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Coaching ist ein weit gefasster Begriff – ebenso vielfältig sind die Aufgaben eines Coachs. Ein Coach berät und begleitet Menschen, die häufig in Führungspositionen arbeiten, bei der Bewältigung schwieriger Situationen und bei der persönlichen Weiterentwicklung. Dazu dienen Einzelgespräche, Seminare oder Workshops. Auf diese vielseitige Tätigkeit bereiten unterschiedliche Aus- und Weiterbildungen vor.
Geschichte des Berufs Coach
Der Begriff „Coach“ stammt aus dem 19. Jahrhundert und bezeichnete zunächst im englischen Hochschul- und Sportbetrieb einen Privatlehrer beziehungsweise Trainer. Im Vordergrund standen anfangs Fachwissen und Technik. Im Sport rückte mit der Zeit auch die mentale Unterstützung der Athleten in den Blick. In den 1970er-Jahren wurde dieser Ansatz in den USA aus dem Sport in die Arbeitswelt übertragen – als einflussreich gilt das vom Tennislehrer Timothy Gallwey geprägte Konzept des „Inneren Spiels“ (Inner Game). Seither steht weniger die reine Wissensvermittlung im Mittelpunkt als vielmehr die Begleitung beim Lernen und bei der Entwicklung der Teilnehmenden.
Typische Aufgabenbereiche
Coaching widmet sich den Lern- und Entwicklungsprozessen von Menschen und soll zuvor vereinbarte Veränderungen unterstützen. Nicht nur Führungskräfte nutzen ein Coaching, sondern auch Mitarbeitende in besonderen beruflichen Situationen – etwa bei Umstrukturierungen, Führungswechseln, Fusionen oder einer Erweiterung des Aufgabenfelds. Der Coach greift dabei nicht unmittelbar in das Arbeitsgeschehen ein, sondern hilft, persönliche Fähigkeiten zu stärken, Konflikte zu bearbeiten und Stärken sowie sogenannte Soft Skills auszubauen.
Aus- und Weiterbildung zum Coach
Einen einheitlichen, staatlich geregelten Ausbildungsweg zum Coach gibt es in Deutschland nicht. Die Berufsbezeichnung „Coach“ ist rechtlich nicht geschützt – grundsätzlich darf sich jede Person Coach nennen. Angeboten werden Seminare und Weiterbildungen ganz unterschiedlicher Länge, von eintägigen Kursen bis zu mehrjährigen Programmen; am Ende steht meist ein Zertifikat, das die Inhalte ausweist. Viele Angebote lassen sich berufsbegleitend an Wochenenden absolvieren, ergänzt um eigenständiges Arbeiten am Lernstoff.
Weil es keine gesetzlichen Mindeststandards gibt, kommt der Qualität des Anbieters große Bedeutung zu. Als Orientierung hat die Stiftung Warentest für seriöse Lehrgänge einen Umfang von mindestens 250 Präsenzstunden über einen Zeitraum von mindestens zwölf Monaten genannt. Da der Begriff nicht geschützt ist, können Interessierte eine Schule wählen, deren Schwerpunkt zu den eigenen Neigungen und beruflichen Zielen passt – ein prüfender Blick auf Inhalte, Umfang und die Anerkennung durch etablierte Fachverbände lohnt sich.
Berufliche Perspektiven
Als Coach kann man angestellt oder freiberuflich arbeiten. Auftraggeber sind vor allem größere Unternehmen, die Coachings für ihre Mitarbeitenden nachfragen. Ebenso ist es möglich, selbstständig Coachings zu bestimmten Themen anzubieten und sich direkt an Privatpersonen zu wenden. Wie gefragt das eigene Angebot ist, hängt unter anderem von Spezialisierung, Berufserfahrung und Netzwerk ab.
NLP als Methode im Coaching
Neurolinguistisches Programmieren (NLP) ist eine Methode zur Verbesserung von Kommunikation und persönlicher Entwicklung. Sie wurde Anfang der 1970er-Jahre von Richard Bandler und John Grinder an der University of California in Santa Cruz entwickelt, indem sie die Arbeitsweise erfolgreicher Therapeuten analysierten. Viele Coachs nutzen NLP-Methoden, um Einzelne, Gruppen oder Organisationen dabei zu unterstützen, Schwierigkeiten zu überwinden, Veränderungen zu planen und Potenziale zu entfalten. Auf Basis klar definierter Ziele werden lösungsorientierte Strategien entwickelt. Die NLP-Ausbildung ist in Stufen aufgebaut (unter anderem Practitioner und Master); nach erfolgreichem Abschluss gilt man als zertifizierter NLP-Coach.
Weblinks
Häufig gestellte Fragen
Ist die Berufsbezeichnung Coach in Deutschland geschützt?
Nein. „Coach“ ist keine rechtlich geschützte Berufsbezeichnung, und es gibt keinen staatlich anerkannten Ausbildungsberuf. Grundsätzlich darf sich jede Person Coach nennen – deshalb sind Qualifikation und Zertifikate des Anbieters wichtige Auswahlkriterien.
Wie lange dauert eine Coaching-Ausbildung?
Das ist sehr unterschiedlich – von eintägigen Seminaren bis zu mehrjährigen Programmen. Als Orientierung für seriöse Lehrgänge nennt die Stiftung Warentest mindestens 250 Präsenzstunden über einen Zeitraum von mindestens zwölf Monaten.
Welche Voraussetzungen brauche ich, um Coach zu werden?
Gesetzliche Zugangsvoraussetzungen gibt es nicht. In der Praxis erwarten viele Ausbildungsinstitute Berufserfahrung und persönliche Reife; hilfreich sind kommunikative Kompetenz, Empathie und die Bereitschaft zur Selbstreflexion.
Was ist NLP im Coaching?
NLP (Neurolinguistisches Programmieren) ist eine in den 1970er-Jahren entwickelte Methode für Kommunikation und Persönlichkeitsentwicklung. Viele Coachs setzen NLP-Techniken ein, um Ziele zu klären und lösungsorientierte Strategien zu entwickeln.
Woran erkenne ich eine seriöse Coaching-Ausbildung?
An transparenten Inhalten, ausreichendem Stundenumfang, qualifizierten Trainerinnen und Trainern sowie der Anerkennung durch etablierte Fachverbände. Die von der Stiftung Warentest genannten Mindeststandards bieten dabei eine gute Orientierung.













