Hochbaufacharbeiter: Ausbildung, Schwerpunkte und Berufsbild

Hochbaufacharbeiter errichten Rohbauten und übernehmen grundlegende Arbeiten im Hochbau – vom Mauern und Betonieren bis zu Schornstein- und Abbrucharbeiten. Welche Aufgaben genau anfallen, hängt vom gewählten Schwerpunkt ab. Der Beruf ist zugleich die erste Stufe der Stufenausbildung im Bauhauptgewerbe und lässt sich mit einem dritten Ausbildungsjahr zu einem Gesellenberuf ausbauen.

Hochbaufacharbeiter beim Mauern auf einer Baustelle
MichaelGaida / Pixabay

Berufsbild und Schwerpunkte

Das konkrete Tätigkeitsfeld richtet sich nach der Fachrichtung. Mit dem Schwerpunkt Maurerarbeiten liegt der Fokus auf Mauerwerk, Wärmedämmung sowie dem Verlegen von Estrich und Stahlbetonfertigteilen. Wer sich auf Beton- und Stahlbetonarbeiten spezialisiert, stellt Schalungen und Stahlbewehrungen her und setzt Betonbauteile instand. Der Schwerpunkt Feuerungs- und Schornsteinbauarbeiten umfasst das Errichten und Warten von Feuerungs- und Schornsteinanlagen.

Mit der modernisierten Ausbildungsordnung, die zum 1. August 2026 in Kraft tritt, kommt ein vierter Schwerpunkt hinzu: Abbruch- und Betontrenntechnikarbeiten. Dabei geht es um den Rückbau von Bauwerken sowie um Bohr- und Trennverfahren im Beton. Die Neuordnung legt insgesamt mehr Gewicht auf Nachhaltigkeit und das Bauen im Bestand.

Wo Hochbaufacharbeiter arbeiten

Die Arbeit findet überwiegend auf wechselnden Baustellen statt, bundesweit und mitunter im Ausland. Einen großen Teil des Arbeitstags verbringen Hochbaufacharbeiter im Freien und in Rohbauten, häufig auf Gerüsten, Leitern oder Hebebühnen. Je nach Schwerpunkt sind sie in Hochbauunternehmen, im Betonbau oder im Schornstein- und Industrieofenbau tätig.

Ausbildung zum Hochbaufacharbeiter

Schaubild: Hochbaufacharbeiter

Die Ausbildung zum Hochbaufacharbeiter dauert zwei Jahre (24 Monate) und ist dual organisiert: Sie findet im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule statt. Bei entsprechender schulischer oder beruflicher Vorbildung kann die Ausbildungszeit verkürzt werden.

Im ersten Ausbildungsjahr stehen die Grundlagen des Hochbaus und der Umgang mit Werkstoffen und Arbeitsgeräten im Mittelpunkt. Im zweiten Jahr vertiefen die Auszubildenden einen der Schwerpunkte. Dazu kommen übergreifende Inhalte wie Arbeitsschutz, Unfallverhütung und Umweltschutz sowie ein Überblick über den Aufbau eines Baubetriebs und über die Rechte und Pflichten aus dem Ausbildungsvertrag.

Teile der Ausbildung lassen sich im Ausland absolvieren, wenn dies dem Ausbildungsziel dient. Nach § 2 Absatz 3 Berufsbildungsgesetz soll die Gesamtdauer der Auslandsaufenthalte ein Viertel der Ausbildungszeit nicht überschreiten – bei zwei Jahren also rund sechs Monate. Voraussetzung sind eine entsprechende Vereinbarung im Ausbildungsvertrag und geeignete Kontakte des Ausbildungsbetriebs.

Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis stellen Betriebe überwiegend Bewerberinnen und Bewerber mit Hauptschul- oder Realschulabschluss ein.

Der Hochbaufacharbeiter als erste Stufe

Der Hochbaufacharbeiter bildet die erste Stufe der Stufenausbildung im Bauhauptgewerbe. Wer nach dem Abschluss ein drittes Ausbildungsjahr anschließt, kann einen Gesellenabschluss erwerben – je nach Schwerpunkt etwa als Maurer/-in, Beton- und Stahlbetonbauer/-in oder Feuerungs- und Schornsteinbauer/-in.

Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauert die Ausbildung zum Hochbaufacharbeiter?

Die Ausbildung dauert zwei Jahre (24 Monate) und ist dual aufgebaut, also im Betrieb und in der Berufsschule. Bei einschlägiger Vorbildung ist eine Verkürzung möglich.

Welche Schulabschlüsse werden für die Ausbildung benötigt?

Ein bestimmter Schulabschluss ist rechtlich nicht vorgeschrieben. In der Praxis beginnen die meisten Auszubildenden mit einem Hauptschul- oder Realschulabschluss.

Welche Schwerpunkte gibt es in der Ausbildung?

Zur Wahl stehen Maurerarbeiten, Beton- und Stahlbetonarbeiten sowie Feuerungs- und Schornsteinbauarbeiten. Mit der modernisierten Ausbildungsordnung ab dem 1. August 2026 kommt der Schwerpunkt Abbruch- und Betontrenntechnikarbeiten hinzu.

Wie geht es nach dem Abschluss als Hochbaufacharbeiter weiter?

Der Hochbaufacharbeiter ist die erste Stufe der Stufenausbildung im Bauhauptgewerbe. Mit einem dritten Ausbildungsjahr lässt sich ein Gesellenabschluss erreichen, etwa als Maurer/-in, Beton- und Stahlbetonbauer/-in oder Feuerungs- und Schornsteinbauer/-in.