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Die Aufstiegsfortbildung zum Geprüften Betriebswirt ist die höchste kaufmännische Weiterbildung, die Sie über die Industrie- und Handelskammer (IHK) erreichen können. Sie baut auf einer bereits abgeschlossenen kaufmännischen Fortbildung auf und ist im Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) auf Niveau 7 eingestuft – gleichwertig mit einem Hochschul-Masterabschluss. Seit der bundeseinheitlichen Verordnung von 2020 führt der Abschluss zusätzlich die Bezeichnung „Master Professional in Business Management“.
Wer sich weiterbilden möchte, ohne aus dem Beruf auszusteigen, kann sich berufsbegleitend als Fern- oder Online-Kurs auf die Prüfung vorbereiten. Betriebswirtschaftliche Kenntnisse sind in nahezu jeder Branche gefragt – vom Handwerksbetrieb über den Handel bis zum Dienstleister. Der Abschluss eröffnet Aufstiegs- und Führungsaufgaben im mittleren und oberen Management.
Voraussetzungen
Für die Zulassung zur Prüfung müssen Sie eine der folgenden Voraussetzungen nachweisen:
- eine bestandene Fortbildungsprüfung zum Fachwirt oder Fachkaufmann nach dem Berufsbildungsgesetz (oder eine vergleichbare kaufmännische Aufstiegsfortbildung), oder
- eine erfolgreich abgelegte staatliche oder staatlich anerkannte Prüfung an einer auf der Berufsausbildung aufbauenden kaufmännischen Fachschule und danach mindestens ein Jahr Berufspraxis, oder
- einen wirtschaftswissenschaftlichen Hochschulabschluss (Diplom, Bachelor oder Master) und danach mindestens ein Jahr Berufspraxis.
Die Berufspraxis muss einen inhaltlichen Bezug zu den Aufgaben eines Betriebswirts haben. Die Zulassungsvoraussetzungen müssen spätestens zum Zeitpunkt der ersten Prüfungsleistung erfüllt sein – bei einem Vollzeitlehrgang bereits zu dessen Beginn.
Ablauf und Lernform
Die meisten Teilnehmer bereiten sich berufsbegleitend vor. In Fern- und Online-Kursen finden die Seminare per Videokonferenz statt: Mit Headset, Bildschirm, Kamera und Chatfunktion lässt sich der Unterricht von jedem Ort aus verfolgen. Viele Anbieter zeichnen die Seminare auf, sodass verpasste Einheiten während der Kurslaufzeit nachgeholt werden können. Wie lange die Vorbereitung dauert, hängt vom Anbieter, der Lernform und dem wöchentlichen Lernpensum ab.
Lerninhalte
Die Kursinhalte orientieren sich am bundeseinheitlichen Rahmenstoffplan des DIHK und an der Prüfungsverordnung. Sie sind in fünf Handlungsbereiche gegliedert:
1. Erkennen und Ausgestalten unternehmensspezifischer Strategiefelder
Themen sind Unternehmenspolitik und -führung, Wirtschaftstrends, Personalmanagement und Logistik. Sie lernen Formen der Marktforschung kennen und wie Sie deren Ergebnisse auswerten und interpretieren.
2. Bewerten normbestimmter und finanzwirtschaftlicher Rahmenbedingungen im Hinblick auf die Unternehmensstrategie
Schwerpunkte sind Finanzierung, Liquidität und Controlling. Hinzu kommen die Gestaltung von Jahresabschluss und Lagebericht, Strategien auf Auslandsmärkten sowie steuerliche Regelungen.
3. Organisieren nationaler und internationaler Leistungsprozesse
Im Mittelpunkt stehen Marketingstrategien und -instrumente auf nationalen und internationalen Märkten, die Finanzierung internationaler Geschäfte, länderspezifische Markteffekte und das Personalmanagement. Im Projektmanagement lernen Sie, Projekte zu planen, zu steuern und zu kontrollieren.
4. Gestalten der Unternehmensorganisation zur Sicherstellung der Leistungs- und Unternehmensprozesse unter Berücksichtigung der strategischen Vorgaben
Hier geht es um Beschlussvorlagen für strukturelle Entscheidungen sowie um die strategische Personal- und Nachfolgeplanung. Auch die Organisationsentwicklung unter interkulturellen und ethischen Gesichtspunkten ist Thema.
5. Führen von Planung, Steuerung und Überwachung von Unternehmensprozessen
Sie lernen, integrierte Management- und Informationssysteme auszurichten, einzuführen und weiterzuentwickeln, und erhalten einen Überblick über strategisches Controlling sowie Personal- und Wertemanagement.
Begleitend werden Sie über die gesamte Kurslaufzeit auf die Projektarbeit und das dazugehörige Fachgespräch vorbereitet.
Prüfung und Abschluss
Die bundeseinheitliche Prüfung besteht aus drei Teilen: einer schriftlichen Prüfung mit situationsbezogenen Aufgaben aus den Handlungsbereichen, einer mündlichen Prüfung und einem projektbezogenen Prüfungsteil. Der projektbezogene Teil umfasst eine schriftliche Projektarbeit, deren Präsentation und ein projektarbeitsbezogenes Fachgespräch. Zur Präsentation und zum Fachgespräch wird nur zugelassen, wer die schriftliche Projektarbeit bestanden hat.
Mit bestandener Prüfung dürfen Sie die Abschlussbezeichnung „Geprüfter Betriebswirt“ beziehungsweise „Master Professional in Business Management“ führen – die höchste Stufe der kaufmännischen Aufstiegsfortbildung.
Häufig gestellte Fragen
Welche Voraussetzungen brauche ich für die Prüfung zum Geprüften Betriebswirt (IHK)?
Sie benötigen entweder eine bestandene Fortbildungsprüfung zum Fachwirt oder Fachkaufmann, eine staatlich anerkannte Prüfung an einer kaufmännischen Fachschule mit anschließend mindestens einem Jahr Berufspraxis oder einen wirtschaftswissenschaftlichen Hochschulabschluss mit mindestens einem Jahr einschlägiger Berufspraxis.
Wie lange dauert die Weiterbildung und ist sie berufsbegleitend möglich?
Ja, die Vorbereitung ist berufsbegleitend als Fern- oder Online-Kurs möglich. Die genaue Dauer richtet sich nach Anbieter, Lernform und wöchentlichem Lernaufwand.
Was kostet der Fernkurs und gibt es Fördermöglichkeiten?
Die Kosten hängen vom Anbieter ab. Da der Geprüfte Betriebswirt ein anerkannter Fortbildungsabschluss ist, kann die Vorbereitung über das Aufstiegs-BAföG (AFBG) gefördert werden – mit einem Zuschuss zu den Lehrgangs- und Prüfungsgebühren und der Möglichkeit eines zinsgünstigen KfW-Darlehens für den verbleibenden Anteil.
Welchen Abschluss und welche Karrierechancen habe ich danach?
Sie erwerben den höchsten kaufmännischen IHK-Abschluss auf DQR-Niveau 7, gleichwertig mit einem Master. Er qualifiziert für verantwortungsvolle Fach- und Führungsaufgaben im mittleren und oberen Management.