und Konzentrationsleistung sowie das visuelle Vorstellungsvermögen; hinzu kommt ein kurzer Aufsatz in Form einer Erörterung. Im Assessment-Center zeigen sich in einer Gruppendiskussion das Verhalten in der Gruppe und die Ausdrucksfähigkeit, ein Kurzvortrag macht deutlich, wie überzeugend Sie mit wenig Vorbereitungszeit präsentieren, und ein strukturiertes Interview rundet den Teil ab (Persönlichkeit, Lebenslauf, Berufsmotivation).
Der Sporttest ist für beide Laufbahnen gleich aufgebaut und besteht aus drei Teilprüfungen: einem Koordinationstest (Kasten-Bumerang-Test), dem Pendellauf und dem 12-Minuten-Lauf. Beim Koordinationstest sind nach einer Vorwärtsrolle Hindernisse an einem Kasten möglichst schnell zu überwinden. Der Pendellauf geht über vier mal zehn Meter. Beim 12-Minuten-Lauf (Cooper-Test) wird ein markiertes Rechteck mit 100 Metern Umfang möglichst oft umrundet.
Die polizeiärztliche Untersuchung steht meist am letzten Auswahltag. Geprüft werden unter anderem Seh- und Hörvermögen sowie die körperliche und gesundheitliche Eignung für den Polizeidienst; dazu gehören in der Regel auch Herz-Kreislauf-Checks und Laboruntersuchungen.
Wie bereite ich mich auf den Einstellungstest vor?
Für den Sportteil helfen regelmäßiges Laufen, Schwimmen und das gezielte Üben der einzelnen Disziplinen. Vor allem Ausdauer, Kraft und Koordination werden geprüft und sollten trainiert werden. Für das Diktat eignen sich klassische Diktatübungen, etwa digital oder mit Übungstexten aus dem Internet. Auch strukturierte Online-Trainings zum Einstellungstest, wie das digitale Angebot von Plakos, können die Vorbereitung unterstützen.
Häufig gestellte Fragen
Welche Voraussetzungen muss ich für die Bewerbung erfüllen?
Vorausgesetzt werden unter anderem die deutsche Staatsangehörigkeit oder die eines EU-/EWR-Staates beziehungsweise der Schweiz, ein einwandfreies Führungszeugnis, gesundheitliche Eignung, ein Schwimmnachweis und in der Regel der Führerschein der Klasse B (Ausnahmen möglich). Für den mittleren Dienst brauchen Sie einen mittleren Bildungsabschluss (Realschulabschluss) oder einen Hauptschulabschluss mit abgeschlossener Berufsausbildung, für den gehobenen Dienst die Fachhochschulreife oder das Abitur. Beim mittleren Dienst liegt das Einstiegsalter üblicherweise zwischen 16 und 27 Jahren, beim gehobenen Dienst gilt in der Regel ein Höchstalter von 33 Jahren; mit abgeschlossener Berufsausbildung und Berufserfahrung sind höhere Altersgrenzen möglich.
Wie lange dauert die Ausbildung beziehungsweise das Studium?
Der mittlere Dienst wird über eine rund zweieinhalbjährige Ausbildung an den Aus- und Fortbildungszentren der Bundespolizei erreicht. Der gehobene Dienst führt über ein etwa dreijähriges Studium an der Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung, das mit einem Diplom abschließt.
Worin unterscheidet sich der Test für den mittleren und den gehobenen Dienst?
Der mittlere Dienst prüft vor allem Diktat und Vorstellungsgespräch. Beim gehobenen Dienst kommen ein computergestützter Test, ein Aufsatz und ein Assessment-Center mit Gruppendiskussion, Kurzvortrag und Interview hinzu. Sporttest und polizeiärztliche Untersuchung sind für beide Laufbahnen gleich.
Kann ich den Einstellungstest bei Nichtbestehen wiederholen?
Wer nicht besteht, kann sich in der Regel erneut für einen späteren Auswahltermin bewerben. Eine bundesweit feste Obergrenze für Versuche nennt die Bundespolizei öffentlich nicht; verbindliche Auskunft gibt die Einstellungsberatung der Bundespolizei.