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Ein Wirtschaftsrecht Studium verbindet juristische Ausbildung mit betriebswirtschaftlichem Wissen. Es richtet sich an alle, die an der Schnittstelle von Recht und Wirtschaft arbeiten möchten, ohne das klassische, auf die beiden Staatsexamina ausgerichtete Jurastudium zu durchlaufen. Absolventinnen und Absolventen tragen den akademischen Grad Bachelor of Laws (LL.B.) und können ihr Wissen anschließend in einem Master of Laws (LL.M.) vertiefen.
Wirtschaftsrecht studieren: Recht und Wirtschaft verbinden
Das Wirtschaftsrecht gilt als Schnittstellenstudium. Etwa die Hälfte bis rund 60 Prozent der Inhalte sind rechtswissenschaftlich, ein weiteres Viertel bis knapp ein Drittel entfällt auf wirtschaftswissenschaftliche Fächer. Der Rest sind Schlüsselkompetenzen und Fachenglisch. Anders als im klassischen Jurastudium liegt der Fokus stärker auf wirtschaftsnahen Rechtsgebieten wie Vertrags-, Arbeits- oder Gesellschaftsrecht.
Aufbau und Dauer des Studiums
Der Bachelorstudiengang dauert je nach Hochschule in der Regel sechs bis sieben Semester und umfasst 180 bis 210 ECTS-Punkte. Ist ein berufspraktisches Semester integriert, liegt die Regelstudienzeit meist bei sieben Semestern. Das Studium endet mit dem Titel Bachelor of Laws (LL.B.).
Viele Studiengänge sehen ein Praxissemester vor, das häufig im sechsten Semester in einem Unternehmen absolviert wird. In dieser Phase wenden Studierende ihr Wissen in der betrieblichen Rechtspraxis an, etwa in Rechts-, Personal- oder Compliance-Abteilungen. Teils lässt sich diese Phase auch im Ausland absolvieren.
Studieninhalte und Schwerpunkte
Im rechtlichen Teil stehen unter anderem bürgerliches Recht und Vertragsgestaltung, Handels- und Gesellschaftsrecht, Arbeitsrecht, Steuerrecht, Insolvenzrecht sowie Europarecht auf dem Plan. Der wirtschaftswissenschaftliche Teil vermittelt Grundlagen aus Betriebs- und Volkswirtschaftslehre, Rechnungswesen und Controlling.
In höheren Semestern wählen Studierende Schwerpunkte und vertiefen einzelne Rechtsgebiete. So entsteht die Grundlage, um rechtliche Fragen im wirtschaftlichen Kontext einzuordnen und praktisch zu bearbeiten.
Bachelor (LL.B.) und Master (LL.M.) im Vergleich
Der Bachelor of Laws (LL.B.) ist der erste berufsqualifizierende Abschluss und legt eine breite Grundlage in Recht und Wirtschaft. Wer sich spezialisieren möchte, kann darauf einen Master of Laws (LL.M.) aufbauen, der meist zwei bis vier Semester dauert. Im Master lassen sich Bereiche wie internationales Wirtschaftsrecht, Steuerrecht, Compliance oder Mergers & Acquisitions vertiefen.
Der Bologna-Prozess hat Bachelor- und Masterabschlüsse international vergleichbar gemacht. Für viele Einstiegspositionen genügt der LL.B.; ein LL.M. erweitert die Spezialisierungs- und Aufstiegsmöglichkeiten.
Zugangsvoraussetzungen und Bewerbung
Voraussetzung ist in der Regel eine Hochschulzugangsberechtigung, also Abitur oder Fachhochschulreife. An vielen Hochschulen ist der Studiengang zulassungsbeschränkt (Numerus Clausus); die Grenzwerte unterscheiden sich je nach Hochschule und Bewerberlage. Auch beruflich Qualifizierte ohne Abitur können unter bestimmten Voraussetzungen zugelassen werden, etwa mit einem Meister- oder Fachwirtabschluss oder mit einer einschlägigen Ausbildung und mehrjähriger Berufserfahrung.
Die Bewerbung läuft je nach Hochschule direkt über das Portal der Hochschule oder über hochschulstart.de. Da die Plätze begrenzt sind und die Fristen variieren, lohnt es sich, sich frühzeitig über Anforderungen und Termine der jeweiligen Hochschule zu informieren.

Berufsfelder für Wirtschaftsjuristen
Durch die Kombination aus Recht und Wirtschaft sind Wirtschaftsjuristinnen und -juristen in vielen Branchen gefragt. Typische Einsatzfelder sind Rechts- und Personalabteilungen von Unternehmen, Compliance, Unternehmens- und Steuerberatung, Wirtschaftsprüfung sowie Banken, Versicherungen und Verbände. Auch bei Behörden gibt es Einsatzmöglichkeiten.
Wichtig zu wissen: Ein Wirtschaftsjurist mit LL.B. oder LL.M. ist kein Volljurist. Die Zulassung als Rechtsanwalt und der Zugang zum Richteramt setzen das erste und zweite juristische Staatsexamen voraus, die im Wirtschaftsrecht-Studium nicht erworben werden. Der Weg zum Volljuristen führt nur über ein rechtswissenschaftliches Universitätsstudium mit beiden Staatsexamina.
Häufig gestellte Fragen
Wie lange dauert das Wirtschaftsrecht-Studium und welchen Abschluss erhält man?
Der Bachelor dauert meist sechs bis sieben Semester (180 bis 210 ECTS) und schließt mit dem Bachelor of Laws (LL.B.) ab. Ein darauf aufbauender Master of Laws (LL.M.) umfasst in der Regel zwei bis vier Semester.
Welche Voraussetzungen braucht man für ein Wirtschaftsrecht-Studium?
In der Regel wird eine Hochschulzugangsberechtigung (Abitur oder Fachhochschulreife) verlangt. Viele Hochschulen haben einen Numerus Clausus. Beruflich Qualifizierte ohne Abitur können teils mit Meister- oder Fachwirtabschluss oder mit einschlägiger Ausbildung samt Berufserfahrung zugelassen werden.
Worin unterscheiden sich LL.B. und LL.M. im Wirtschaftsrecht?
Der LL.B. ist der grundständige Abschluss mit breiter Grundlage in Recht und Wirtschaft. Der LL.M. baut darauf auf und dient der fachlichen Vertiefung und Spezialisierung, etwa in internationalem Wirtschaftsrecht, Steuerrecht oder Compliance.
Sind Wirtschaftsjuristen Rechtsanwälte?
Nein. Wirtschaftsjuristen mit LL.B. oder LL.M. sind keine Volljuristen. Für die Anwaltszulassung oder das Richteramt sind das erste und zweite Staatsexamen nötig, die nur ein rechtswissenschaftliches Universitätsstudium vermittelt.