Baugeräteführer – Berufsbild, Ausbildung und Perspektiven

Baugeräteführer
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Berufsbild

Baugeräteführer arbeiten überwiegend auf Baustellen im Freien und bewegen dort große Maschinen wie Bagger, Radlader, Kräne oder Planierraupen. Sie bringen die Geräte zur Baustelle, stellen ihre Betriebsbereitschaft sicher und treffen vor Ort die nötigen Sicherheitsvorkehrungen. Während der Bauarbeiten führen und bedienen sie die zum Teil sehr teuren schweren Geräte: Sie heben Baugruben aus, verfüllen sie wieder, bewegen Steine, Bauschutt und Erde, legen Böschungen an oder setzen Fertigteile zusammen.

Neben technischem Verständnis ist handwerkliches Geschick gefragt, denn auch das Warten und Pflegen der Maschinen gehört zu den Aufgaben. Konzentration und Fingerspitzengefühl sind nötig, wenn große Bauteile mit dem Kran millimetergenau abgesetzt werden müssen. Dabei tragen Baugeräteführer eine hohe Verantwortung für die eigene Sicherheit und die anderer Personen auf der Baustelle. Auch in Werkstätten sind sie tätig: Dort rüsten sie Baugeräte um, wechseln Anbauteile und führen kleinere Reparaturen durch.

Ausbildung zum Baugeräteführer

Regelung und Ablauf

Baugeräteführer ist ein bundesweit anerkannter Ausbildungsberuf; die Ausbildung ist über die Ausbildungsverordnung von 1997 einheitlich geregelt. Ein bestimmter Schulabschluss ist rechtlich nicht vorgeschrieben. In der Praxis stellen Betriebe überwiegend Bewerber mit Hauptschulabschluss oder mittlerem Bildungsabschluss ein.

Die duale Ausbildung findet im Betrieb und in der Berufsschule statt. Im praktischen Teil lernen die Auszubildenden verschiedene Baugeräte und ihre Handhabung kennen – etwa das Verladen selbstfahrender Geräte, die Inbetriebnahme, das Führen der Fahrzeuge und die Außerbetriebnahme. Sie üben, Baugruben auszuheben, Böschungen anzulegen und Lasten mit dem Kran passgenau abzusetzen. Hinzu kommt, Fehler und Störungen an mechanisch, hydraulisch oder elektrisch betriebenen Baugruppen zu erkennen und zu beheben sowie Baustellen einzurichten und zu sichern. In der Berufsschule kommen die Fächer Technologie, Arbeitsplanung, Technische Mathematik sowie Wirtschafts- und Sozialkunde hinzu.

Dauer der Ausbildung

Die Ausbildung dauert drei Jahre.

Schaubild: Baugeräteführer

Zwischen- und Abschlussprüfung

Vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres findet eine Zwischenprüfung statt; ihr praktischer Teil umfasst eine Arbeitsprobe und ein Prüfungsstück in höchstens sechs Stunden. Der schriftliche Teil der Abschlussprüfung bezieht sich auf die Fächer Technologie, Arbeitsplanung, Technische Mathematik sowie Wirtschafts- und Sozialkunde; das Fach Technologie zählt dabei doppelt so viel wie jedes der drei anderen Fächer. Inhaltlich geht es zum Beispiel um Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz, Antriebsarten, Fahrwerks- und Bremssysteme oder die Arten von Baugeräten. Im praktischen Teil der Abschlussprüfung sind innerhalb von insgesamt höchstens sieben Stunden drei Arbeitsproben auszuführen, etwa das Anlegen einer Böschung, das Umrüsten eines Baugeräts und das Arbeiten mit einem Kran. Bestanden ist die Prüfung, wenn im praktischen und im theoretischen Teil jeweils ausreichende Leistungen erbracht werden.

Nach der Ausbildung

Baugeräteführer finden Arbeit im Straßenbau, Hochbau, Tiefbau sowie im Garten- und Landschaftsbau. Auch bei Herstellern von Baugeräten und im Baugerätehandel ist eine Anstellung möglich. Da Erd- und Baumaschinenarbeiten in praktisch allen Bausparten anfallen, sind ausgebildete Baugeräteführer breit einsetzbar.

Fort- und Weiterbildung

Zur Spezialisierung gibt es zahlreiche Kurse und Lehrgänge, etwa in der Gefahrgutverladung oder in der Reparatur von Baumaschinen. Nach einigen Jahren Berufserfahrung sind Aufstiegsfortbildungen möglich – zum Beispiel zum Geprüften Baumaschinenmeister, zum Polier, zum Techniker der Fachrichtung Betriebswissenschaft oder eine Qualifikation als Ausbilder.

Hilfreiche Links zum Beruf und zur Branche

Hauptverband der Deutschen Bauindustrie

Häufig gestellte Fragen

Welche Voraussetzungen braucht man für die Ausbildung zum Baugeräteführer?

Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis stellen die meisten Betriebe Bewerber mit Hauptschulabschluss oder mittlerem Bildungsabschluss ein. Wichtig sind technisches Verständnis, räumliches Vorstellungsvermögen und die Bereitschaft, im Freien und an schweren Maschinen zu arbeiten.

Wie lange dauert die Ausbildung und wie ist sie aufgebaut?

Die Ausbildung dauert drei Jahre und verläuft dual, also im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule. Der Berufsschulunterricht wird vielerorts als Blockunterricht organisiert.

Wie läuft die Abschlussprüfung ab?

Vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres steht eine Zwischenprüfung an. Die Abschlussprüfung besteht aus einem schriftlichen Teil in den Fächern Technologie, Arbeitsplanung, Technische Mathematik sowie Wirtschafts- und Sozialkunde und einem praktischen Teil mit drei Arbeitsproben in höchstens sieben Stunden.

Welche Fähigkeiten sind im Beruf wichtig?

Gefragt sind Freude am Umgang mit Maschinen, technisches Verständnis und räumliches Vorstellungsvermögen sowie sorgfältiges, zuverlässiges Arbeiten. Weil die Tätigkeit im Freien und an schweren Geräten stattfindet, gehören auch körperliche Belastbarkeit und Teamfähigkeit dazu.

Welche Weiterbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten gibt es?

Nach einigen Jahren Berufserfahrung sind Aufstiegsfortbildungen möglich, etwa zum Geprüften Baumaschinenmeister, zum Polier oder zum Techniker. Daneben gibt es Speziallehrgänge, zum Beispiel in der Gefahrgutverladung.