Berufsbilder im Finanzwesen: Überblick über die wichtigsten Bereiche

Beitragsbild: mit KI erstellt (Symbolbild)

Das Finanzwesen umfasst viele unterschiedliche Berufsbilder – vom Controlling über die Buchhaltung bis zur Wirtschaftsprüfung. Wer sich für Zahlen interessiert und strukturiert arbeitet, findet hier Tätigkeiten mit sehr unterschiedlichen Anforderungen an Ausbildung und Qualifikation. Dieser Überblick stellt fünf verbreitete Berufe der Finanzbranche vor und zeigt, welche Wege in sie hineinführen.

Beliebte Berufe in der Finanzbranche

Einige Berufsbilder sind bekannter und stärker nachgefragt als andere. Was sie verbindet: In der Regel setzt die Ausübung eine abgeschlossene Ausbildung oder ein Studium voraus, häufig ergänzt um eine spezialisierte Weiterbildung. Die folgenden fünf Berufe geben einen Querschnitt durch die Branche.

Schaubild: Finanzberufe im Vergleich

Controller

Ein Controller ist ein betriebswirtschaftlicher Berater im Unternehmen. Zu den Aufgaben gehören die Erstellung von Abschlüssen und Analysen, die Aufbereitung von Betriebskennzahlen sowie die Ermittlung von Einsparmöglichkeiten. Da Controller eng mit der Unternehmensführung zusammenarbeiten und deren finanzielle Entscheidungen vorbereiten, ist ein fundiertes Verständnis betriebswirtschaftlicher Zusammenhänge unerlässlich. Damit tragen sie eine hohe Verantwortung.

In den Beruf führen mehrere Wege: ein wirtschaftswissenschaftliches Studium, oft mit Controlling-Schwerpunkt, ein duales Studium mit Praxisanteil oder eine kaufmännische Ausbildung mit anschließender Weiterbildung – etwa zum Fachwirt Controlling oder Controller (IHK).

Buchhalter

Unternehmen sind gesetzlich verpflichtet, Bücher zu führen und finanzielle Transaktionen zu dokumentieren – deshalb gibt es in praktisch jedem Betrieb eine Buchhaltung. Die Hauptaufgabe besteht darin, ein- und ausgehende Rechnungen auf das jeweils richtige Konto zu buchen; dabei wird eng mit dem Controlling zusammengearbeitet. Sorgfalt und Konzentration sind entscheidend, denn Fehler können gravierende Folgen haben, etwa wenn aufgrund von Berechnungsfehlern zu wenig Steuern an das Finanzamt abgeführt werden. Der sichere Umgang mit einer professionellen Buchhaltungssoftware gehört heute zum Handwerk, weil sie wiederkehrende Aufgaben erleichtert und die Fehlerquote senkt.

Einen eigenständigen Ausbildungsberuf „Buchhalter“ gibt es nicht. Üblich ist eine kaufmännische Ausbildung mit anschließender Weiterbildung – etwa zum Finanzbuchhalter oder, als anspruchsvollere Aufstiegsfortbildung, zum Geprüften Bilanzbuchhalter (Bachelor Professional in Bilanzbuchhaltung). Auch ein wirtschaftswissenschaftliches Studium ist ein möglicher Einstieg.

Unternehmensberater

Unternehmensberater stehen Firmen bei betrieblichen Problemstellungen beratend zur Seite und bringen dabei ihr Fachwissen ein – vom Mittelständler bis zum Konzern. Für den Einstieg wird in der Regel ein abgeschlossenes Studium vorausgesetzt. Infrage kommen unter anderem:

Der Beruf ist häufig mit langen Arbeitszeiten und viel Reisetätigkeit verbunden. Wer über eine berufliche Station im Ausland nachdenkt, findet bei berufe.eu einen Überblick zu Schweizer Jobs für Deutsche.

Bankkaufmann

Bankkaufleute arbeiten überwiegend im Büro bei Banken und anderen Kreditinstituten. Zu ihren Aufgaben zählen die Beratung von Kunden, die Vermittlung von Krediten und die Abwicklung von Zahlungsaufträgen. Der Einstieg erfolgt klassisch über eine duale Ausbildung, die regulär drei Jahre dauert und bei guten Leistungen oder einschlägiger Vorbildung auf bis zu zweieinhalb Jahre verkürzt werden kann. Theorie und Praxis wechseln sich ab: Die Berufsschule vermittelt die Grundlagen, im Ausbildungsbetrieb werden die verschiedenen Abteilungen – etwa Privatkunden, Kredit oder Wertpapier – durchlaufen. Die Ausbildung ist dual aufgebaut und tariflich vergütet.

Wirtschaftsprüfer

Wirtschaftsprüfer prüfen Unternehmen in betriebswirtschaftlicher Hinsicht; ein zentraler Bestandteil ist die Prüfung des Jahresabschlusses, ergänzt um beratende Tätigkeiten. Der Weg in den Beruf ist anspruchsvoll: Vorausgesetzt wird ein abgeschlossenes Hochschulstudium – ein bestimmter Studiengang ist gesetzlich nicht vorgeschrieben, gut vorbereiten aber vor allem BWL, VWL und verwandte Wirtschaftswissenschaften. Anschließend ist eine mehrjährige praktische Tätigkeit nachzuweisen: mindestens drei Jahre bei einer Regelstudienzeit von acht oder mehr Semestern, andernfalls vier Jahre (§§ 8, 9 Wirtschaftsprüferordnung). Erst danach ist die Zulassung zum Wirtschaftsprüferexamen möglich, das als besonders anspruchsvoll gilt.

Häufig gestellte Fragen

Welche Ausbildung oder welches Studium braucht man für einen Beruf im Finanzwesen?

Das hängt vom Ziel ab. Für viele Einstiege genügt eine kaufmännische Ausbildung, etwa zum Bankkaufmann. Für Positionen im Controlling oder in der Unternehmensberatung ist meist ein wirtschaftswissenschaftliches Studium üblich. Höher qualifizierte Rollen wie Bilanzbuchhalter oder Wirtschaftsprüfer setzen zusätzlich eine Weiterbildung beziehungsweise ein Berufsexamen voraus.

Wie lange dauert die Ausbildung zum Bankkaufmann?

Die duale Ausbildung dauert regulär drei Jahre (36 Monate). Bei guten Leistungen oder passender Vorbildung ist eine Verkürzung auf zweieinhalb oder in Ausnahmen zwei Jahre möglich; den Antrag stellen Auszubildende und Ausbildungsbetrieb gemeinsam.

Welche Voraussetzungen gelten für das Wirtschaftsprüferexamen?

Erforderlich sind ein abgeschlossenes Hochschulstudium und eine mehrjährige praktische Tätigkeit – mindestens drei Jahre bei einer Regelstudienzeit von acht oder mehr Semestern, sonst vier Jahre. Die Einzelheiten regeln die §§ 8 und 9 der Wirtschaftsprüferordnung.

Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es vom Buchhalter zum Controller?

Wer in der Buchhaltung startet, kann sich über Weiterbildungen weiterentwickeln – etwa zum Geprüften Bilanzbuchhalter oder über einen Fachwirt Controlling beziehungsweise Controller (IHK) in Richtung Controlling. Ein berufsbegleitendes wirtschaftswissenschaftliches Studium ist ein weiterer Weg.