Inhaltsverzeichnis

Berufsbild
Ein Bewegungscoach hilft Menschen dabei, wieder mehr körperliche Aktivität in ihren Alltag zu bringen. Das Ziel klingt einfach und ist für viele doch schwer erreichbar: aus dem Wissen, dass Bewegung guttut, dauerhafte Gewohnheiten machen.
Der Bedarf ist groß. Nach Daten des Robert Koch-Instituts erreichte 2019 nur rund ein Viertel der Erwachsenen in Deutschland die Bewegungsempfehlung von mindestens 150 Minuten Ausdaueraktivität pro Woche samt Muskelkräftigung an mindestens zwei Tagen. Gut drei Viertel bewegen sich also weniger als empfohlen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zählt Bewegungsmangel zu den führenden Risikofaktoren für nichtübertragbare Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ-2-Diabetes und bestimmte Krebsarten.
Genau hier setzt die Arbeit als Bewegungscoach an. In einer entsprechenden Weiterbildung lernen die Teilnehmer die theoretischen Grundlagen der Gesundheitsförderung und alltagstaugliche Übungen kennen. Damit begleiten sie ihre Kunden mit regelmäßigen Bewegungseinheiten und helfen ihnen, Bewegung Schritt für Schritt in den Tagesablauf einzubauen.
Die Weiterbildung zum Bewegungscoach
Bewegungscoach ist keine geschützte Berufsbezeichnung, sondern wird über Fort- und Weiterbildungen vermittelt. Umfang und Ablauf hängen daher vom Anbieter ab. Verbreitet sind kompakte Formate, etwa ein Tageslehrgang mit acht Unterrichtseinheiten.
Im theoretischen Teil erfahren die Teilnehmer, wie aktivierende Körperübungen unter anderem auf die Konzentrationsfähigkeit und auf Muskelverspannungen wirken und wie sich Beweglichkeit und Kraft verbessern lassen, um zum Beispiel Rückenbeschwerden vorzubeugen. Ebenso geht es darum, Trainingseinheiten sinnvoll aufzubauen und die Teilnehmer zu motivieren. Denn das beste Trainingsprogramm ist jenes, das langfristig durchgehalten und in den Alltag integriert wird. Weitere Themen sind das gezielte Aktivieren einzelner Muskelgruppen, das Ausarbeiten eines mehrwöchigen Programms und das Motivieren zu einer „aktiven Pause“.
Im Praxisteil stehen unter anderem folgende Themen auf dem Programm:
- isometrische und dynamische Übungseinheiten
- Mobilisation
- Kräftigung und Stärkung
- Gleichgewichtsschulung
- Übungen mit dem eigenen Körpergewicht und mit dem Theraband
Die Übungen sind leicht verständlich und einfach umzusetzen. Das erleichtert den Transfer in den (Arbeits-)Alltag.
Abschluss und Einsatzbereiche
Kompakte Lehrgänge enden häufig mit einer Lehrprobe, bei der das Wissen anhand praktischer Fragestellungen überprüft wird, gefolgt von einem Feedbackgespräch. Der Abschluss ist in der Regel ein anbietereigenes Zertifikat beziehungsweise eine Teilnahmebescheinigung. Eine staatliche Anerkennung ist damit nicht verbunden.
Wer die Weiterbildung abgeschlossen hat, kann Kundinnen und Kunden zum Beispiel in Unternehmen, Vereinen oder Einrichtungen anleiten und begleiten, etwa im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung.
Häufig gestellte Fragen
Welche Voraussetzungen braucht man für die Weiterbildung zum Bewegungscoach?
Da Bewegungscoach keine staatlich geregelte Ausbildung ist, gibt es keine bundeseinheitlichen Zulassungsvoraussetzungen. Die konkreten Anforderungen legt der jeweilige Anbieter fest. Häufig richten sich die Lehrgänge an Interessierte aus Bewegungs-, Gesundheits- oder Betreuungsberufen.
Wie lange dauert die Weiterbildung?
Das hängt vom Anbieter und vom Format ab. Neben mehrteiligen Kursen gibt es kompakte Tageslehrgänge, die etwa acht Unterrichtseinheiten umfassen.
Ist der Abschluss als Bewegungscoach staatlich anerkannt?
Nein. Bewegungscoach ist keine geschützte Berufsbezeichnung und keine staatlich geregelte Ausbildung. Die Lehrgänge schließen mit einem Zertifikat oder einer Teilnahmebescheinigung des Anbieters ab.
In welchen Bereichen arbeiten Bewegungscoaches?
Typische Einsatzfelder sind die betriebliche Gesundheitsförderung sowie Vereine, Studios und soziale Einrichtungen, in denen Bewegungscoaches Gruppen oder einzelne Personen anleiten.













