Studium Wirtschaftsrecht: Studienorientierung, Inhalte und Berufsaussichten

Studium Wirtschaftsrecht
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Das Wirtschaftsrecht ist ein Teilbereich der Rechtswissenschaften, der juristisches und wirtschaftswissenschaftliches Wissen verbindet. Behandelt werden vor allem die für Unternehmen relevanten Rechtsgebiete. Ziel des Studiums ist es, Fachkräfte auszubilden, die rechtliche Fragen im wirtschaftlichen Kontext bearbeiten und später in Unternehmen, Kanzleien oder Behörden arbeiten. Die Studienrichtung gibt es an deutschen Hochschulen seit Anfang der 1990er-Jahre; der erste eigenständige Studiengang startete zum Wintersemester 1993/1994 an der Fachhochschule Mainz.

Studienmöglichkeiten und Abschluss

Schaubild: Studienverlauf Wirtschaftsrecht

Wirtschaftsrecht wird an zahlreichen deutschen Hochschulen angeboten. Ein Bachelorstudium dauert in der Regel sechs bis sieben Semester und schließt je nach Hochschule mit dem Bachelor of Laws (LL.B.), seltener mit dem Bachelor of Science oder Bachelor of Business Law ab. Mit einem guten Abschluss lässt sich anschließend ein Masterstudium aufnehmen, das nach weiteren drei bis vier Semestern zum Master of Laws (LL.M.), Master of Science oder Master of Business Law führt. Bei entsprechend guten Leistungen ist an einzelnen Hochschulen im Anschluss eine Promotion möglich. Neben dem Präsenzstudium in Vollzeit bieten einige private Fernhochschulen ein Fernstudium im Wirtschaftsrecht an, das sich in Voll- oder Teilzeit absolvieren lässt.

Studieninhalte und Besonderheiten

Mindestens die Hälfte der Inhalte entfällt auf rechtswissenschaftliche Gebiete. Dazu zählen unter anderem Wirtschaftsprivatrecht, Gesellschaftsrecht, Steuerrecht, Arbeits- und Sozialrecht, Wettbewerbs- und Kartellrecht sowie Europarecht. Ein weiterer Teil des Studiums besteht aus wirtschaftswissenschaftlichen Fächern wie Betriebs- und Volkswirtschaftslehre, Unternehmensführung, Personalmanagement, Marketing und Controlling. Hinzu kommen häufig Zusatzqualifikationen wie Fremdsprachen, Rhetorik oder EDV-Kenntnisse. Fester Bestandteil ist meist ein längeres Praktikum, in dem Studierende erste Berufserfahrung sammeln und ihr Wissen in der Praxis anwenden. Ergänzen lässt es sich durch ein Auslandssemester, das zugleich die Sprachkenntnisse vertieft.

Berufliche Perspektiven für Absolventen

Über die beruflichen Aussichten entscheiden vor allem die Abschlussnote, absolvierte Praktika, mögliche Auslandssemester und der gewählte Studienschwerpunkt. Typische Arbeitgeber sind Wirtschaftsunternehmen, Banken und Versicherungen, wo Absolventen meist in der Rechts- oder Personalabteilung tätig werden. Auch Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, Kanzleien, Immobilienunternehmen und öffentliche Verwaltungen kommen als Arbeitgeber infrage. Denkbar ist zudem eine selbstständige Tätigkeit als Berater, die mehr Abwechslung und unternehmerische Freiheit bietet. Wer eine Promotion anstrebt, kann später in Lehre und Forschung an einer Hochschule arbeiten.

Häufig gestellte Fragen

Welche Voraussetzungen braucht man für ein Studium im Wirtschaftsrecht?

In der Regel ist eine Hochschulzugangsberechtigung nötig – die allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife, für ein Studium an einer Fachhochschule genügt die Fachhochschulreife. Manche Hochschulen verlangen zusätzlich ein Vorpraktikum oder wählen ihre Studierenden über ein eigenes Auswahlverfahren aus. Die genauen Bedingungen legt jede Hochschule selbst fest.

Wie unterscheidet sich Wirtschaftsrecht von einem klassischen Jurastudium?

Wirtschaftsrecht ist als Bachelor- und Masterstudium aufgebaut und endet mit dem LL.B. beziehungsweise LL.M., nicht mit dem Staatsexamen. Absolventen sind daher keine Volljuristen und durchlaufen kein Referendariat; klassische Rechtsberufe wie Rechtsanwalt, Richter oder Notar bleiben ihnen verschlossen. Dafür verbindet der Studiengang juristische mit wirtschaftswissenschaftlichen Inhalten.

Wie lange dauert ein Studium im Wirtschaftsrecht?

Der Bachelor dauert in der Regel sechs bis sieben Semester und führt zum Bachelor of Laws (LL.B.). Ein darauf aufbauender Master umfasst meist weitere drei bis vier Semester und schließt mit dem Master of Laws (LL.M.) ab.

Ist ein Fernstudium Wirtschaftsrecht genauso anerkannt wie ein Präsenzstudium?

Ein akkreditierter Fernstudiengang führt zum selben akademischen Grad wie ein vergleichbares Präsenzstudium – entscheidend ist die Akkreditierung, nicht die Studienform. Das Fernstudium verlangt allerdings mehr Eigenorganisation und Selbstdisziplin.