Pharmakant: Ausbildung, Aufgaben und Weiterbildung im Überblick

Pharmakant bei der Arbeit
Koczwara @ Pixabay

Pharmakanten stellen Arzneimittel industriell her und verpacken sie. Die Produktion läuft über automatisierte Maschinen und Anlagen, mit denen die verschiedenen Darreichungsformen – etwa Tabletten, Pulver, Salben, Lösungen oder Ampullen – gefertigt werden.

Neben der Herstellung gehört die Qualitätskontrolle zu den zentralen Aufgaben: Pharmakanten prüfen Ausgangsstoffe und Endprodukte und dokumentieren die Ergebnisse. Auch das Steuern und Überwachen der Verpackungsanlagen nach den geltenden Hygienevorschriften gehört zum Berufsbild.

Die Ausbildung zum Pharmakanten

Ablauf der Ausbildung

Pharmakant ist ein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf der Industrie. Die Ausbildung ist dual aufgebaut und wechselt zwischen dem Ausbildungsbetrieb und der Berufsschule.

In der Berufsschule stehen neben allgemeinbildenden Fächern wie Deutsch und Wirtschaftskunde die fachlichen Inhalte im Vordergrund – zum Beispiel die Lagerung und Verpackung von Arzneimitteln sowie Qualitätsprüfungen.

Im Betrieb setzen die Auszubildenden dieses Wissen praktisch um. Sie lernen unter anderem, Arzneimittel hinsichtlich Wirksamkeit und Verwendbarkeit zu unterscheiden, Qualitätsmessungen durchzuführen und die rechtlichen Vorgaben bei Herstellung und Verpackung einzuhalten.

Dauer der Ausbildung

Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre. Bei guten Leistungen ist eine Verkürzung möglich.

Abschlussprüfung

Die Abschlussprüfung ist in zwei zeitlich getrennte Teile gegliedert. Teil 1 findet vor dem Ende der Ausbildung statt und geht mit 30 Prozent in das Gesamtergebnis ein, Teil 2 am Ende mit 70 Prozent. Wer besteht, darf die Berufsbezeichnung Pharmakant beziehungsweise Pharmakantin führen.

Schaubild: Pharmakant

Nach der Ausbildung: Einsatz und Weiterbildung

Pharmakanten arbeiten vor allem in der pharmazeutischen Industrie, bei Arzneimittelherstellern und in Chemieunternehmen.

Für die berufliche Weiterentwicklung gibt es mehrere Wege. Mit einer Aufstiegsfortbildung können Pharmakanten den Abschluss als Industriemeister der Fachrichtung Pharmazie oder als staatlich geprüfter Techniker der Fachrichtung Chemietechnik erwerben. Wer die (Fach-)Hochschulreife mitbringt, kann ein Studium anschließen, etwa in Pharmazie, Pharmatechnik, Chemieingenieurwesen oder Verfahrenstechnik.

Häufig gestellte Fragen

Welche schulischen Voraussetzungen sind für die Ausbildung hilfreich?

Ein bestimmter Schulabschluss ist rechtlich nicht vorgeschrieben; in der Praxis stellen Betriebe überwiegend Bewerberinnen und Bewerber mit mittlerem Bildungsabschluss ein. Weil Pharmakanten chemische Eigenschaften von Stoffen bestimmen und Ergebnisse auswerten, sind gute Kenntnisse in Chemie, Physik und Mathematik hilfreich.

Welche Kenntnisse und Fähigkeiten sollte man mitbringen?

Wichtig sind ein ausgeprägtes Verantwortungs- und Gefahrenbewusstsein sowie technisches Verständnis. Auch ein sicherer Umgang mit Zahlen und eine gute Hand-Augen-Koordination sind von Vorteil.

Wie unterscheidet sich der Pharmakant vom Chemikanten und von der PTA?

Alle drei Berufe haben mit Arznei- oder Chemieprodukten zu tun, unterscheiden sich aber deutlich. Pharmakanten stellen Arzneimittel industriell in Serie her. Chemikanten fertigen ebenfalls industriell, allerdings chemische Erzeugnisse allgemein und nicht speziell Arzneimittel. Die Ausbildung zur pharmazeutisch-technischen Assistentin (PTA) ist dagegen keine duale, sondern eine schulische Ausbildung; PTA arbeiten vor allem in Apotheken, beraten dort und stellen Rezepturen im kleinen Maßstab her.

Welche Unternehmen bilden zum Pharmakanten aus?

Ausbildungsbetriebe sind in erster Linie Unternehmen der pharmazeutischen Industrie sowie Arzneimittel- und Chemiehersteller mit industrieller Produktion.

Zu wem passt die Ausbildung?

Die Ausbildung passt zu Menschen, die sich für Naturwissenschaften interessieren und gern technisch mit Maschinen und Anlagen arbeiten.