Segelmacher – Beruf, Ausbildung und Weiterbildung

Werkzeug von einem Segelmacher
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Segelmacher fertigen und reparieren Segel für Sport- und Traditionsschiffe – doch der Beruf reicht weit über das Segeln hinaus. Aus reißfesten technischen Textilien entstehen ebenso Lkw-Planen, Markisen, Überdachungen und Zelte. Die Fachkräfte nehmen Maß, berechnen und entwerfen ihre Produkte nach Kundenwunsch – je nach Betrieb von Hand oder mit computergestützten Programmen. Anschließend schneiden sie die Tuchbahnen zu, verkleben und vernähen sie und bringen Ösen und Beschläge an.

Für die Arbeit sind mathematische Kenntnisse und räumliches Vorstellungsvermögen wichtig, dazu Sorgfalt und eine ruhige Hand. Wer große, schwere Tuchbahnen bewegt und verarbeitet, braucht außerdem körperliche Belastbarkeit. Gearbeitet wird vor allem in Werkstätten und Lagerräumen, aber auch in Häfen und Docks – teils im Freien direkt auf dem Boot oder Schiff. Bei großflächigen Segeln und Planen ist Teamarbeit gefragt.

Ausbildung zum Segelmacher

Segelmacher ist ein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf. Die Ausbildung ist dual aufgebaut und findet parallel im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule statt. Rechtlich anerkannt ist der Beruf nach § 25 der Handwerksordnung als Gewerbe Nummer 23 der Anlage B 1 – das Segelmacher-Handwerk zählt damit zu den zulassungsfreien Handwerken.

Eine bestimmte Schulbildung ist rechtlich nicht vorgeschrieben; formal genügt ein Hauptschulabschluss. In der Praxis beginnen aber auch viele Jugendliche mit mittlerem Abschluss oder Hochschulreife die Ausbildung. Neben den fachlichen Grundlagen zu Stoffen, Maßen und Verarbeitungstechniken vermittelt die Ausbildung auch Arbeitssicherheit, Gesundheits- und Umweltschutz sowie technische Kommunikation.

Dauer der Ausbildung

Die Ausbildung dauert drei Jahre.

Gesellenprüfung

Die Ausbildung endet mit der Gesellenprüfung, die in zwei zeitlich getrennten Teilen abgelegt wird (gestreckte Gesellenprüfung). Teil 1 findet zum Ende des zweiten Ausbildungsjahres statt und geht mit 30 Prozent in das Gesamtergebnis ein. Teil 2 folgt am Ende der Ausbildung und umfasst unter anderem einen Arbeitsauftrag sowie die Prüfungsbereiche Planung und Fertigung und Wirtschafts- und Sozialkunde; er zählt 70 Prozent.

Berufsaussichten nach der Ausbildung

Segelmacher ist ein kleiner, spezialisierter Handwerksberuf mit vergleichsweise wenigen Ausbildungsplätzen. Wer einen Platz erhält und die Ausbildung erfolgreich abschließt, hat gute Chancen auf eine Übernahme durch den Ausbildungsbetrieb – garantiert ist sie allerdings nicht, sondern hängt von der betrieblichen Lage ab.

Schaubild: Segelmacher

Fort- und Weiterbildung

Nach der Gesellenprüfung steht die Meisterprüfung offen: Als Segelmachermeisterin oder -meister übernimmt man Verantwortung für Planung und Koordination von Aufträgen, leitet Mitarbeitende an und darf selbst ausbilden. Da das Segelmacher-Handwerk zulassungsfrei ist, besteht keine Meisterpflicht – der Meistertitel ist aber die Grundlage, um sich mit einem eigenen Betrieb selbstständig zu machen. Die Meisterprüfung ist bundesweit einheitlich geregelt; die Teilnahme an einem Vorbereitungslehrgang ist keine Voraussetzung für die Zulassung. Der Meisterabschluss ist zugleich als Bachelor Professional eingestuft. Wer sich betriebswirtschaftlich weiterentwickeln möchte, kann darüber hinaus den Betriebswirt nach der Handwerksordnung anschließen.

Hilfreiche Links zur Branche

Einen Eindruck von der Welt des Segelns vermittelt das Magazin YACHT. Für das Segelmacher-Handwerk ist die IG Metall die zuständige Gewerkschaft.

Segelmacher im Vergleich

Nimmt Maß, schneidet Segeltuch und Planen zu, näht Bahnen an Industrienähmaschinen und setzt Beschläge ein.

Weg in den Beruf
Duale Ausbildung, 3 JahreAusbildungsordnung vom 05.05.2010
Prüfung
gestreckte Abschlussprüfung (Teil 1 + Teil 2)
Einstieg ohne Abitur
ja
Neue Ausbildungsverträge 2024
21Platz 156 von 184 Ausbildungsberufen, die berufe.eu vorstellt
Frauenanteil bei den Neuen
57 %Mittelwert (Median) dieser Berufe: 20 %
Schulabschluss der Neuen
Hauptschule 14 % · mittlerer Abschluss 29 % · (Fach-)Abitur 57 %mehr Abiturienten als bei drei von vier Berufen

Passt der Beruf zu dir?

  • Handwerk & Technik prägend
  • Menschen & Beratung gelegentlich
  • Gestaltung deutlich
  • Zahlen & Organisation gelegentlich
  • Draußen & Natur gelegentlich
  • Körperlicher Einsatz deutlich
  • Verantwortung gelegentlich
  • Ungewöhnliche Arbeitszeiten kaum

Passt, wenn du …

  • näht und misst gern genau
  • mag Textilien und Boote
  • arbeitet gern mit Maschinen

Eher schwierig, wenn du …

  • mag keine Handarbeit
  • will vor allem Büroarbeit

Ähnliche Berufe: Sattler · Tischler · Böttcher · Bootsbauer · Kürschner

Quellen: Passungsprofil: redaktionelle Bewertung von berufe.eu; Ausbildungszahlen: Statistisches Bundesamt (Destatis), Berufsbildungsstatistik 2024; Ränge, Mediane und Näherungen: eigene Berechnung; Ausbildungsordnung: gesetze-im-internet.de.

Häufig gestellte Fragen

Welche Voraussetzungen sollte man für den Beruf Segelmacher mitbringen?

Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben – formal genügt ein Hauptschulabschluss. Wichtig sind mathematisches Verständnis, räumliches Vorstellungsvermögen, handwerkliches Geschick, Sorgfalt und körperliche Belastbarkeit.

Wie lange dauert die Ausbildung zum Segelmacher?

Die duale Ausbildung dauert drei Jahre und schließt mit der Gesellenprüfung ab, die in zwei Teilen abgelegt wird.

Wie sind die Übernahmechancen nach der Ausbildung?

Da es sich um einen kleinen Beruf mit wenigen Ausbildungsplätzen handelt, sind ausgebildete Fachkräfte gefragt. Eine Übernahme durch den Ausbildungsbetrieb ist aber nicht garantiert, sondern hängt von der jeweiligen betrieblichen Situation ab.

Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es nach der Gesellenprüfung?

Der klassische Weg ist die Meisterprüfung im Segelmacher-Handwerk (Bachelor Professional), die zur Selbstständigkeit und zum Ausbilden berechtigt. Ergänzend ist eine betriebswirtschaftliche Weiterbildung wie der Betriebswirt nach der Handwerksordnung möglich.