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Der Edelsteinschleifer fertigt im Auftrag von Schmuckherstellern, Juwelieren oder Privatpersonen Schmucksteine in unterschiedlichen Größen und Formen an. Verarbeitet werden sowohl Edelsteine wie Diamanten, Saphire und Rubine als auch Halbedelsteine – je nach Vorgabe des Auftraggebers.
Berufsbild
Der Ausbildungsberuf Edelsteinschleifer gliedert sich in vier Fachrichtungen:
- Edelsteingravieren – nach Kundenwunsch eine Vorlage anfertigen und dem Stein die gewünschte Gravur geben, etwa Gräser oder Blüten.
- Edelsteinschleifen – den Edelsteinen die vom Auftraggeber gewünschte Form geben.
- Schmuckdiamantschleifen – Rohdiamanten zu Schmucksteinen schleifen; dafür müssen sie teilweise erst aus dem Rohstein gearbeitet und gespalten werden.
- Industriediamantschleifen – Rohdiamanten zu Präzisionsbauteilen verarbeiten, zum Beispiel für Schneidwerkzeuge, Werkzeugmaschinen oder elektronische Geräte.
Ein großer Teil der Arbeit erfolgt heute an rechnergesteuerten Maschinen, die für jeden Auftrag passend eingestellt werden müssen.
Die Ausbildung
Edelsteinschleifer ist ein anerkannter Ausbildungsberuf in Industrie und Handwerk. Die duale Ausbildung dauert drei Jahre und findet im Betrieb sowie in der Berufsschule statt. Gesetzliche Zugangsvoraussetzungen gibt es nicht – rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben.
Sinnvoll sind eine gute Feinmotorik und ein gutes Sehvermögen, gerade bei der Farberkennung und beim räumlichen Sehen. Hinzu kommen Sorgfalt, Zuverlässigkeit und Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit oft sehr wertvollen Materialien sowie ein sicherer Umgang mit Auftraggebern.
Ablauf der Ausbildung
1. und 2. Ausbildungsjahr
Im Betrieb
- Planung und Vorbereitung von Arbeitsabläufen
- Erstellen und Anwenden von Vorlagen und Entwürfen
- Handhabung von Anlagen, Maschinen und Werkzeugen
- betriebliche und kundenorientierte Kommunikation
- Prüfen und Beurteilen von Edelsteinen
- Auswahl und Vorbereitung der Edelsteine für die Verarbeitung
- Vorschliff und Bearbeitung von Edelsteinen
- qualitätssichernde Maßnahmen
In der Berufsschule
- Präsentation von Betrieb und Beruf
- Prüfung und Auswahl von Edelsteinen
- Skizzieren von Edelsteinen
- Vorbereitung von Edelsteinen
- Schliff von Edelsteinen
- Oberflächenbearbeitung von Edelsteinen
Am Ende des zweiten Ausbildungsjahres findet die Zwischenprüfung statt.
3. Ausbildungsjahr
Im Betrieb
- Vertiefung der Kenntnisse aus dem ersten Ausbildungsteil
- Schliff und Politur von Edelsteinen
- Nachbehandlung von Edelsteinen
- Umarbeitung von Edelsteinen
In der Berufsschule
- Umschleifen von Edelsteinen
- Herstellung von Edelsteinschliffen
- Präsentation von Edelsteinen
Die Ausbildung endet mit der Abschluss- bzw. Gesellenprüfung.
Perspektiven
Nach der Ausbildung bestehen Möglichkeiten zur Anpassungs- und zur Aufstiegsweiterbildung. Anpassungsweiterbildungen halten die Fachkenntnisse aktuell, etwa in diesen Bereichen:
- Maschinen- und Anlagenüberwachung
- Qualitätsprüfung
- Produktgestaltung
Aufstiegsmöglichkeiten durch Weiterbildung gibt es unter anderem zum:
- Edelsteinschleifer- und Edelsteingraveurmeister
- Gestalter für Edelsteinschmuck und -gerät
- Ausbilder für Edelsteinschleifer
- Schmuckdesigner oder bildender Künstler (jeweils über ein Studium)
Arbeit finden ausgebildete Edelsteinschleifer in Edelsteinschleifereien, in der Schmuckindustrie sowie in handwerklichen Betrieben wie Goldschmieden und bei Schmuckherstellern. Mit dem Meisterabschluss ist auch der Schritt in die Selbstständigkeit mit einem eigenen Betrieb möglich.
Hilfreiche Links
Berufsprofil Edelsteinschleifer/-in bei handwerk.de
Häufig gestellte Fragen
Wie lange dauert die Ausbildung zum Edelsteinschleifer?
Die duale Ausbildung dauert drei Jahre und findet im Betrieb und in der Berufsschule statt. Auf Antrag kann die Ausbildungszeit verkürzt oder verlängert werden.
Welche schulischen Voraussetzungen braucht man für die Ausbildung zum Edelsteinschleifer?
Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben; die Ausbildung ist grundsätzlich auch ohne Abschluss möglich. In der Praxis stellen Betriebe häufig Bewerber mit Haupt- oder Realschulabschluss ein.
Worin unterscheidet sich Edelsteinschleifen vom Diamantschleifen?
Beim Edelsteinschleifen werden farbige oder durchsichtige Edelsteine wie Saphire und Rubine in Form gebracht. Schmuck- und Industriediamantschleifen sind eigene Fachrichtungen, in denen ausschließlich Diamanten bearbeitet werden – für Schmuck oder für technische Präzisionsbauteile.
Welche Weiterbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung?
Mit Berufserfahrung sind Aufstiegsweiterbildungen möglich, etwa zum Edelsteinschleifer- und Edelsteingraveurmeister oder zum Gestalter für Edelsteinschmuck und -gerät. Über ein Studium stehen zudem Wege zum Schmuckdesigner oder bildenden Künstler offen.













