Berufshubschrauberführer werden (CPL (H)): Ausbildung, Voraussetzungen, Aufgaben

Berufshubschrauberführer (CPL (H))
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Berufshubschrauberführer mit der Lizenz CPL (H) (Commercial Pilot Licence – Helicopter) steuern Hubschrauber im gewerblichen Luftverkehr. Ihre Einsatzgebiete sind vielfältig: Sie befördern Personen und Lasten, überwachen den Verkehr aus der Luft, fliegen in der Rettung und im Katastrophenschutz oder übernehmen Agrareinsätze wie die Schädlingsbekämpfung aus der Luft.

Aufgaben im Beruf

Vor jedem Flug entscheiden Berufshubschrauberführer, ob die aktuelle Wetterlage einen Einsatz zulässt. Sie prüfen alle Flugunterlagen und -pläne auf Vollständigkeit, studieren die Einsatzdaten und überwachen das Betanken und Beladen. Instrumente, Navigationseinrichtungen und Triebwerk werden vor dem Start kontrolliert.

Während des Fluges fliegen sie entweder nach Sichtflugregeln oder – bei schlechter Witterung – nach Instrumenten. Luftraum und Cockpit-Anzeigen behalten sie durchgehend im Blick. Nach der Landung dokumentieren sie Störungen und besondere Vorkommnisse in Flugberichten. Der Sprechfunk mit den Kontrollstellen läuft auf Englisch, der Verkehrssprache der internationalen Luftfahrt.

Ausbildung zum Berufshubschrauberführer (CPL (H))

Die Ausbildung findet an Flugschulen statt und schließt mit der Berufspilotenlizenz CPL (H) ab. Sie lässt sich auf zwei Wegen absolvieren: als durchgehende (integrierte) Ausbildung oder modular.

Voraussetzungen

  • Mindestalter 17 Jahre bei Ausbildungsbeginn, 18 Jahre für die Lizenzerteilung
  • Flugmedizinisches Tauglichkeitszeugnis der Klasse 1
  • Zuverlässigkeitsüberprüfung nach dem Luftsicherheitsgesetz durch die Luftfahrtbehörde
  • Fließende Deutsch- und Englischkenntnisse; für den Sprechfunk in Englisch das Zeugnis BZF I
  • Amtliches Führungszeugnis und Auszug aus dem Fahreignungsregister (früher Verkehrszentralregister)
  • Kenntnisse in Mathematik und Physik sowie eine Ausbildung in Erster Hilfe

Zusätzlich können die Flugschulen eigene Zulassungsvoraussetzungen festlegen. Hilfreiche Schulfächer sind Physik, Mathematik, Englisch, Technik und Erdkunde.

Schaubild: Berufshubschrauberführer (CPL(H))

Integrierte oder modulare Ausbildung

Für die durchgehende, integrierte Ausbildung ist keine bestimmte berufliche Vorbildung vorgeschrieben; sie umfasst nach den Regeln der EASA (Part-FCL) mindestens 135 Flugstunden. Wer den modularen Weg wählt, muss bereits eine Privatpilotenlizenz für Hubschrauber (PPL (H)) besitzen und eine festgelegte Gesamtflugzeit nachweisen – modular sind insgesamt mindestens 185 Flugstunden vorgesehen. In beiden Fällen ist ein fliegerärztliches Tauglichkeitszeugnis der Klasse 1 vorzulegen. Gegebenenfalls muss vor Ausbildungsbeginn eine Zuverlässigkeitsüberprüfung beantragt und durchgeführt werden.

Dauer der Ausbildung

In Vollzeit dauert die Ausbildung etwa ein Jahr, in Teilzeit rund zwei Jahre.

Ablauf und Abschluss

Ausgebildet wird an Flug- und Fliegerschulen der Luftfahrtgesellschaften und -verbände. Den theoretischen Unterricht erteilen die an Flugplätzen ansässigen Flugschulen; im Fernunterricht erfolgt die Theorie modular, sodass Flugschüler zu Hause lernen und die Schule zu Blockseminaren besuchen. Die praktische Ausbildung findet in Hubschraubern und Flugsimulatoren statt. Zunächst fliegen die Flugschüler gemeinsam mit Ausbildern, später allein oder in Teams von zwei bis drei Personen. Da es sich um eine Lizenzausbildung an einer Flugschule handelt, wird sie nicht wie eine duale Ausbildung vergütet, sondern von den Teilnehmenden selbst finanziert.

Arbeitsalltag und Anforderungen

Der Beruf kann körperlich und seelisch fordernd sein. Je nach Einsatzgebiet tragen Berufshubschrauberführer die Verantwortung für Fluggäste und Frachtgut und müssen auch bei längeren Einsätzen überlegt und geistesgegenwärtig handeln. Instrumente, Fluggerät, Wetter und Luftraum dürfen sie nicht aus dem Blick verlieren; Notfälle verlangen schnelle, besonnene Reaktionen. Luftdruckschwankungen, Lärm und Vibration gehören zum Arbeitsumfeld – Kopfhörer schützen zeitweise vor dem Lärm. Für die Flugvor- und -nachbereitung sind mitunter größere Wege ohne Fahrzeug zurückzulegen.

Fort- und Weiterbildung

Durch Anpassungsweiterbildungen halten Berufshubschrauberführer ihre Fachkenntnisse aktuell; das Themenspektrum reicht vom Luftverkehr bis zur Luftfahrttechnik. Weitere Berufs- und Karrierechancen eröffnet ein Studium, etwa ein Bachelor in Luft- und Raumfahrttechnik. Unter bestimmten Voraussetzungen ist ein solches Studium auch ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung möglich.

Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauert die Ausbildung zum Berufshubschrauberführer (CPL (H))?

In Vollzeit dauert die Ausbildung etwa ein Jahr, in Teilzeit rund zwei Jahre. Die genaue Dauer hängt von der gewählten Flugschule und dem Ausbildungsweg ab.

Welche Voraussetzungen muss man für die CPL (H)-Ausbildung erfüllen?

Erforderlich sind ein Mindestalter von 17 Jahren zu Beginn (18 Jahre für die Lizenz), ein flugmedizinisches Tauglichkeitszeugnis der Klasse 1, gute Deutsch- und Englischkenntnisse einschließlich Sprechfunkzeugnis BZF I, ein Führungszeugnis, eine Zuverlässigkeitsüberprüfung sowie Grundkenntnisse in Mathematik und Physik.

Was unterscheidet die integrierte von der modularen Ausbildung?

Die integrierte Ausbildung führt ohne vorherige Lizenz durchgehend zur CPL (H) (mindestens 135 Flugstunden). Der modulare Weg setzt eine Privatpilotenlizenz PPL (H) voraus und umfasst insgesamt mindestens 185 Flugstunden.

Wo wird zum Berufshubschrauberführer ausgebildet?

Die Ausbildung findet an Flugschulen der Luftfahrtgesellschaften und -verbände statt. Die Theorie kann als Fernunterricht mit Blockseminaren absolviert werden, die Praxis erfolgt in Hubschraubern und Flugsimulatoren.

Weitere Informationen zum Berufsbild bietet die Bundesagentur für Arbeit im Netzwerk BERUFENET.