Integrationscoach werden: Weiterbildung, Aufgaben und Voraussetzungen

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Viele Menschen, die nach Deutschland zuwandern oder hierher flüchten, brauchen nicht nur Unterstützung, um im Alltag anzukommen, sondern auch beim Einstieg in den Arbeits- oder Ausbildungsmarkt. Genau hier setzen Integrationscoaches an: Sie verschaffen den Teilnehmenden einen Überblick über Sprach- und Bildungsangebote, klären, welcher Schritt als Nächstes sinnvoll ist, und behalten dabei die individuellen Voraussetzungen im Blick.

Berufsbild: Was ein Integrationscoach macht

Integrationscoaches arbeiten in vielen Bereichen der Bildungs- und Sozialarbeit – an Schulen und anderen Bildungseinrichtungen, bei Behörden, in Sozialberatungsstellen, kulturellen Einrichtungen oder Unterkünften für Geflüchtete. Im Mittelpunkt steht die Vermittlung passender Arbeit unter Berücksichtigung kultureller Unterschiede und der rechtlichen Rahmenbedingungen. Die Coaches ermitteln die Stärken und Interessen der Ratsuchenden und suchen gemeinsam mit ihnen geeignete Einsatzstellen.

Integrationscoach ist keine staatlich geschützte Berufsbezeichnung. Es handelt sich um eine Weiterbildung ohne einheitliche gesetzliche Regelung; die Zertifikate stellen die jeweiligen Bildungsanbieter aus. Wer den Beruf ausüben möchte, sollte daher genau auf Inhalte, Umfang und Aussagekraft des jeweiligen Kurses achten.

Weiterbildung zum Integrationscoach

Die Weiterbildung wird in verschiedenen Formen angeboten. Je nach Anbieter dauert sie wenige Tage oder mehrere Monate und findet in Präsenz, online oder als Mischung aus beidem (hybrides Lernen) statt.

Schaubild: Integrationscoach

Voraussetzungen und Ablauf

Die Zugangsvoraussetzungen unterscheiden sich je nach Anbieter. Manche Kurse stehen allen Interessierten offen, andere setzen eine abgeschlossene Erstausbildung und mehrjährige Berufserfahrung in Bildung, Sozialberatung oder kultureller Bildung voraus. Häufig empfohlen wird ein pädagogischer, sozialwissenschaftlicher oder juristischer Hintergrund. In mehreren Abschnitten erwerben die Teilnehmenden die nötigen Kompetenzen.

Typische Inhalte sind:

  • die rechtlichen Rahmenbedingungen für den Zugang zum Arbeitsmarkt für zugewanderte Menschen und die daran geknüpften aufenthaltsrechtlichen Bedingungen;
  • die Anerkennung im Ausland erworbener Abschlüsse und Kenntnisse. Häufig geht es um Qualifikationen aus Ländern außerhalb der EU. Behandelt werden der Ablauf des Anerkennungsverfahrens, die damit verbundenen Kosten und mögliche Wege der Kostenübernahme;
  • die Erarbeitung eines Kompetenzprofils bei beruflicher Neuorientierung samt Methoden und Verfahren für die Arbeit mit den Ratsuchenden;
  • der Umgang mit besonderen Belastungen, etwa traumatischen Erfahrungen aus dem Herkunftsland. Die Teilnehmenden lernen pädagogische Grundlagen und erfahren, an welche Stellen sie bei Bedarf weitervermitteln können;
  • interkulturelle Kompetenzen sowie der Umgang mit besonderen Einschränkungen, die für die Ausübung des Berufs zentral sind.

Vermittelt werden die Inhalte praxisnah. Anhand von Fallbeispielen üben die Teilnehmenden ihr Wissen in Präsentationen, Gruppendiskussionen und Referaten – und gewinnen so die Sicherheit, die dieser Beruf verlangt.

Dauer

Die Dauer hängt stark vom Anbieter ab. Das Institut für Bildungscoaching bietet die Weiterbildung ganztägig über fünf Werktage an – wahlweise in Präsenz oder als E-Learning. Die PCS Berlin GmbH führt einen Kurs über zwölf Wochen mit rund 480 Unterrichtsstunden durch, der die Schwerpunkte auf soziale Kompetenzen und gewaltfreie Kommunikation legt; hier werden Deutschkenntnisse auf mindestens B1-Niveau vorausgesetzt.

Abschluss

Nach erfolgreichem Absolvieren stellt der Anbieter ein Zertifikat aus, das die vermittelten Inhalte auflistet. Es dient als Nachweis gegenüber Arbeitgebern und lässt sich für Bewerbungen nutzen. Da es keinen bundesweit einheitlichen Standard gibt, lohnt sich vorab ein Blick darauf, was das jeweilige Zertifikat konkret bescheinigt.

Nach der Weiterbildung

Absolventinnen und Absolventen stehen anschließend verschiedene Wege offen. Neben der fachlichen Qualifikation zählen vor allem die erworbenen sozialen Kompetenzen, die den Einstieg in beratende oder koordinierende Aufgaben erleichtern. Wer sich weiterbildet, signalisiert bei Bewerbungen zudem Lern- und Entwicklungsbereitschaft – und profitiert nicht zuletzt persönlich von den neuen Kenntnissen.

Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten

Die Weiterbildung zum Integrationscoach lässt sich durch weitere Angebote ergänzen. In Frage kommen etwa die Weiterbildung zum Integrationsberater für Flüchtlinge, zum Berufsberater für U 25 oder zum Job- und Karriereberater Ü 25.

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Häufig gestellte Fragen

Welche Voraussetzungen brauche ich für die Weiterbildung zum Integrationscoach?

Das hängt vom Anbieter ab. Einige Kurse stehen allen Interessierten offen, andere setzen eine abgeschlossene Erstausbildung und mehrjährige Berufserfahrung in Bildung, Sozialberatung oder kultureller Bildung voraus. Empfohlen wird oft ein pädagogischer, sozialwissenschaftlicher oder juristischer Hintergrund.

Wie lange dauert die Weiterbildung?

Je nach Modell reicht die Dauer von wenigen Tagen bis zu mehreren Monaten. Das Institut für Bildungscoaching bündelt sie auf fünf Werktage, die PCS Berlin GmbH bietet einen Kurs über zwölf Wochen an.

Ist „Integrationscoach“ eine geschützte Berufsbezeichnung?

Nein. Es gibt keine staatlich geregelte Ausbildung und keinen bundesweit einheitlichen Standard. Die Zertifikate stammen von den jeweiligen Bildungsanbietern, weshalb sich ein Vergleich von Inhalten und Umfang lohnt.

Wo arbeiten Integrationscoaches?

Typische Einsatzorte sind Schulen und andere Bildungseinrichtungen, Behörden, Sozialberatungsstellen, kulturelle Einrichtungen sowie Unterkünfte für Geflüchtete.

Welche Weiterbildungen schließen sich an?

Passende Anschlussqualifikationen sind etwa Integrationsberater für Flüchtlinge, Berufsberater für U 25 oder Job- und Karriereberater Ü 25.