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Ein Edelsteingraveur überträgt Motive auf Edelsteine und arbeitet sie mit feinen Werkzeugen heraus – Schriften, Ornamente, Wappen oder Porträts. Wichtig zur Einordnung: „Edelsteingraveur“ ist seit dem 1. August 2018 kein eigenständiger Ausbildungsberuf mehr. Die frühere Ausbildung wurde mit dem Edelsteinschleifer und dem Diamantschleifer zum Ausbildungsberuf Edelsteinschleifer/-in zusammengefasst; das Gravieren ist dort die Fachrichtung „Edelsteingravieren“. Das Handwerk selbst – das Gravieren von Steinen – besteht unverändert fort.
Was macht ein Edelsteingraveur?
Edelsteingraveure wählen geeignete Steine aus, trennen und formen sie auf die passende Größe und übertragen anschließend das gewünschte Motiv. Mit feinen Werkzeugen – etwa Metallstiften und mit Schleifmittel versehenen Lederscheiben – arbeiten sie Schriften, Zeichnungen, Ornamente, Wappen oder Porträts heraus. Zum Schluss werden die bearbeiteten Steine geglättet und poliert.
Die Arbeit verlangt eine ruhige Hand, Konzentration und Geduld: Jeder Schnitt sitzt, denn ein Fehler lässt sich an einem wertvollen Stein kaum korrigieren. Diamanten gehören übrigens nicht zu diesem Aufgabenfeld – deren Bearbeitung ist eine eigene Fachrichtung (Diamantschleifen).
Gravurtechniken: Relief, Tiefengravur und Intaglio
Je nach Stein und gewünschtem Effekt kommen verschiedene Techniken zum Einsatz. Bei der Reliefgravur tritt das Motiv erhaben aus der Oberfläche hervor – verwandt mit der Kamee. Bei der Tiefengravur wird das Motiv in den Stein hineingearbeitet, sodass eine Vertiefung entsteht. Der Intaglio-Schnitt ist eine solche vertiefte Gravur; die eingeschnittene Form lässt sich farblich oder mit Metall betonen und diente traditionell für Siegel und Schmucksteine. Ergänzend werden je nach Steinart unterschiedliche Schleif- und Poliertechniken angewendet, um die Wirkung des Steins hervorzuheben.
Ausbildung: die Fachrichtung Edelsteingravieren
Wer heute das Gravieren erlernen möchte, absolviert die Fachrichtung Edelsteingravieren im dualen Ausbildungsberuf Edelsteinschleifer/-in. Die Ausbildung dauert drei Jahre und findet an zwei Lernorten statt – im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule; sie endet mit einer Abschluss- beziehungsweise Gesellenprüfung. Die 2018 in Kraft getretene Ausbildungsordnung fasste die früheren Berufe Edelsteingraveur, Edelsteinschleifer und Diamantschleifer zusammen und löste die alten Verordnungen von 1989 und 1992 ab. Zuständig ist – je nach Betrieb – die Handwerks- oder die Industrie- und Handelskammer.
Eine bestimmte schulische Vorbildung ist rechtlich nicht vorgeschrieben; in der Praxis stellen die Betriebe überwiegend Bewerberinnen und Bewerber mit Hauptschulabschluss ein. Wichtiger als der Abschluss sind handwerkliches Geschick, Sorgfalt und Konzentrationsfähigkeit sowie Interesse an Mathematik, Physik und Chemie.
Wo Edelsteingraveure arbeiten
Beschäftigung finden Edelsteingraveure vorwiegend in handwerklichen Edelstein- und Schmuckbetrieben sowie in Betrieben mit industrieller Fertigung. Weitere typische Arbeitsorte sind Graveur- und Schmuckwerkstätten, Schmuckateliers und Juweliergeschäfte.
Weiterbildung nach der Ausbildung
Nach der Ausbildung gibt es mehrere Wege, sich zu spezialisieren oder mehr Verantwortung zu übernehmen. Im Handwerk führt die Meisterprüfung zum Edelsteingraveurmeister; ihr Berufsbild umfasst Entwurf, Gestaltung, Anfertigung, Bearbeitung und Restaurierung von Schmuck sowie anderen Gegenständen aus Edelsteinen, synthetischen und künstlichen Steinen. Daneben sind eine Spezialisierung auf bestimmte Techniken oder Steinarten und – mit entsprechender Zugangsberechtigung – ein einschlägiges Studium im Bereich Gestaltung und Design möglich.
Mehr Infos zum Thema:
- https://www.eurogem.biz/de/Edelsteinlexikon/Ausbildung-Edelsteingraveur/
- https://www.karrieresprung.de/jobprofil/edelsteingraveur/
- https://www.ausbildung.de/berufe/graveur/
Häufig gestellte Fragen
Welche Voraussetzungen braucht man für die Ausbildung im Edelsteingravieren?
Rechtlich ist keine bestimmte schulische Vorbildung vorgeschrieben. In der Praxis stellen die Betriebe überwiegend Bewerberinnen und Bewerber mit Hauptschulabschluss ein und achten auf Geschicklichkeit, Sorgfalt und Konzentrationsfähigkeit sowie auf Interesse an Mathematik, Physik und Chemie.
Ist Edelsteingraveur noch ein eigener Ausbildungsberuf?
Nein. Seit dem 1. August 2018 ist das Gravieren die Fachrichtung „Edelsteingravieren“ im Ausbildungsberuf Edelsteinschleifer/-in, in dem die früher getrennten Berufe Edelsteingraveur, Edelsteinschleifer und Diamantschleifer zusammengefasst wurden. Die Ausbildung dauert drei Jahre, verläuft dual und endet mit einer Abschluss- beziehungsweise Gesellenprüfung.
Wo kann man nach der Ausbildung als Edelsteingraveur arbeiten?
Vor allem in handwerklichen Edelstein- und Schmuckbetrieben und in der industriellen Schmuckwarenfertigung. Weitere Einsatzorte sind Graveur- und Schmuckwerkstätten, Schmuckateliers und Juweliergeschäfte.
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es für Edelsteingraveure?
Im Handwerk ist die Meisterprüfung zum Edelsteingraveurmeister möglich; sie umfasst unter anderem Entwurf, Gestaltung, Anfertigung, Bearbeitung und Restaurierung von Schmuck und anderen Gegenständen aus Edelsteinen und synthetischen Steinen. Dazu kommen die Spezialisierung auf einzelne Techniken oder Steinarten sowie – bei entsprechender Zugangsberechtigung – ein Studium im Bereich Gestaltung und Design.














