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Osteoporose zählt zu den häufigen Knochenerkrankungen und schränkt viele Betroffene durch Schmerzen und eine erhöhte Bruchgefahr im Alltag ein. Speziell geschulte Trainerinnen und Trainer helfen ihnen, beweglich zu bleiben und den Bewegungsapparat gezielt zu stärken. Dieser Beitrag erklärt, was ein Osteoporose-Trainer macht, wer die Weiterbildung absolvieren darf und wie die Lizenz aufgebaut ist.
Berufsbild
Osteoporose-Trainer leiten Übungen an, die den Bewegungsapparat kräftigen, die Koordination verbessern und Stürzen vorbeugen. Zusätzlich geben sie ihren Teilnehmenden Hinweise für einen schmerzärmeren Alltag. Auch Risikopersonen ohne akute Beschwerden können teilnehmen, um vorbeugend etwas für ihre Knochengesundheit zu tun. Angeboten wird das Training in Gruppen – etwa in Sportvereinen, Selbsthilfegruppen und im Rehabilitationssport.
Osteoporose-Gymnastik wird als Funktionstraining durchgeführt. Leiten lizenzierte Trainer diese Gruppen, kann das Training ärztlich verordnet und über die Krankenkasse abgerechnet werden – deshalb ist die anerkannte Lizenz für die Berufsausübung wichtig.
Ausbildung und Zugangsvoraussetzungen
Die Weiterbildung zum Osteoporose-Trainer richtet sich an einschlägig qualifizierte Fachkräfte aus Therapie und Sport. Für die Lizenz „Trainer Osteoporose-Gymnastik“ des Osteoporose Selbsthilfegruppen Dachverbands (OSD) sind unter anderem zugelassen:
- Physiotherapeuten beziehungsweise Krankengymnasten,
- Sportwissenschaftler (Diplom, Staatsexamen, Magister, Bachelor oder Master) mit Rückenschullehrer-Lizenz,
- Sport- und Gymnastiklehrer, Masseure/medizinische Bademeister (Ausbildung nach 1994) sowie Ergotherapeuten mit entsprechender Zusatzqualifikation.
Die genauen Zulassungsbedingungen können je nach Anbieter leicht abweichen. Da das Training in Gruppen stattfindet, sollten Interessierte keine Scheu davor haben, eine Gruppe anzuleiten.
Inhalte der Weiterbildung
Der Unterricht verbindet Theorie und Praxis. Auf dem Lehrplan stehen die Anatomie des Bewegungsapparats und besonders der Knochen, das Krankheitsbild Osteoporose mit seinen Ursachen und seiner Entstehung sowie Möglichkeiten der Prävention.
Im praktischen Teil geht es um Mobilisation, den Einsatz von Kraft- und Koordinationstraining, Sturzprophylaxe und den Erhalt der Beweglichkeit. Hinzu kommen Kursplanung und Vermittlungsmethoden, rechtliche und organisatorische Rahmenbedingungen sowie die Themen Ernährung und Schmerzbewältigung. Ein wichtiger Baustein ist der einfühlsame Umgang mit den meist älteren Teilnehmenden, die häufig schon lange mit Schmerzen leben.
Die Kurse finden in Präsenz oder in virtueller Form statt; in Präsenzkursen gehört oft eine Lehrprobe dazu.
Dauer der Weiterbildung
Die Weiterbildung umfasst in der Regel rund 20 Stunden und wird meist als Wochenend- oder Kompaktkurs an zwei bis drei Tagen angeboten. Bei manchen Trägern lässt sie sich als Bildungsurlaub anerkennen. Die Kursgebühren unterscheiden sich je nach Anbieter.
Abschluss und Lizenz
Zum Abschluss wird – je nach Anbieter über eine schriftliche Prüfung und/oder eine Lehrprobe – die Lizenz „Trainer Osteoporose-Gymnastik“ vergeben. Sie ist vier Jahre gültig und wird danach durch Auffrischungs- beziehungsweise Refresher-Kurse um jeweils weitere vier Jahre verlängert.
Daneben bieten manche Träger reine Präventionskurse an, die sich ausschließlich mit der Vorbeugung von Osteoporose befassen. Im Mittelpunkt stehen dann eine knochenstärkende Ernährung, geeignete Übungen für Kraft und Koordination sowie passende Lehrtechniken.
Berufschancen nach der Weiterbildung
Die Aussichten mit dieser Qualifikation sind gut: Weil Osteoporose vor allem ältere Menschen betrifft und die Bevölkerung in Deutschland altert, dürfte die Nachfrage nach entsprechend spezialisierten Fachkräften weiter steigen.
Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten im Berufsfeld
Wer bereits als Osteoporose-Trainer arbeitet, kann sich weiter spezialisieren. Möglich ist beispielsweise der Weg zum Gesundheitstrainer, bei dem das Erstellen von Anamnesen und individuell zugeschnittenen Behandlungsprogrammen für internistische und orthopädische Beschwerdebilder im Vordergrund steht.
Ebenfalls verbreitet ist die Qualifikation zum Rückenschullehrer beziehungsweise Trainer einer Rückenschule. Dabei lernen die Teilnehmenden, Gruppen mit spezifischen Rückenproblemen anzuleiten, und vertiefen ihr Wissen über die Anatomie des Rückens.
Häufig gestellte Fragen
Wer darf die Weiterbildung zum Osteoporose-Trainer machen?
Zugelassen sind einschlägig qualifizierte Fachkräfte, unter anderem Physiotherapeuten und Krankengymnasten, Sportwissenschaftler mit Rückenschullehrer-Lizenz sowie Sport- und Gymnastiklehrer, Masseure beziehungsweise medizinische Bademeister (Ausbildung nach 1994) und Ergotherapeuten mit Zusatzqualifikation. Die genauen Voraussetzungen legt der jeweilige Anbieter fest.
Wie lange dauert die Weiterbildung und was kostet sie?
Die Weiterbildung umfasst in der Regel rund 20 Stunden und wird meist als Wochenendkurs an zwei bis drei Tagen durchgeführt. Die Kosten hängen vom Anbieter ab und werden dort ausgewiesen.
Welche Berufsaussichten haben Osteoporose-Trainer?
Durch die alternde Bevölkerung und die Verbreitung von Osteoporose ist mit einer weiter steigenden Nachfrage zu rechnen. Eingesetzt werden Osteoporose-Trainer vor allem im Reha- und Funktionstraining, in Sportvereinen und in Selbsthilfegruppen.
Wie oft muss die Lizenz erneuert werden?
Die Lizenz „Trainer Osteoporose-Gymnastik“ ist vier Jahre gültig. Danach wird sie durch Auffrischungs- beziehungsweise Refresher-Kurse um jeweils vier weitere Jahre verlängert.













