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Berufsbild: Was macht ein Trauerredner?
Ein Trauerredner gestaltet den Ablauf einer Trauerfeier und hält die Rede zum Abschied von einem verstorbenen Menschen. Dafür braucht es vor allem Einfühlungsvermögen, Fingerspitzengefühl und gute rhetorische Fähigkeiten. Gemeinsam mit den Angehörigen lernt der oder die Trauerredner:in das Leben der verstorbenen Person kennen, sammelt biografische Erinnerungen und lässt dieses Leben in einer angemessenen Ansprache noch einmal Revue passieren. So wird die Rede zu einer wichtigen Begleitung auf einem Stück des Weges des Abschiednehmens.
Die Ansprache darf durchaus auch humorvolle Passagen enthalten. In der Regel bleibt sie ohne tiefgründigen konfessionellen Bezug: Bei einer evangelischen Beisetzung übernimmt eine Pfarrerin oder ein Pfarrer die Grabrede, bei einer katholischen Beerdigung ein Priester. Freie beziehungsweise weltliche Trauerreden richten sich vor allem an Menschen ohne feste Kirchenbindung – ihre Nachfrage ist in den vergangenen Jahren spürbar gewachsen, da ein zunehmender Teil der Bestattungen ohne kirchliche Begleitung stattfindet.
Ausbildung und Zugang zum Beruf
Kein geregelter Ausbildungsweg
Wer Trauerredner:in werden möchte, hat dazu verschiedene Wege. Eine duale Ausbildung oder ein eigenes Studium gibt es nicht – stattdessen bilden zahlreiche Seminare künftige Rednerinnen und Redner aus. Weil kein staatlich geregelter Ausbildungsweg vorgeschrieben ist, steht der Zugang grundsätzlich jedem offen; die Berufsbezeichnung ist nicht geschützt.
Ablauf und Inhalte der Kurse unterscheiden sich je nach Anbieter stark, eine allgemeingültige Beschreibung der Module ist daher schwierig. In den meisten Seminaren geht es jedoch um ähnliche Kompetenzen: die Entwicklung eines Gespürs für Worte – geschriebene wie gesprochene –, die Arbeit an der eigenen Stimme sowie Kenntnisse über verschiedene Bestattungsrituale und den Umgang mit trauernden Angehörigen.
IHK-Zertifikat und andere Abschlüsse
Ein Teil der Lehrgänge für freie Redner schließt mit einem IHK-Zertifikat ab. Der Zertifikatslehrgang „Freie/r Redner/in (IHK)“ der IHK Köln deckt zum Beispiel die drei Redeanlässe Trauerfeier, Trauung und Willkommensfest ab und endet mit einer Zertifikatsprüfung bei der IHK. Viele speziell auf Trauerreden ausgerichtete Seminare privater Anbieter führen dagegen zu einem anbietereigenen Zertifikat statt zu einem IHK-Abschluss.
Dauer und Format der Seminare
Auch die Dauer richtet sich nach dem Anbieter. Möglich sind Kurse mit mehreren wöchentlichen Treffen, die sich über einige Wochen bis Monate erstrecken, ebenso wie kompakte Blockseminare, deren Sitzungen an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen – häufig an Wochenenden – stattfinden. Manche Lehrgänge kombinieren Online- und Präsenzphasen. Die Kosten variieren je nach Umfang und Anbieter.
Nach der Ausbildung: selbstständig oder angestellt
Nach einem erfolgreich absolvierten Lehrgang gibt es im Wesentlichen zwei Wege: den Schritt in die Selbstständigkeit oder eine feste Anstellung bei einem Bestattungsinstitut. Spezielle Fortbildungen gibt es nur wenige; dennoch lohnt es sich, vorhandene Weiterbildungsangebote zu nutzen, um einen Überblick über aktuelle Modelle des Trauerprozesses zu behalten und die eigenen Fähigkeiten auszubauen.
Weitere Informationen
Weiterführende Auskünfte gibt es unter anderem beim Bundesverband Deutscher Bestatter e. V., im Blog Am Lebensende sowie bei den jeweiligen Landesverbänden der Berufsgruppe.
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Häufig gestellte Fragen
Welche Voraussetzungen braucht man, um Trauerredner zu werden?
Formale Zugangsvoraussetzungen gibt es nicht, da weder eine duale Ausbildung noch ein Studium vorgeschrieben ist. Wichtiger sind persönliche Stärken: Einfühlungsvermögen, sprachliches Gespür, eine tragfähige Stimme und die Fähigkeit, einfühlsame Gespräche mit trauernden Angehörigen zu führen. Diese Kompetenzen lassen sich in Seminaren gezielt trainieren.
Ist „Trauerredner“ eine geschützte Berufsbezeichnung?
Nein. Es gibt keinen staatlich geregelten Ausbildungsweg und keine gesetzlich vorgeschriebene Zulassung; grundsätzlich kann sich jede Person Trauerredner:in nennen. Ein anerkanntes Zertifikat – etwa der IHK-Lehrgang „Freie/r Redner/in“ – ist keine Pflicht, kann aber die eigene Qualifikation belegen.
Wie lange dauert die Ausbildung zum Trauerredner?
Das hängt vom Anbieter ab. Wöchentliche Kurse können sich über mehrere Wochen bis Monate ziehen, kompakte Blockseminare dauern nur wenige aufeinanderfolgende Tage. Manche Lehrgänge verbinden Online- und Präsenzunterricht. Eine einheitliche, gesetzlich festgelegte Ausbildungsdauer existiert nicht.
Kann man als Trauerredner hauptberuflich selbstständig arbeiten?
Ja. Viele Trauerredner:innen arbeiten selbstständig, andere sind bei einem Bestattungsinstitut angestellt. Beide Wege sind nach einem entsprechenden Lehrgang üblich.













