Goldschmied: Beruf, Fachrichtungen und Ausbildung

Goldschmied bei der Feinarbeit an einem Schmuckstück in der Werkstatt
Engin_Akyurt / Pixabay

Goldschmiedinnen und Goldschmiede entwerfen, gestalten und fertigen Schmuck und Gebrauchsgegenstände aus Edelmetallen. Neben der Herstellung gehören auch das Reparieren und das Restaurieren solcher Stücke zu ihren Aufgaben – vom Fassen eines Edelsteins bis zum Aufarbeiten eines älteren Erbstücks.

Traditionell wurde der Beruf in drei Fachrichtungen ausgebildet: Schmuck, Juwelen und Ketten. In der Fachrichtung Schmuck stehen die kreative Gestaltung und der Entwurf im Vordergrund; hier ist besonders feine Handarbeit gefragt. Die Fachrichtung Juwelen ist auf das Arbeiten mit Diamanten und geschliffenen Edelsteinen spezialisiert – etwa das Fassen von Ohr- oder Halsschmuck. Die Fachrichtung Ketten konzentriert sich auf Geflechte aus Edelmetall wie Hals- oder Armketten. Goldschmiede arbeiten überwiegend in handwerklichen Gold- und Silberwerkstätten, daneben in Schmuckateliers, im Fachhandel und in größeren Betrieben der Schmuckherstellung.

Wichtig zu wissen: Zum 1. August 2025 wurde die Ausbildung neu geordnet. Die bisherigen Berufe Goldschmied/-in und Silberschmied/-in wurden zum gemeinsamen Ausbildungsberuf Gold- und Silberschmied/-in zusammengeführt. An die Stelle der bisherigen Fachrichtungen treten nun zwei Schwerpunkte: Goldschmieden und Silberschmieden. Die früheren drei Goldschmied-Fachrichtungen Schmuck, Juwelen und Ketten gehen dabei in der Fachrichtung Goldschmieden auf.

Schaubild: Gold- und Silberschmied/-in

Die Ausbildung zum Goldschmied

Die Ausbildung ist eine duale Ausbildung im Handwerk und dauert dreieinhalb Jahre (42 Monate). Der praktische Teil findet im Ausbildungsbetrieb statt, der schulische Teil in der Berufsschule. Rechtlich ist keine bestimmte schulische Vorbildung vorgeschrieben; in der Praxis stellen viele Betriebe überwiegend Bewerberinnen und Bewerber mit mittlerem Schulabschluss ein.

Zu den zentralen Ausbildungsinhalten gehören das Ver- und Bearbeiten von Edelmetallen, Entwurf und Gestaltung, das Fassen von Steinen sowie Techniken der Oberflächenbearbeitung, Reparatur und Wartung. Auch Grafik, Gestaltung und Design nehmen breiten Raum ein, damit angehende Goldschmiede eigene Entwürfe entwickeln und umsetzen können. Die neue Ausbildungsordnung ergänzt diese Grundlagen um zeitgemäße Themen wie additive Fertigung (3D-Druck), Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Kundenberatung.

Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauert die Ausbildung zum Goldschmied?

Die duale Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre, also 42 Monate, und schließt mit einer Abschluss- bzw. Gesellenprüfung ab.

Welche Voraussetzungen braucht man für die Ausbildung?

Eine bestimmte schulische Vorbildung ist rechtlich nicht vorgeschrieben. In der Praxis erwarten Betriebe meist einen mittleren Schulabschluss sowie handwerkliches Geschick, Feinmotorik und Sorgfalt.

Was hat sich 2025 an der Ausbildung geändert?

Seit dem 1. August 2025 gilt eine neue Ausbildungsordnung: Goldschmied und Silberschmied wurden zum Beruf Gold- und Silberschmied/-in zusammengefasst. Statt der früheren Fachrichtungen Schmuck, Juwelen und Ketten wird nun in den beiden Fachrichtungen Goldschmieden und Silberschmieden ausgebildet.

Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es?

Ein klassischer Aufstiegsweg ist die Meisterprüfung (Gold- und Silberschmiedemeister/-in). Daneben sind Weiterbildungen zum Gestalter im Handwerk oder zum Betriebswirt nach der Handwerksordnung möglich. Der Meistertitel eröffnet zudem den Weg in die Selbstständigkeit.