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Wozu dient ein Telefoninterview bei der Bewerbung?
Viele Unternehmen schalten vor das persönliche Vorstellungsgespräch ein kurzes Telefoninterview, um eine Vorauswahl zu treffen. Für den Arbeitgeber ist das ein schneller Weg, offene Punkte aus den Bewerbungsunterlagen zu klären und einen ersten Eindruck zu gewinnen: Passt die fachliche Qualifikation? Stimmt die Kommunikation? Und warum hat sich die Bewerberin oder der Bewerber gerade hier beworben?
Weil der Anruf häufig unangekündigt kommt, zeigt sich dabei auch, wie jemand mit einer unvorbereiteten Situation umgeht und ob er sich schon mit dem Unternehmen beschäftigt hat. Für Firmen mit vielen Bewerbungen spart diese Vorstufe Zeit und Kosten, bevor sie zu ausführlichen Gesprächen einladen.
Wie bereite ich mich auf ein Telefoninterview vor?
Ein Telefoninterview ist ein vollwertiger Teil des Auswahlverfahrens – auch wenn der Arbeitgeber nur „kurz sprechen“ möchte. Die Bundesagentur für Arbeit rät, sich auf dieselben Fragen vorzubereiten wie bei einem persönlichen Vorstellungsgespräch und Lebenslauf sowie Anschreiben als Gedankenstütze bereitzulegen. Wer sich vorab über das Unternehmen und die ausgeschriebene Stelle informiert, wirkt im Gespräch deutlich souveräner.
Ebenso wichtig ist die telefonische Erreichbarkeit. Geben Sie in der Bewerbung eine zuverlässige Rufnummer an und achten Sie darauf, dass die Ansage auf Mailbox oder Anrufbeantworter seriös klingt. Kommt der Anruf zu einem ungünstigen Moment – unterwegs oder an einem lauten Ort –, nehmen Sie ihn besser nicht gehetzt an. Bitten Sie höflich um einen Rückruf oder melden Sie sich kurz darauf von einem ruhigen Ort aus.
Wie verhalte ich mich am Telefon richtig?
An einem ruhigen Ort und in entspannter Haltung telefoniert es sich am besten. Hören Sie aufmerksam zu und lassen Sie Ihr Gegenüber ausreden. Sprechgeschwindigkeit, Lautstärke und Aussprache sollten angenehm und deutlich sein – ein Lächeln beim Sprechen überträgt sich hörbar. Auf dem Sofa oder im Bett zu liegen ist keine gute Idee, weil der Ton dann leicht zu salopp gerät. Wer zum Schluss eigene Fragen stellt, zeigt Interesse und sammelt zugleich nützliche Informationen für ein mögliches Vorstellungsgespräch.
Checkliste für ein erfolgreiches Telefoninterview
- An einem ruhigen Ort telefonieren, die eigenen Unterlagen in Sichtweite.
- Vorab über Unternehmen und Stelle informieren und mit typischen Fragen rechnen.
- Den Gesprächspartner ausreden lassen und am Ende eigene Fragen stellen.
- Fragen zu Gehalt, Urlaub und Krankheitsregelungen gehören noch nicht in dieses erste Telefongespräch.
- Auf Sprechgeschwindigkeit, Lautstärke und deutliche Aussprache achten.
- Fragen sachlich und ohne langatmige Erklärungen beantworten.
- Den Gesprächspartner ruhig mit Namen ansprechen, damit aber nicht übertreiben.
Häufig gestellte Fragen
Wie lange dauert ein typisches Telefoninterview?
Ein Telefoninterview fällt meist deutlich kürzer aus als ein persönliches Vorstellungsgespräch. Wie lange es genau dauert, hängt von Unternehmen, Position und der Zahl der offenen Fragen ab – planen Sie sicherheitshalber ausreichend ungestörte Zeit ein.
Welche Fragen werden im Telefoninterview häufig gestellt?
Laut Bundesagentur für Arbeit sollten Sie sich auf dieselben Fragen vorbereiten wie im persönlichen Vorstellungsgespräch. Häufig geht es um Ihren Werdegang, Ihre Motivation für die Stelle, Ihre Stärken und Schwächen sowie um Rückfragen zu den Bewerbungsunterlagen.
Darf man beim Telefoninterview Notizen und Unterlagen nutzen?
Ja – das ist ein Vorteil des Telefongesprächs, denn Ihr Gegenüber sieht Sie nicht. Legen Sie Lebenslauf, Anschreiben, die Stellenanzeige und einen Notizblock in Reichweite. Die Bundesagentur für Arbeit empfiehlt ausdrücklich, Lebenslauf und Anschreiben als Gedankenstütze bereitzulegen.
Wie sollte man reagieren, wenn der Anruf ungünstig kommt?
Nehmen Sie das Gespräch nicht gehetzt aus einer lauten Umgebung an. Bitten Sie höflich um einen Rückruf zu einem passenden Zeitpunkt oder melden Sie sich kurz darauf von einem ruhigen Ort aus. Das wirkt professioneller als ein Gespräch mit Hintergrundlärm und Stress.