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Der Verlagslektor – meist kurz Lektor genannt – arbeitet in der Verlagsbranche und ist dort für die Auswahl, Bewertung und Bearbeitung von Manuskripten zuständig. Von den Verlagslektoren zu unterscheiden sind die freien Lektoren, deren Berufsfeld sich zusätzlich auf Werbeagenturen, Unternehmen und öffentliche Einrichtungen erstreckt.
Aufgaben eines Lektors
Der Verlagslektor arbeitet eng mit den Autorinnen und Autoren zusammen. Nach einer ersten Durchsicht gibt er Verbesserungsvorschläge, die anschließend gemeinsam umgesetzt werden. Er prüft Manuskripte sowohl inhaltlich als auch sprachlich – kontrolliert werden zum Beispiel Tatsachenbehauptungen, Zahlen und Zitate ebenso wie Stil, Rechtschreibung und Grammatik.
Innerhalb eines Verlags entscheidet der Lektor mit darüber, ob ein Text erscheint. Dabei behält er stets im Blick, welche Themen zum Programm des jeweiligen Verlags passen. Er sucht und gewinnt neue Autoren und ist maßgeblich am Aufbau des Verlags- beziehungsweise Buchprogramms beteiligt. Häufig begleitet er ein Projekt gemeinsam mit dem Autor von der Idee über das Manuskript bis zum fertigen Buch. Muss ein Text übersetzt werden, gehört es ebenfalls zu seinen Aufgaben, einen geeigneten Übersetzer zu finden. Teilweise übernimmt der Lektor auch Aufgaben aus Kalkulation und Marketing, sofern diese im Verlag nicht gesondert besetzt sind.
Die Tätigkeit eines Lektors geht also weit über das reine Korrigieren von Texten hinaus. Es ist ein abwechslungsreicher Beruf, dessen genaue Ausgestaltung stark vom jeweiligen Medium (Buch, Zeitschrift, Website, Blog) und vom Unternehmen abhängt.
Freie Lektoren
Freie Lektoren arbeiten selbstständig und oft für mehrere Auftraggeber. In einer Werbeagentur etwa kooperieren sie eng mit der Marketingabteilung und verfassen selbst Werbetexte oder übernehmen die abschließende Redigatur. Weitere Textarten sind Website-Texte, Broschüren, Gebrauchsanweisungen oder Geschäftsberichte.
Ihre Interessen bündelt der Verband der Freien Lektorinnen und Lektoren (VFLL), der Anfang 2000 gegründet wurde und rund 1.300 Mitglieder zählt. Über sein Online-Verzeichnis können Verlage, Unternehmen und Selfpublisher Lektorinnen und Lektoren nach Fachgebiet und Medium suchen.
Lektor, Korrektor oder Redakteur?
Gerade außerhalb der Verlagsbranche überschneiden sich die Aufgaben eines Lektors mit denen benachbarter Berufe. Ein Korrektor prüft einen Text vor allem auf Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung. Ein Redakteur plant, erstellt und bearbeitet Inhalte für ein Medium. Der Lektor liegt dazwischen: Er korrigiert nicht nur, sondern bewertet und entwickelt Texte inhaltlich mit. Eine trennscharfe Abgrenzung ist in der Praxis kaum möglich.
Ausbildung & Qualifizierung: Wie wird man Lektor?
Lektor ist kein geregelter Ausbildungsberuf – es gibt keine einheitlich vorgeschriebene Ausbildung. Voraussetzung sind eine gute Allgemeinbildung, ein ausgeprägtes Sprachgefühl sowie sehr sichere Rechtschreib- und Grammatikkenntnisse.
In der Regel führt der Weg über ein geistes- oder sprachwissenschaftliches Studium – etwa Germanistik, Anglistik, Buch- oder Kommunikationswissenschaften – oder über eine Ausbildung im Buchhandel. Daran schließt sich häufig ein Volontariat in einem Verlag oder bei einer Zeitung an; je nach Verlag dauert es üblicherweise zwischen einem und zwei Jahren. Wer in einem Fachverlag arbeitet, bringt oft eine zusätzliche fachliche Qualifikation aus dem jeweiligen Gebiet mit – bei einem Wissenschaftsverlag beispielsweise ein einschlägiges Fachstudium. Weil der Beruf nicht reglementiert ist, gelingt mit entsprechender Erfahrung auch ein Quereinstieg.
Häufig gestellte Fragen
Welche Ausbildung oder welches Studium braucht man, um Lektor zu werden?
Eine vorgeschriebene Ausbildung gibt es nicht. Üblich ist ein geistes- oder sprachwissenschaftliches Studium (zum Beispiel Germanistik) oder eine Buchhandelsausbildung, oft ergänzt durch ein Volontariat. Wichtiger als ein bestimmter Abschluss sind ein sehr gutes Sprachgefühl und sichere Rechtschreibkenntnisse.
Was ist der Unterschied zwischen Lektor, Korrektor und Redakteur?
Der Korrektor prüft vor allem Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung. Der Redakteur plant und erstellt Inhalte für ein Medium. Der Lektor bewertet und bearbeitet Manuskripte inhaltlich und sprachlich und betreut die Autoren – seine Aufgaben sind am breitesten angelegt.
Wie wird man freier Lektor und welche Auftraggeber gibt es?
Freie Lektoren arbeiten selbstständig, meist nach einschlägiger Erfahrung aus Studium und Verlag. Auftraggeber sind Verlage, Werbe- und PR-Agenturen, Unternehmen, öffentliche Einrichtungen und Selfpublisher. Der Verband der Freien Lektorinnen und Lektoren (VFLL) führt ein Verzeichnis zur Vermittlung.
Wie lange dauert ein Volontariat im Lektorat?
Das hängt vom Verlag ab. Üblich sind ein bis zwei Jahre; große Verlage setzen Volontariate zum Teil auf 24 Monate an.













